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07.05.2015, 8924 Zeichen

Ein Award, der wohl selbst einen Award für die umfassendsten Jury-Unterlagen gewinnen könnte – das Fachheft holte sich bei Juryprozessleiter Christian Scheid und einem Jurymitglied Details.

-> Fachheft 32 mit Zertifikate Special zum Download
-> 34 Selfies vom Zertifikate Award Austria 2015
-> 15 O-Tone zu Zertifikaten ( Drastil, Hanke, Kuras, Kratzsch, Müller, Niedereder, Matejka, Bergmann, Lenhart, Schiefer, Pollak, Reisenberger, Roebbeling ) 

Herr Scheid, Sie leiten beim Zertifikate Award Austria seit etlichen Jahren den Auswahl- und Juryprozess. Was war die initiale Aufgabenstellung, mit der Sie das Zertifikate Forum konfrontiert ­hatte?

Christian Scheid: Der Zertifikate Award Austria wurde 2007 vom Zertifikate Forum Austria und seinem Partner, dem ZertifikateJournal Deutschland, ins Leben gerufen. Ziel war es, für Anleger einen hilfreichen Wegweiser durch die österreichischen Zertifikate-Branche zu schaffen. Der Markt für strukturierte Produkte erfreute sich damals nämlich nicht nur immer größerer Beliebtheit, sondern wurde wegen der stark wachsenden Vielfalt der intelligenten Produktkonzepte gleichzeitig auch immer unübersichtlicher. Gleichzeitig sollte der Zertifikate Award Austria eine führende Auszeichnung für die besten Anbieter und Produkte im österreichischen Markt für Retail-Zertifikate sein. Schon bei den Nominierungen zu den einzelnen Kategorien wird daher besonders großer Wert darauf gelegt, Emittenten auszuwählen, die ein hohes ‚Commitment‘ zum österreichischen Markt zeigen, sprich: Die einzelnen Häuser sollten die heimische Branche aktiv mitgestalten und von Anlegern in Österreich wahrgenommen werden.

Wie hat sich die Anzahl der Kategorien und Nominierten über die Jahre verändert?

Schaue ich auf das Jahr 2007 zurück, hat sich eigentlich gar nicht so viel verändert. Schon damals gab es wichtige Einzelkategorien wie ‚Info & Service‘, ‚Kapitalschutz‘ und ‚Hebelprodukte‘. Die wichtigste Änderung wurde im Jahr 2012 umgesetzt, als die Kategorie ‚Österreich-Produkt des Jahres‘ erstmals in die Gesamtwertung eingerechnet wurde. Damit sollte der Österreich-Charakter der Awards noch mehr hervorgehoben werden. Ebenfalls seit Anfang an vergeben wird der begehrte Publikumspreis; hier können Anleger und Leser der Partnermedien entscheiden, wer ihrer Meinung nach den Titel ‚Zertifikate-Haus des Jahres‘ verdient hat.

Wie schafft man es in die Auswahl bei einer Kategorie?

Auf der Grundlage aller Emittenten, die bei der OeKB registriert sind, werden pro Kategorie je einige Emittenten für das Jury-Votum nominiert. Die Nominierung erfolgt vor allem auf der Basis von Eigenangaben der Emittenten für jede Kategorie. Die nominierten Emittenten werden für jede Kategorie in diesen Wahlunterlagen vorgestellt. Hier fließen sowohl Eigenangaben der Emittenten als auch Informationen des ZertifikateJournals ein. Diese Angaben sollen den Juroren bei ihrer Entscheidungsfindung helfen.

Traditionell im Mai werden die Preise an die Sieger überreicht. Wann beginnen Sie mit den Vorarbeiten? Wie läuft das Step by Step ab? 

