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14.09.2013, 2198 Zeichen

Seit Jahren plädiere ich für mehr Transparenz beim Thema Zertifikate. Eine der Hauptforderungen war immer, dass die Emittenten ihre Kosten offenlegen. Das soll nun kommen - allerdings scheint der Schritt nicht ganz freiwillig.

Der Druck war langsam zu groß, drohen doch von Seiten der Regulierer Produktverbote. An der Stelle war es vermutlich für die Branche besser, den Schritt zu gehen, gegen den sich viele Emittenten so lange gewehrt hatten. Der neue Fairness Kodex des Deutschen Derviate Verbands (DDV) schreibt einen umfassende Produkt- und Kostentransparenz vor. Die dem Verband angeschlossenen Emittenten verpflichten sich, den geschätzten Wert, den Issuer Estimated Value (IEV) auf den Produktinformationsblättern auszuweisen.

Damit können die Anleger die Kosten nachvollziehen, die der Emittent für die Strukturierung des Zertifikats, die Absicherung, seine Marge sowie für Vertriebsprovisionen veranschlagt. Zudem sollen die Anbieter bei Anlageprodukten mit vollständigem Kapitalschutz, sofern sie eine Mindest- sowie eine Höchstverzinsung aufweisen, auch die Eintrittswahrscheinlichkeiten im Produktinformationsblatt veröffentlichen. 

Das sind lobenswerte Schritte, der vielen Kritikern weitgehend den Wind aus den Segeln nehmen dürften. Was jetzt noch fehlt, sind die Eintrittswahrscheinlichkeiten für alle Zertifikate, die eine Barriere aufweisen und nicht nur für jene, die eine Mindest- oder Höchstverzinsung angeben. Damit wäre das Spektrum wesentlich breiter und würde nicht nur die kapitalgarantierten Emissionen umfassen. 

Endgültig verabschiedet soll der neue Fairness Kodex am kommenden Montag im Anschluß an die Jahrestagung des Verbands werden. Einen viel besseren Termin für eine derart wichtige Entscheidung hätte man wohl kaum wählen können: Am 15. September vor fünf Jahren meldete Lehman Brothers Insolvenz an. Die US-Investmentbank war zwar kein Verbandsmitglied, doch Zertifikate sind seither schwer in Verruf geraten. Vor allem, weil die Anleger in den Beratungsgesprächen meist nicht über das Ausfallrisiko des Emittenten informiert wurden, da hinter Zertifikaten gewöhnliche Inhaberschuldverschreibungen stehen.

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    14.09.2013, 2198 Zeichen

    Seit Jahren plädiere ich für mehr Transparenz beim Thema Zertifikate. Eine der Hauptforderungen war immer, dass die Emittenten ihre Kosten offenlegen. Das soll nun kommen - allerdings scheint der Schritt nicht ganz freiwillig.

    Der Druck war langsam zu groß, drohen doch von Seiten der Regulierer Produktverbote. An der Stelle war es vermutlich für die Branche besser, den Schritt zu gehen, gegen den sich viele Emittenten so lange gewehrt hatten. Der neue Fairness Kodex des Deutschen Derviate Verbands (DDV) schreibt einen umfassende Produkt- und Kostentransparenz vor. Die dem Verband angeschlossenen Emittenten verpflichten sich, den geschätzten Wert, den Issuer Estimated Value (IEV) auf den Produktinformationsblättern auszuweisen.

    Damit können die Anleger die Kosten nachvollziehen, die der Emittent für die Strukturierung des Zertifikats, die Absicherung, seine Marge sowie für Vertriebsprovisionen veranschlagt. Zudem sollen die Anbieter bei Anlageprodukten mit vollständigem Kapitalschutz, sofern sie eine Mindest- sowie eine Höchstverzinsung aufweisen, auch die Eintrittswahrscheinlichkeiten im Produktinformationsblatt veröffentlichen. 

    Das sind lobenswerte Schritte, der vielen Kritikern weitgehend den Wind aus den Segeln nehmen dürften. Was jetzt noch fehlt, sind die Eintrittswahrscheinlichkeiten für alle Zertifikate, die eine Barriere aufweisen und nicht nur für jene, die eine Mindest- oder Höchstverzinsung angeben. Damit wäre das Spektrum wesentlich breiter und würde nicht nur die kapitalgarantierten Emissionen umfassen. 

    Endgültig verabschiedet soll der neue Fairness Kodex am kommenden Montag im Anschluß an die Jahrestagung des Verbands werden. Einen viel besseren Termin für eine derart wichtige Entscheidung hätte man wohl kaum wählen können: Am 15. September vor fünf Jahren meldete Lehman Brothers Insolvenz an. Die US-Investmentbank war zwar kein Verbandsmitglied, doch Zertifikate sind seither schwer in Verruf geraten. Vor allem, weil die Anleger in den Beratungsgesprächen meist nicht über das Ausfallrisiko des Emittenten informiert wurden, da hinter Zertifikaten gewöhnliche Inhaberschuldverschreibungen stehen.

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