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13.05.2013, 3567 Zeichen

Die Party geht weiter – und Sie sind (hoffentlich) dabei ...

Sehr geehrte Privatanleger, 

an dieser Stelle habe ich Ihnen in den letzten Jahren immer wieder erläutert, dass Aktien billig sind. Alle langfristigen Bewertungsmaßstäbe deuten darauf hin. Ich habe zum Kauf empfohlen, als das keiner hören wollte. Nun ist der DAX auf ein neues Allzeithoch geklettert. Sie als Leser des Privatinvestors waren hoffentlich dabei. 

Sie wissen auch, dass die Geldschwemme und Niedrigzinspolitik der Notenbanken nur ein Faktor von vielen ist. Viel wichtiger ist, dass die Bewertungen wirklich im Keller waren und in vielen Fällen noch sind.

Der DAX ist als stärkster europäischer Index heute bestenfalls fair bewertet. Der faire Wert der 30 größten deutschen Unternehmen liegt bei mindestens 8000, vielleicht auch bei 9000 oder 10.000. Bei n-tv hatte ich daher vor einigen Monaten das „Kursziel 10.000“ ausgegeben. Sie wissen, dass ich „Kursziele“ eigentlich für den größten Humbug halte. Keiner kann sagen, wie weit die Psychologie der Börse die Kurse bewegt – im Positiven und im Negativen. Aber wenn die vielen Zurückgebliebenen jetzt die Aktie entdecken, sind 10.000 locker drin. 

So genau können die Bewertungen nicht sein, gerade wenn Sie besonders robuste langfristige Bewertungsmaßstäbe anwenden. Diese machen wir im IFVE, denn ich bin nicht an den Gewinnen der nächsten Quartale interessiert, sondern an den langfristig nachhaltigen Gewinnen.

Auch in einem fairen Index finden sich noch genug unterbewertete Titel, denn es handelt sich ja um einen Durchschnitt. Das sind dann natürlich oftmals die Titel, die derzeit völlig aus der Mode sind – wie im DAX zum Beispiel E.ON und RWE. Bei solchen „hässlichen“ Titeln scheuen sich viele Anleger, zuzugreifen, weil sie nicht über die notwendige Geduld verfügen. Auch mich kostete es Überwindung, als ich das vor gut einem halben Jahrzehnt lernen musste. Ich verdanke es Professor Bruce Greenwald von der Columbia University, Inhaber des einzigen Lehrstuhls für Value Investing auf der Welt.

Das der Index insgesamt bei Dividendenrenditen von um die vier Prozent nicht überbewertet ist, liegt auf der Hand. Noch lohnender ist es aber, sich Indizes anzuschauen, die im Schatten des DAX stehen, zum Beispiel den holländischen oder österreichischen Aktienmarkt. Beide Länder haben Volkswirtschaften, die es locker mit der deutschen Wirtschaft aufnehmen können. Beide Länder sind voll in die Weltwirtschaft integriert.

Und dennoch sind die Aktienmärkte dieser Länder um bis zur Hälfte billiger als der deutsche Aktienmarkt. Der Grund ist ein ganz einfacher: Internationale Investoren schauen auf die größte europäische Volkswirtschaft – Deutschland – und vergessen die guten Wirtschaften, die es sonst noch gibt.

In Holland gibt es viele sehr billige Unternehmen – die holländische PostNL (WKN: A1JJQC), deren Aktienpaket an TNT Express (WKN: A1JJP8) alleine deutliche mehr wert ist als derzeit das ganze Unternehmen an der Börse. Auch TNT Express selbst ist interessant, genau wie Nutreco (WKN: 907199). Wolters Kluwer (WKN: A0J2R1), BinckBank (WKN: A0LCQJ), KPN (WKN: 890963) und viele andere. Auch in Österreich sind viele Aktien noch extrem billig, etwa der gut aufgestellte Stahlkonzern Telekom Austria (WKN: 588811), der Versorger Verbund AG (WKN: 877738), Wienerberger (WKN: 852894) oder die Ölgesellschaft OMV (WKN: 874341).

Die Party kann also weitergehen. Ja, die Weltwirtschaft steht auf wackeligen Beinen. Aber Aktien kauft man dann, wenn sie billig sind.

Auf gute Investments,

Ihr

Prof. Dr. Max Otte

 



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Bildnachweis

1. Max Otte, http://www.privatinvestor.de . Hier mit einem Bild aus 2002, als Max Otte und ich eine lässige Wette laufen hatten.

Aktien auf dem Radar:AT&S, Lenzing, Strabag, Semperit, EuroTeleSites AG, Bajaj Mobility AG, FACC, VIG, Bawag, Uniqa, OMV, Rosgix, Mayr-Melnhof, Palfinger, Wienerberger, Zumtobel, Rosenbauer, Polytec Group, Gurktaler AG Stamm, BTV AG, BKS Bank Stamm, Amag, CPI Europe AG, Österreichische Post, Telekom Austria.


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