Der Startschuss in der Regel im Jänner mit dem Kick-off-Meeting des Zertifikate Forum Austria. Hier trifft sich der Vorstand, um Termine, Regelwerk und Jury festzulegen. Direkt im Anschluss beginnen die Vorarbeiten. Zunächst werden Jury und Emittenten über den zeitlichen Ablauf informiert. Anfang März werden die Fragebögen an die Emittenten verschickt. Hier können die Banken ausführliche Angaben zu ihren Stärken und Schwächen machen und die aus ihrer Sicht wichtigsten Zertifikate nominieren; dafür haben sie rund drei Wochen Zeit. Anschließend erfolgt die Auswertung der Frage­bögen. Zudem werden die Nominierungen für die einzelnen Kategorien festgelegt. Im Anschluss daran kommt die Jury zum Einsatz. Damit sie ihre Entscheidungen treffen können, erhalten die Juroren umfangreiches Informationsmaterial. Bei der Entscheidung ist jedes Jurymitglied angehalten, sich ­eine eigene Meinung zu bilden und unvoreingenommen und selbstständig ein Urteil zu fällen. In ­jeder Jury-Kategorie vergibt jeder Juror 6 Wertungspunkte: 3 Punkte für den seiner Meinung nach besten Emittenten, 2 Punkte für den seiner Meinung nach zweitbesten Emittenten und 1 Punkt für den seiner Meinung nach drittbesten ­Emittenten. In jeder Kategorie darf jede Punktzahl nur einmal vergeben werden. Es ist also beispielsweise nicht möglich, 2 Emittenten auf den 1. Platz zu setzen. Wiederum etwa drei Wochen später stehen die Ergebnisse fest.

Neben der Tatsache, dass es der ‚Austria‘-Award ist: Wie hebt sich der Preis von anderen Zertifikate-Awards ab?

Einzigartig im Award-Bereich ist sicherlich der ‚Prüfstempel‘ von dritter Seite: Die Objektivität und Unabhängigkeit des Evaluierungsprozesses beim Zertifikate Award Austria 2007 wurde seit Beginn an von renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften geprüft und bestätigt. Anfangs fungierte hier KPMG als Partner, inzwischen ist EY (früher: Ernst & Young) an diese Stelle gerückt.

Welches Feedback bekommen Sie von den Emittenten?

Die Unabhängigkeit und Neutralität des Awards wird eigentlich am meisten gelobt. Zudem gefällt den Emittenten der ausgeklügelte Evaluierungsprozess. Auf der anderen Seite ‚beschweren‘ sich die Emittenten-Vertreter manchmal auch über die viele Arbeit, die der Fragebogen jedes Jahr macht. Natürlich ist das nicht ganz ernst gemeint …

Und von den Jurymitgliedern?

Die Jury ist vor allem dankbar darüber, dass sie zu den Nominierten in jeder Kategorie umfangreiches Informationsmaterial – 40 bis 50 Seiten – erhält. Schließlich wird ihnen damit der Entscheidungsprozess erheblich erleichtert.

Wer setzt fest, wer in der Jury ist?

Über die Zusammensetzung der Jury entscheidet letztlich der Vorstand des Zertifikate Forum Austria. Über Vorschläge sind wir aber immer dankbar! Dieses Jahr sind erstmals 20 Mitglieder dabei: Asset Manager, Retail-Banker, Vertreter von Online-Brokern und Finanzjournalisten beurteilen die Qualität der Serviceleistungen und Anlagekonzepte der Emittenten, die auf dem österreichischen Markt tätig sind.

Abschliessend: Was gefälllt Ihnen an den Produkten der Zertifikateindustrie bzw. haben Sie auch einen Wunsch an die Industrie?

Mir gefällt am besten, dass sich mittels Zertifikaten jede Marktmeinung umsetzen lässt. Je nachdem, ob ich steigende, stagnierende oder fallende Kurse erwarte: Für jedes Szenario gibt es das passende Produkt. Insbesondere in zähen Seitwärtsmärkten können Zertifikate eine gute Alternative zu Direktinvestments wie Aktien sein. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir – so verwunderlich das jetzt angesichts mehr als einer Millionen zur Verfügung stehender Produkte auch sein mag – eine noch größere Zertifikate-Auswahl wünschen. Insbesondere bei exotischeren ­Märkten fehlt noch die eine oder andere Inves­titionsmöglichkeit.

