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Keynes war ein guter Investor (Max Otte)

Autor:
Max Otte

Prof. Dr. Max Otte promovierte in Princeton und lehrte Betriebswirtschaft an den Hochschulen/Universitäten Worms, Boston, Würzburg und Graz.
Seit 15 Jahren hat er sich voll und ganz dem Privatanleger verschrieben. Sein Ziel: 
Eine bankenunabhängige und nachvollziehbare Aktienanalyse auf Basis wertorientierter Kapitalanlage. Kern seines Strategieansatzes ist die von ihm entwickelte Methode der Königsanalyse®.
In seinem Buch „Der Crash kommt“ prognostizierte Max Otte bereits im Sommer 2006 die internationale Finanzkrise von 2008. Daneben hat der dreimalige „Börsianer des Jahres“ mehr als ein Dutzend weiterer Bücher sowie zahlreiche Artikel in Zeitungen und Fachblättern veröffentlicht. Regelmäßig wird er von den Medien zu Anlage- und Währungsfragen interviewt.
Max Otte ist Gründer der in Köln ansässigen IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH, die seinen wöchentlichen Börsenbrief Der Privatinvestor herausgibt, sowie Gründer und Mitglied im Verwaltungsrat der in Zug (Schweiz) ansässigen Privatinvestor Verwaltungs AG. Der PI Global Value Fund, der Max Otte Vermögensbildungsfonds und der Max Otte Multiple Opportunities Fund werden gemäß seiner Strategie der Königsanalyse® verwaltet.

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13.10.2014, 2465 Zeichen

Sehr geehrte Privatanleger, 

am Donnerstag kam das Herbstgutachten der Wirtschaftsforschungs-institute heraus. Nun wird nur noch gut ein Prozent Wirtschaftswachstum erwartet. Der Wirtschaftskrieg des Westens mit Russland, Ebola und ISIS fordern ihren Tribut.

Wenn nun die Konjunktur bereits in Deutschland rückläufig ist, sieht es für Europa nicht gut aus. Deutschland war das Zugpferd Europas. Im Süden hatten sich gerade leichte Erholungstendenzen gezeigt, aber die Staatsschulden sind in fast allen Ländern Europas weiter gestiegen.

Verstärkt werden die Gefahren dadurch, dass die Notenbanken langsam am Ende ihres Lateins sind. Trotz jahrelangen Gelddruckens ist es nicht gelungen, die Weltwirtschaft auf ei-nen soliden Wachstumspfad zurückzuführen.

Es kann an der Zeit sein, sich defensiver aufzustellen. Wir haben gemeinsam bei allen Schwankungen sechs sehr gute Jahre gehabt – trotz Finanzkrise, trotz Eurokrise. Auch jetzt gibt es noch genug günstige Aktien. Aber wenn die Weltwirtschaft weiter abrutscht, nützt auch das nichts.

Trost können wir vielleicht bei John Maynard Keynes finden, der sich im Gegensatz zu seinem Gegner, Friedrich August von Hayek, auch vielfältig in der Praxis bewährt hat. Während Hayek sich auf kluge, oftmals vordergründig einleuchtende Worte, beschränkt, hatte Keynes einen guten Blick für die Fakten – als Mitglied der Verhandlungsdelegation in Versailles, die er aus Protest verließ, bei seiner Ablehnung der Rückkehr Englands zum Goldstandard, bei seiner Tätigkeit als Investor und seiner Mitwirkung an der Welt-wirtschaftsordnung von Bretton Woods. 

Hayeks oftmals erbitterte Angriffe auf Keynes hatten schon ideologischen Charakter, und Ideologie ist nie gut. Keynes hingegen bewies sich in der Praxis. Als Investor fing er mit Währungsspekulationen an – und ging prompt Pleite. Mehr und mehr wandelte er sich zum Value Investor, der vor allem in solide Unternehmen investierte.

Im Jahr 1928 übernahm er die Kapitalanlagen des Kings College der Cambridge University.

Bis zu seinem Tode schaffte er eine Wertsteigerung von 300 Prozent, obwohl der Gesamtmarkt sich seitwärts bewegte. 

Das kann uns Hoffnung und Ansporn sein.

Aber leicht werden die kommenden Jahre nicht.

Auf gute Investments,

Ihr

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