26.08.2015, 5400 Zeichen
Wie im letzten Artikel zur SBOerwähnt, werden in Zukunft vermehrt auch österreichische Nebenwerte im Bargain Magazine behandelt. Ein paar Vorbemerkungen hierzu: Der österreichische Aktienmarkt als solcher ist beschönigend formuliert „relativ überschaubar“. Wenn man die Segmente prime, mid und standard market zusammennimmt, findet man 82 Notierungen, von A wie Agrana bis Z wie Zumtobel. Dieses Feld umfasst allerdings auch Titel wie Bene, BWT oder Miba, wo schon Börsenrückzüge geplant oder zumindest kolportiert werden, sowie Doppelnotierungen von Stamm- und Vorzugsaktien, wie beispielsweise bei der Schlumberger AG (dem Schaumweinhersteller, nicht zu verwechseln mit dem etwas größeren Ölunternehmen). Außerdem verstecken sich in dieser Liste beispielsweise noch Partizipationsscheine der Österreichischen Volksbanken. Wenn man ganz verwegen ist, kann man allerdings noch das Bond-Segment dazunehmen, wo es vielleicht in Zukunft bei steigenden Zinsen auch die eine oder andere Chance geben könnte. Wenn man diese Liste noch um Liquiditätsbedenken von professionellen Investoren korrigiert, fällt wahrscheinlich nochmals die Hälfte weg. Große Teile des österreichischen Marktes sind also unter dem Radar der Großen und hochgradig ineffizient. Ich glaube, dass sich hier punktuell sehr lukrative Chancen verbergen können, wenn man eine entsprechende Expertise aufbaut, weshalb ich meinen Circle of Competence hier ausdehnen möchte. Innerhalb der nächsten Monate soll an dieser Stelle also Unternehmen um Unternehmen (zumindest in einem Quickcheck, nach Möglichkeit auch umfassender) behandelt werden.
Einer dieser absoluten Nebenwerte ist eine Gesellschaft Binder+Co AG (AT000BINDER3), um die es in diesem Quickcheck geht. Wie bei allen Unternehmen in dieser Rubrik gilt folgende Warnung: Es werden Unternehmen vorgestellt, die möglicherweise und irgendwann (!) attraktive Value Investments sein oder werden könnten. Ich persönlich habe mich mit den Unternehmen noch nicht in die Tiefe gehend beschäftigt. Die Rubrik soll nur Anregungen und Gedankenanstöße in einigen Sätzen für die Leser des Bargain Magazines sein. Diese Warnung gilt doppelt für Unternehmen aus österreichischen Nebensegmenten, weil diese hochgradig illiquide sind.
Die Wurzeln von Binder+Co gehen in das Jahr 1894 zurück, wo man ein Bau- und Kunstschlossereihandwerk etablierte. Es folgte eine sehr wechselhafte Geschichte bis hin zur Verstaatlichung 1971 und zur Reprivatisierung 1991. Mittlerweile hat man sich als Spezialist für die Konstruktion von Maschinen und Anlagen für die Bearbeitung, die Zerkleinerung, Trocknung und auch Sortierung von Schüttgütern (Kohle, Erz, Glas, Altpapier, etc.) aller Art positioniert. In bestimmten Bereichen wie beispielsweise dem Glasrecycling bezeichnet man sich selbst als Weltmarktführer. Ansässig ist die Gesellschaft in Gleisdorf, in der Nähe von Graz, was sie sogar als potenziellen HV-Besuch für mich ins Spiel bringt.
Wie sieht die Eigentümerstruktur aus? Im Wiener mid market besteht keine umfassende Meldeverpflichtung, wenn man bestimmte Schwellen am Kapital überschreitet. Darum muss ich mich vorerst auf die Darstellung aus dem letzten Finanzbericht per Anfang April 2014 stützen. Damals betrug der Streubesitz etwas mehr als 25% des Kapitals, der Rest entfiel auf folgende Aktionäre:
- Genera Holding GmbH 28,4%
- Albona Privatstiftung 23,3%
- Treibacher Industrieholding 16,3%
- Dr. Veit Sorger 6,5%
Zu diesen Eigentümern und vor allem der Entwicklung der Eigentümerstruktur über die letzten Jahre sollte man natürlich noch weiter recherchieren.
Wie sehen die Zahlen der Gesellschaft momentan aus? Auf Basis des sehr „kompakten“ Halbjahresberichtes 2015 beträgt die IFRS-Eigenkapitalquote 28,7%. Das Umlaufvermögen deckt ca. 60 Prozent der Gesamtverbindlichkeiten ab. Das Gearing (auf Basis des Jahresabschlusses 2014) beträgt 70%, die Quote immaterieller Güter am Eigenkapital beträgt 32%. Oberflächlich betrachtet habe ich schon bessere Bilanzen gesehen, wobei man bei so einem Unternehmen natürlich immer genauer hinschauen muss.