Über Christian Scheid:

Christian Scheid ist seit rund 17 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist tätig, davon seit circa neun Jahren als freier Autor. Aktuell schreibt er für mehrere deutschsprachige Fachmagazine und -zeitungen in den Bereichen Aktien und Zertifikate, darunter Börse Online, Capital, Euro am Sonntag, Börsen-Kurier und Zertifikate // Austria. Per 1. Juli 2014 kehrte er zudem zum ZertifikateJournal (ZJ) zurück, wo er bis Ende 2009 schon einmal tätig war und die damalige Österreich-Ausgabe des ZJ verantwortete. Den Zertifikate Award Austria begleitet er seit 2007 – anfangs als Jury-Mitglied, seit 2010 als Organisator des Abstimmungsprozesses und Ansprechpartner für Jury und Emittenten.

 

Michael Plos

… und Herr Plos, die Frage an Sie als Jurymitglied. Wie viel Zeit nimmt die Beurteilung in Anspruch?

Michael Plos, Börse Express: Das ist schwer zu sagen. Unmittelbar ist die Bewertung in einer guten Stunde erledigt. Mittelbar kann man sagen, dass die Beurteilung ein ganzes Jahr dauert. 

Wie das? Was ist das Herausfordernde?

Als Jurymitglied ist man zu einer gewissen Subjektivität gezwungen. Das ist wichtig und dessen sollte man sich auch bewusst sein. Denn logischerweise sollte man seine Beurteilungen davon abhängig machen, welche Eindrücke man in den letzten zwölf Monaten von den Emittenten gesammelt hat. Die erstklassigen Jury-Unterlagen strotzen nur so vor Zahlen, Daten und Fakten. Doch davon darf man sich nicht zu sehr ablenken lassen. Das ist zumindest mein Anspruch an mich selbst. Eine Ausnahme sind freilich Kategorien wie das ‚Österreich-Zertifikat des Jahres‘. Hier muss man sich natürlich intensiv mit den einzelnen Produkten auseinandersetzen und diese miteinander vergleichen (das führt auch zur Beurteilungszeit von mehr als einer Stunde). Logischerweise urteilt man dann aber auch hier subjektiv. In einem Satz: Man sollte die Subjektivität der eigenen Beurteilung annehmen.

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Bildnachweis

1. Christian Scheid

2. Michael Plos

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    07.05.2015, 8924 Zeichen

    Ein Award, der wohl selbst einen Award für die umfassendsten Jury-Unterlagen gewinnen könnte – das Fachheft holte sich bei Juryprozessleiter Christian Scheid und einem Jurymitglied Details.

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    Herr Scheid, Sie leiten beim Zertifikate Award Austria seit etlichen Jahren den Auswahl- und Juryprozess. Was war die initiale Aufgabenstellung, mit der Sie das Zertifikate Forum konfrontiert ­hatte?

    Christian Scheid: Der Zertifikate Award Austria wurde 2007 vom Zertifikate Forum Austria und seinem Partner, dem ZertifikateJournal Deutschland, ins Leben gerufen. Ziel war es, für Anleger einen hilfreichen Wegweiser durch die österreichischen Zertifikate-Branche zu schaffen. Der Markt für strukturierte Produkte erfreute sich damals nämlich nicht nur immer größerer Beliebtheit, sondern wurde wegen der stark wachsenden Vielfalt der intelligenten Produktkonzepte gleichzeitig auch immer unübersichtlicher. Gleichzeitig sollte der Zertifikate Award Austria eine führende Auszeichnung für die besten Anbieter und Produkte im österreichischen Markt für Retail-Zertifikate sein. Schon bei den Nominierungen zu den einzelnen Kategorien wird daher besonders großer Wert darauf gelegt, Emittenten auszuwählen, die ein hohes ‚Commitment‘ zum österreichischen Markt zeigen, sprich: Die einzelnen Häuser sollten die heimische Branche aktiv mitgestalten und von Anlegern in Österreich wahrgenommen werden.

