17.06.2013, 3073 Zeichen
Sehr geehrte Privatanleger,
heute Morgen war ich doch sehr erschrocken, als ich zufällig in Google-News schaute. Die USA wollen nun militärisch in Syrien eingreifen, weil dort angeblich von der Regierung Assad Giftgas eingesetzt worden sei. Noch vor wenigen Wochen hatte eine respektable Kommission der Vereinten Nationen unter Carla Ponti keinen Beweis dafür gefunden und sogar Hinweise dafür, dass die Rebellen solche Einsätze gefälscht haben.
Hatten wir das nicht schon einmal? Vor zehn Jahren im Irak? Musste da nicht der damalige Außenminister Colin Powell vor den Vereinten Nationen lügen, dass es klare Beweise für Massenvernichtungswaffen gebe. Man sah im an, wie sehr ihn die Lüge schmerzte. Aber die Weltpolitik ist genauso vergesslich wie die Börse.
Die Aggressivität, mit der die USA ihre Machtpolitik im Irak, in Libyen, Ägypten, Syrien und vielleicht auch im Fall des Iran – denn das wäre dann das nächste Ziel – betreiben, ist schon erschreckend. Mein Freund Andy Bacevich, (konservativer) Professor an der Boston University, berichtet, dass noch nie so viele geheime Militäraktionen ohne Information des Kongresses, noch nie so viele Drohneneinsätze geflogen worden sind wie unter Kriegsheld Obama. Das Land ist wirtschaftspolitisch am Ende, läuft nur noch mit gedrucktem Geld der Fed. Da bleibt nur noch die außenpolitische Expansion.
Was ist denn der „arabische Frühling“? Keine der Bewegungen hätte ohne westliche Interventionen gesiegt. Sicher gibt es viele unterdrückte Menschen in Arabien. Aber ist es eine Lösung, ein Land von einem autoritären Regime wieder in das Chaos zurückzubomben (Irak) oder in eine feudale Stammesgesellschaft (Afghanistan) zurückzuverwandeln?
In Libyen wurde die Bundesrepublik nach Aussage des ehemaligen Staatssekretärs im Bundesverteidigungsministerium Willy Wimmer gar nicht gefragt, ob man mitmachen wolle. Der Grund: die USA, England, Italien und Frankreich wollten die attraktiven Ölkonzessionen lieber unter sich aufteilen.
Auch in Europa läuft ein gigantisches Machtspiel, ein massiver Umverteilungspoker, wie ihn Hans-Werner Sinn nennt. Mein geschätzter Kollege Dirk Müller beschreibt das in seinem neuen Buch „Showdown“ sehr gut. Mit einzelnen Thesen mag er über das Ziel hinausschießen. Tatsache ist, dass viele Entscheidungen über Europa mittlerweile nicht mehr in Europa gefällt werden. Ach, hätten wir doch endlich die souveränen Vereinigten Staaten von Europa mit einem eigenen Machtpotential! Die gegenwärtige Schmierenkomödie ist das genaue Gegenteil.
Ich betrachte die Entwicklung mit großer Sorge.
Aber für Investoren heißt das: zunächst einmal gar nichts!
Wir können nichts anderes machen, als unser Vermögen richtig zu streuen (Gold gehört auf jeden Fall dazu und bei den jetzigen niedrigen Einkaufspreisen können Sie ja noch ein bisschen nachlegen) und die richtigen Einzeltitel auszusuchen.
Auf bestimmte Einzelevents- und Entwicklungen zu setzen, kann oftmals in die Hose gehen.
Ich bleibe also bei meinem Gold und meinen größtenteils europäischen Aktien.
Ihr
Prof. Dr. Max Otte
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