17.05.2013, 2260 Zeichen
Im Vorjahr endete die mäßig erfolgreiche Zusammenarbeit von ORF und Dominic Heinzl. Dessen vorabendliches Society-Format „Chili“ hatte sich als Quotenflop erwiesen. Seither ist Heinzl vom Bildschirm verschwunden - und die Branche rätselt: Wo wird der umstrittene Gesellschafts-Reporter anheuern?
ExtraDienst lüftet das Geheimnis – und nennt die einigermaßen unerwartete Auflösung: Heinzl wird bei keiner der bekannten heimischen TV-Stationen arbeiten, sondern bei einem neuartigen Online-Video-Projekt namens „Fastcast“. Das wurde von TV-Routinier Harald Hackenberg (vormals W1 und Puls 4) entwickelt und geht nächste Woche on air.
Das Projekt setzt voll auf Personalreduktion und Tempo: Eigens geschulte Außenreporter mit Hightech-Rucksäcken („Chatpacks“) berichten im Alleingang von Events und Ereignissen. Das Außergewöhnliche: Die Reporter sind mit einer zehn Kilo schweren, kompletten Tech-Ausrüstung unterwegs (siehe Foto), können ihre gefilmten und live besprochenen 70-Sekunden-Beiträge (in HD-Qualität) sofort auf der Homepage www.fastcast.at hochladen bzw. an Vertragspartner aus der Medienwelt versenden. Derzeit ist Hackenberg mit zahlreichen Verlagshäusern und Agenturen in Vertragsverhandlungen: „Dieses Konzept ist weltweit einzigartig und hat das Potenzial, den Journalismus zu verändern. Denn: Schnellere News als wir hat keiner.“
Grundsätzlich seien seine Reporter universell einsetzbar. „Vom Mordfall über Politik bis hin zur Vernissage – alles ist möglich“, sagt Hackenberg: „Ein Schwerpunkt wird aber sicher Society sein.“ Um diesen Bereich zu koordinieren, hat Hackenberg Heinzl an Bord geholt: „Er soll uns mit seiner Erfahrung helfen – und auch selbst Beiträge machen.“ Heinzl also mit raumfahrtähnlichem Rucksack als Ein-Mann-Team, etwa beim Lifeball? „Natürlich“, so Hackenberg, „Dominic hat bereits erste Versuche mit der Ausrüstung hinter sich.“ Zusätzlich zu den Event-Einsätzen werden derzeit auch Sendereihen auf www.fastcast.at für Heinzl konzipiert. Zur Diskussion steht etwa eine Art tagesaktuelles Frühstück-bei-mir-Format. Heinzls doppeldeutige Einschätzung des Highspeed-TV-Konzepts: „Fast Cast ist für mich die Zukunft!“
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Fastcast, Video
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