| Jahr | 2014 | 2013 | 2012 | 2011 | 2010 | 2009 |
| Konzernergebnis | 2,86 | 3,77 | 6,13 | 6,77 | 5,49 | 5,15 |
| EK | 27,23 | 27,27 | 29,89 | 27,33 | 23,8 | 20,41 |
| Bilanzsumme | 90,18 | 80,87 | 77,03 | 68,44 | 49,3 | 42,72 |
| EK-Quote | 30% | 34% | 39% | 40% | 48% | 48% |
| ROE | 11% | 14% | 21% | 25% | 23% | 25% |
Eine oberflächliche Betrachtung der Rentabilitätsentwicklung zeigt, dass man bis vor kurzem sehr solide Ergebnisse erzielen konnte, und zwar auch bei geringerem Fremdkapitalhebel. Irgendwas muss in den letzten Jahren also passiert sein. Ohne dass ich mich damit auseinander gesetzt habe, würde ich mal vermuten, dass die Nachfrage nach den Anlagen zumindest teilweise mit den Rohstoffmärkten (also z.B. den Schüttgütern Eisenerz und Kohle) zusammenhängt. Ich habe jedenfalls den nächsten Kandidaten für eine umfassendere Betrachtung a la SBO gefunden, da mich die Kombination „illiquider österreichischer Nebenwert“ + „Marktführerschaft“ + „scheinbar in einer Problemsituation“ ziemlich reizt.
Weitere interessante Themen im Bargain Magazine
Die irrationalen Schwankungen der Cross Industries AG
Skeptischer Blick auf die momentane Bewertung der Do&Co AG
Verwendete Quellen
http://www.binder-co.com/de/unternehmen/profil.php (über das Unternehmen)
https://de.wikipedia.org/wiki/Binder%2BCo (über das Unternehmen)
http://www.binder-co.com/de/investors/finanzb_geschaeftsberichte.php (Downloadcenter für die Geschäftsberichte)
The post Quickcheck Binder+Co appeared first on Bargain.
SportWoche Podcast spezial: 52 Fussball-WM-Tipps aus der Finanzbranche, eingeholt beim Wiener Börse Preis 2026 (aus #MME2)
Agrana
Uhrzeit: 19:02:48
Veränderung zu letztem SK: -0.21%
Letzter SK: 11.95 ( 2.14%)
BWT Letzter SK: 11.95 ( 0.00%)
DO&CO
Uhrzeit: 19:02:48
Veränderung zu letztem SK: -0.22%
Letzter SK: 181.00 ( 1.69%)
Pierer Mobility
Uhrzeit: 19:02:48
Veränderung zu letztem SK: -1.06%
Letzter SK: 19.78 ( 0.92%)
SBO
Uhrzeit: 19:02:48
Veränderung zu letztem SK: 0.07%
Letzter SK: 34.35 ( -2.28%)
Bildnachweis
Aktien auf dem Radar:AT&S, FACC, Infineon, Vonovia SE, Merck Co..
Random Partner
BKS
Die börsenotierte BKS Bank mit Sitz in Klagenfurt, Österreich, beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter und betreibt ihr Bank- und Leasinggeschäft in den Ländern Österreich, Slowenien, Kroatien und der Slowakei. Die BKS Bank verfügt zudem über Repräsentanzen in Ungarn und Italien. Mit der Oberbank AG und der Bank für Tirol und Vorarlberg AG bildet die BKS Bank AG die 3 Banken Gruppe.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Ende Publikumsvoting ZFA-Award, French ...
» 20 Jahre Zertifikate-Award Austria: Ronald Nemec, Erste Group, blickt au...
» Publikumsvoting zum 20. Zertifikate Award Austria endet am Pfingstsonnta...
» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. VIG, AT&S, OHB, Markus Marterbauer, Chr...
» Österreich-Depots: Weekend Bilanz (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 22.5.: Extremes zu Polytec, SBO und Uniqa (Börse Geschic...
» Nachlese: Start Countdown Zertifikate Award Austria mit Christian Scheid...
» PIR-News: Strabag baut Schleuse, Wiener Börse Preis 2026 vergeben, Resea...
» Wiener Börse Party #1161: ATX nach Wiener Börse Preis mit Sieger VIG (O-...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Ende Publikumsvo...
- 21st Austria weekly - Vienna Stock Exchange, Stra...
- 21st Austria weekly - Vienna Airport, AT&S, Strab...
- 21st Austria weekly - Andritz, AT&S, Palfinger (2...
- 20 Jahre Zertifikate-Award Austria: Ronald Nemec,...
- 21st Austria weekly - Marinomed (19/05/2026)
Featured Partner Video
Börsegeschichte: 75 Jahre Buwog, davon viereinhalb Jahre börsenotiert, Zeitzeug:innen hier im audio-cd-Remix
Anlässlich des 75-jährigen Firmenjubiläums nutzte die Buwog Ende April ihre Veranstaltungsreihe „Buwog im Gespräch“ als Rahmen für einen Festakt: Rund 200 geladene Gäste feierten gemeinsam mit dem ...
Books josefchladek.com
John Gossage
LAMF (Special Edition)
2026
Magic Hour Press
L'électrification de la ligne Paris Le Mans (photos by Roger Schall)
1937
Editions Perceval
Siri Kaur
Sistermoon
2025
Void
Olga Ignatovich
In the Shadow of the Big Brother
2025
Arthur Bondar Collection WWII
