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Vorsicht Haustiermarkt-Aktien (Ulrich W. Hanke)

Bild: © Martina Draper, "Wie Hund und Katz", Hund, Katze, Playmobil

Autor:
Ulrich W. Hanke

Börsenstratege und Herausgeber von www.boersianer.info - Hankes Börsenbrief

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16.08.2015, 3148 Zeichen

Der Haustiermarkt ist ein Milliardengeschäft, Anleger sollten sich dennoch nicht darauf versteifen − zu wenig Anlagemöglichkeiten, zu geringe Margen und zu viele Emotionen sprechen dagegen.

Von Ulrich W. Hanke, www.boersianer.info

Des Menschen beste Freunde, Hunde, Katzen und andere Haustiere sind beliebter denn je – und ein großes Geschäft. Denn so mancher Tierhalter gibt für seinen Vierbeiner fast mehr Geld aus, als für sich. Wer über die Börse an diesem Trend teilhaben will, ist jedoch angesichts der wenigen Alternativen stark eingeschränkt.

Im Gegensatz zu Anlegern kommen deutsche Frauchen und Herrchen eigentlich an Zooplus nicht vorbei. Der Onlineshop für Futter und Zubehör sticht die Konkurrenten mit Filialnetz wie Fressnapf oder Futterhaus durch niedrigere Preise aus. Die Zooplus-Aktie ist seit Ende Juli 2011 im Nebenwerteindex SDax gelistet. Ein großer Anhänger von Einzelhändlern wie Zooplus bin ich aber nicht. Deren Gewinnmarge ist oft gering. Geht etwas schief, schmilzt diese dahin. Zooplus erzielte im vergangenen Jahr 9,2 Millionen Euro Gewinn und musste dafür stolze 543,1 Millionen Euro umsetzen. Das macht eine Mini-Marge von 1,7 Prozent. Dazu kommt: Die Aktie von Zooplus ist im Gegenteil zu den Angeboten des Onlineportals alles andere als ein Schnäppchen. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis beträgt zwar nur leicht übertriebene 1,6, das Kurs-Buchwert-Verhältnis aber indiskutable 10,3 und das Kurs-Cashflow-Verhältnis unglaubliche 318. Setzt sich das Wachstum wie gehabt fort und setzt man diese Projektionen als Basis ein, selbst dann ist die Aktie nicht besonders attraktiv. Interessant könnte sie nur dann werden, wenn ein anderes Unternehmen Interesse an Zooplus hätte. Das gibt die Aktionärsstruktur aber eher nicht her. 25 Prozent der Zooplus-Aktien sind im Streubesitz, viele Anteile in vielen festen Händen, größter Einzelaktionär Burda mit rund 19 Prozent.

In den USA erging es etwa Petsmart so. Die US-Tiermarktkette wechselte für 8,7 Milliarden Dollar den Besitzer und ging Ende 2014 an eine Gruppe von Beteiligungsunternehmen unter der Führung von BC Partners. Vielleicht kennen Sie auch Purina, früher als Ralston Purina Company bekannt. Das Unternehmen ist seit 2001 Teil von Nestlé und firmiert unter Nestlé Purina PetCare. Del Monte Foods, die noch mehr als Tiernahrung herstellen, verleibte sich Finanzinvestor KKR 2010 ein. Die wenigen Tier-Aktien und Pure-Player, die es überhaupt gibt, verschwinden nach und nach auch noch vom Aktienmarkt, wie die Beispiele zeigen.

Bleibt noch die Tiermedizin, der Teil der Pharmabranche ist ebenfalls attraktiv, aber für Anleger kaum einzeln investierbar. Das ist aber auch nicht nötig. Investieren Sie Ihr Geld stattdessen doch lieber in andere Aktien oder in gutes Futter für Ihr Tier. Weizen sollte das Futter übrigens nicht enthalten, das ist nicht was Katze und Hund fressen sollten, benutzen die Hersteller aber nur zu gern, um das Futter zu strecken. Es lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe wie bei Aktien auf die Kennzahlen.

Ihr Ulrich W. Hanke, Chefredakteur boersianer.info http://www.boersianer.info 

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(16.08.2015)

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