    Wie hat sich die Anzahl der Kategorien und Nominierten über die Jahre verändert?

    Schaue ich auf das Jahr 2007 zurück, hat sich eigentlich gar nicht so viel verändert. Schon damals gab es wichtige Einzelkategorien wie ‚Info & Service‘, ‚Kapitalschutz‘ und ‚Hebelprodukte‘. Die wichtigste Änderung wurde im Jahr 2012 umgesetzt, als die Kategorie ‚Österreich-Produkt des Jahres‘ erstmals in die Gesamtwertung eingerechnet wurde. Damit sollte der Österreich-Charakter der Awards noch mehr hervorgehoben werden. Ebenfalls seit Anfang an vergeben wird der begehrte Publikumspreis; hier können Anleger und Leser der Partnermedien entscheiden, wer ihrer Meinung nach den Titel ‚Zertifikate-Haus des Jahres‘ verdient hat.

    Wie schafft man es in die Auswahl bei einer Kategorie?

    Auf der Grundlage aller Emittenten, die bei der OeKB registriert sind, werden pro Kategorie je einige Emittenten für das Jury-Votum nominiert. Die Nominierung erfolgt vor allem auf der Basis von Eigenangaben der Emittenten für jede Kategorie. Die nominierten Emittenten werden für jede Kategorie in diesen Wahlunterlagen vorgestellt. Hier fließen sowohl Eigenangaben der Emittenten als auch Informationen des ZertifikateJournals ein. Diese Angaben sollen den Juroren bei ihrer Entscheidungsfindung helfen.

    Traditionell im Mai werden die Preise an die Sieger überreicht. Wann beginnen Sie mit den Vorarbeiten? Wie läuft das Step by Step ab? 

    Der Startschuss in der Regel im Jänner mit dem Kick-off-Meeting des Zertifikate Forum Austria. Hier trifft sich der Vorstand, um Termine, Regelwerk und Jury festzulegen. Direkt im Anschluss beginnen die Vorarbeiten. Zunächst werden Jury und Emittenten über den zeitlichen Ablauf informiert. Anfang März werden die Fragebögen an die Emittenten verschickt. Hier können die Banken ausführliche Angaben zu ihren Stärken und Schwächen machen und die aus ihrer Sicht wichtigsten Zertifikate nominieren; dafür haben sie rund drei Wochen Zeit. Anschließend erfolgt die Auswertung der Frage­bögen. Zudem werden die Nominierungen für die einzelnen Kategorien festgelegt. Im Anschluss daran kommt die Jury zum Einsatz. Damit sie ihre Entscheidungen treffen können, erhalten die Juroren umfangreiches Informationsmaterial. Bei der Entscheidung ist jedes Jurymitglied angehalten, sich ­eine eigene Meinung zu bilden und unvoreingenommen und selbstständig ein Urteil zu fällen. In ­jeder Jury-Kategorie vergibt jeder Juror 6 Wertungspunkte: 3 Punkte für den seiner Meinung nach besten Emittenten, 2 Punkte für den seiner Meinung nach zweitbesten Emittenten und 1 Punkt für den seiner Meinung nach drittbesten ­Emittenten. In jeder Kategorie darf jede Punktzahl nur einmal vergeben werden. Es ist also beispielsweise nicht möglich, 2 Emittenten auf den 1. Platz zu setzen. Wiederum etwa drei Wochen später stehen die Ergebnisse fest.

    Neben der Tatsache, dass es der ‚Austria‘-Award ist: Wie hebt sich der Preis von anderen Zertifikate-Awards ab?

