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18.11.2013, 3551 Zeichen

Sehr geehrte Privatanleger,

 ein hoch geschätzter Professorenkollege von mir spricht bei dem ein oder anderen Aspekt des heutigen Systems davon, dass wir Gefahr laufen, in einem sanften Neofaschismus abzugleiten, in dem die totale Überwachung der Bürgerinnen und Bürger droht. Hierzu passt die folgende Mail, die ich von einem Freund erhielt:

"Lieber Max, 

mal das zu Deiner ja schon oft von Dir vertretenen These: Der Staat greift nach dem Geld seiner Bürger, wo er nur kann. Es wird nach Kräften still enteignet usw. Hierzu ein kleines neues Indiz, das ich in seiner Signalwirkung bemerkenswert finde:

Wie ist der Staat diesem Kunsthändler-Sohn mit der versteckten Kunstsammlung auf die Spur gekommen? Herr Gurlitt war im Zug von Zürich nach München unterwegs. Er hatte in seiner Geldbörse: 16 Scheine zu 500 Euro. Es waren neue Scheine. Macht 8.000 Euro Bargeld.

Ab 10.000 hätte er das mitgeführte Geld beim Zoll deklarieren müssen.

Er wurde offenbar von den Grenzern im Zug gefilzt. Sie haben das Geld gefunden. Und danach in Richtung Steuerhinterziehung ermittelt. Wie kann das sein? Bei uns macht sich offenbar verdächtig, wer Privatheit (=Bargeld) bevorzugt, und eine etwas höhere Summe als üblich in der Geldbörse hat.

Im Zuge der Ermittlungen (ich habe Bargeld in der Tasche, also bin ich verdächtig) hat man dann bei ihm zu Hause rumgewühlt und diese Bilder gefunden.

Dazu passt noch ein anderes Indiz.

Von interessierter Seite werden immer wieder Studien verbreitet, dass das Bargeld doch für die Volkswirtschaft ach so teuer sei, wegen des angeblich aufwändigen Handlings. Beispiel: Studie: Cost of Cash vom Steinbeis Research Center for Financial Services, von einer Hochschule also. 

Die Journaille ist dann auch noch so dumm, die Botschaften der Absender 1:1 zu übernehmen: "Bargeld kostet den Handel 6,7 Mrd. Euro im Jahr" und betitelt solche Texte in vorauseilendem Gehorsam mit "Der Fluch des Bargeldes" – gerade so, als wäre das was ganz Schändliches. Das wohlgemerkt aus der seriösen Wirtschaftspresse, nicht aus der TAZ.

Die wirkliche Rechnung scheint mir längst gemacht. Der Staat hat ein Interesse daran, den Bürger in Bezahlverfahren ohne Bargeld zu zwingen. Dann kann er leichter kontrollieren, Steuern erheben – und enteignen. Und wer dann mehr als 500 Euro Bares in der Tasche hat, ist verdächtig. 

Herzlich,

K"

Und es gibt weitere Indizien. Am Dienstag war ich zum Anlegerseminar in Düsseldorf. Erstmalig seit vielen Jahren wollte ich wieder die Edelmetallschalter der Deutschen Bank aufsuchen und etwas Silber kaufen. Die Deutsche Bank unterhält eine imposante Hauptfiliale in Düsseldorf. Die Antwort des freundlichen Menschen für das Edelmetallgeschäft: „Silber machen wir nicht mehr, Gold können Sie kaufen.“

Verärgert zog ich zur Commerzbank weiter. Die freundliche Dame war noch dieselbe wie vor ca. 7 Jahren, als ich das letzte Mal beim Edelmetallschalter der Commerzbank gekauft hatte. „Edelmetallkauf bieten wir als Service für unsere Kunden an.“ Mit anderen Worten: „Sie müssen nun ein Konto bei uns haben, um Edelmetall zu kaufen.“ Ich gab auf. 

Und ein letztes Indiz. Vor einiger Zeit sprach ich vor über 100 Abiturienten der Young Leaders Foundation aus ganz Deutschland. Einer der Veranstalter machte eine Umfrage, wie viele noch George Orwells 1984 über den Überwachungsstaat in der Oberstufe gelesen hatten. Vielleicht vier oder fünf.

 Das Buch verschwindet systematisch von den Lehrplänen der Oberstufen. Vielleicht, weil die Realität immer näher rückt?

Auf gute Investments,

Ihr 

Prof. Dr. Max Otte

http://www.privatinvestor.de




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1. Max Otte , (© IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH)   >> Öffnen auf photaq.com

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    Gurlitt, Orwell und kein Silber mehr (Max Otte)


    18.11.2013, 3551 Zeichen

    Sehr geehrte Privatanleger,

     ein hoch geschätzter Professorenkollege von mir spricht bei dem ein oder anderen Aspekt des heutigen Systems davon, dass wir Gefahr laufen, in einem sanften Neofaschismus abzugleiten, in dem die totale Überwachung der Bürgerinnen und Bürger droht. Hierzu passt die folgende Mail, die ich von einem Freund erhielt:

    "Lieber Max, 

    mal das zu Deiner ja schon oft von Dir vertretenen These: Der Staat greift nach dem Geld seiner Bürger, wo er nur kann. Es wird nach Kräften still enteignet usw. Hierzu ein kleines neues Indiz, das ich in seiner Signalwirkung bemerkenswert finde:

    Wie ist der Staat diesem Kunsthändler-Sohn mit der versteckten Kunstsammlung auf die Spur gekommen? Herr Gurlitt war im Zug von Zürich nach München unterwegs. Er hatte in seiner Geldbörse: 16 Scheine zu 500 Euro. Es waren neue Scheine. Macht 8.000 Euro Bargeld.

    Ab 10.000 hätte er das mitgeführte Geld beim Zoll deklarieren müssen.

    Er wurde offenbar von den Grenzern im Zug gefilzt. Sie haben das Geld gefunden. Und danach in Richtung Steuerhinterziehung ermittelt. Wie kann das sein? Bei uns macht sich offenbar verdächtig, wer Privatheit (=Bargeld) bevorzugt, und eine etwas höhere Summe als üblich in der Geldbörse hat.

    Im Zuge der Ermittlungen (ich habe Bargeld in der Tasche, also bin ich verdächtig) hat man dann bei ihm zu Hause rumgewühlt und diese Bilder gefunden.

    Dazu passt noch ein anderes Indiz.

    Von interessierter Seite werden immer wieder Studien verbreitet, dass das Bargeld doch für die Volkswirtschaft ach so teuer sei, wegen des angeblich aufwändigen Handlings. Beispiel: Studie: Cost of Cash vom Steinbeis Research Center for Financial Services, von einer Hochschule also. 

    Die Journaille ist dann auch noch so dumm, die Botschaften der Absender 1:1 zu übernehmen: "Bargeld kostet den Handel 6,7 Mrd. Euro im Jahr" und betitelt solche Texte in vorauseilendem Gehorsam mit "Der Fluch des Bargeldes" – gerade so, als wäre das was ganz Schändliches. Das wohlgemerkt aus der seriösen Wirtschaftspresse, nicht aus der TAZ.

    Die wirkliche Rechnung scheint mir längst gemacht. Der Staat hat ein Interesse daran, den Bürger in Bezahlverfahren ohne Bargeld zu zwingen. Dann kann er leichter kontrollieren, Steuern erheben – und enteignen. Und wer dann mehr als 500 Euro Bares in der Tasche hat, ist verdächtig. 

    Herzlich,

    K"

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