    Einzigartig im Award-Bereich ist sicherlich der ‚Prüfstempel‘ von dritter Seite: Die Objektivität und Unabhängigkeit des Evaluierungsprozesses beim Zertifikate Award Austria 2007 wurde seit Beginn an von renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften geprüft und bestätigt. Anfangs fungierte hier KPMG als Partner, inzwischen ist EY (früher: Ernst & Young) an diese Stelle gerückt.

    Welches Feedback bekommen Sie von den Emittenten?

    Die Unabhängigkeit und Neutralität des Awards wird eigentlich am meisten gelobt. Zudem gefällt den Emittenten der ausgeklügelte Evaluierungsprozess. Auf der anderen Seite ‚beschweren‘ sich die Emittenten-Vertreter manchmal auch über die viele Arbeit, die der Fragebogen jedes Jahr macht. Natürlich ist das nicht ganz ernst gemeint …

    Und von den Jurymitgliedern?

    Die Jury ist vor allem dankbar darüber, dass sie zu den Nominierten in jeder Kategorie umfangreiches Informationsmaterial – 40 bis 50 Seiten – erhält. Schließlich wird ihnen damit der Entscheidungsprozess erheblich erleichtert.

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    Über die Zusammensetzung der Jury entscheidet letztlich der Vorstand des Zertifikate Forum Austria. Über Vorschläge sind wir aber immer dankbar! Dieses Jahr sind erstmals 20 Mitglieder dabei: Asset Manager, Retail-Banker, Vertreter von Online-Brokern und Finanzjournalisten beurteilen die Qualität der Serviceleistungen und Anlagekonzepte der Emittenten, die auf dem österreichischen Markt tätig sind.

    Abschliessend: Was gefälllt Ihnen an den Produkten der Zertifikateindustrie bzw. haben Sie auch einen Wunsch an die Industrie?

    Mir gefällt am besten, dass sich mittels Zertifikaten jede Marktmeinung umsetzen lässt. Je nachdem, ob ich steigende, stagnierende oder fallende Kurse erwarte: Für jedes Szenario gibt es das passende Produkt. Insbesondere in zähen Seitwärtsmärkten können Zertifikate eine gute Alternative zu Direktinvestments wie Aktien sein. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir – so verwunderlich das jetzt angesichts mehr als einer Millionen zur Verfügung stehender Produkte auch sein mag – eine noch größere Zertifikate-Auswahl wünschen. Insbesondere bei exotischeren ­Märkten fehlt noch die eine oder andere Inves­titionsmöglichkeit.

    Über Christian Scheid:

    Christian Scheid ist seit rund 17 Jahren als Wirtschafts- und Finanzjournalist tätig, davon seit circa neun Jahren als freier Autor. Aktuell schreibt er für mehrere deutschsprachige Fachmagazine und -zeitungen in den Bereichen Aktien und Zertifikate, darunter Börse Online, Capital, Euro am Sonntag, Börsen-Kurier und Zertifikate // Austria. Per 1. Juli 2014 kehrte er zudem zum ZertifikateJournal (ZJ) zurück, wo er bis Ende 2009 schon einmal tätig war und die damalige Österreich-Ausgabe des ZJ verantwortete. Den Zertifikate Award Austria begleitet er seit 2007 – anfangs als Jury-Mitglied, seit 2010 als Organisator des Abstimmungsprozesses und Ansprechpartner für Jury und Emittenten.

     

    Michael Plos

    … und Herr Plos, die Frage an Sie als Jurymitglied. Wie viel Zeit nimmt die Beurteilung in Anspruch?

    Michael Plos, Börse Express: Das ist schwer zu sagen. Unmittelbar ist die Bewertung in einer guten Stunde erledigt. Mittelbar kann man sagen, dass die Beurteilung ein ganzes Jahr dauert. 

    Wie das? Was ist das Herausfordernde?

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