Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





Einschätzung Griechenland vs. Italien (Max Otte)

Magazine aktuell


#gabb aktuell



10.12.2012, 3105 Zeichen

(Autor: Max Otte)  Eurokrise – ist das Schlimmste vorüber?

Sehr geehrte Privatanleger,

derzeit gehen die Target-II-Salden der Europäischen Zentralbank, die den Ausfuhrüberschuss Deutschlands in die Südländer – aber auch deren Kapitalflucht – messen, zurück. Die Kapitalflucht aus dem Süden scheint vorerst gestoppt.

Auch einige Aktien und Länder scheinen sich gefangen zu haben – so etwa Griechenland. Hellenic Telecom (WKN: 903465), die ich an dieser Stelle gelegentlich als chancenorientierte Aktie ins Spiel gebracht hatte, ist von 1,00 € im Tief auf mittlerweile 4,12 € gestiegen. Ganz Griechenland scheint sich gefangen zu haben.

Mit Italien, einem anderen billigen Aktienmarkt, ist dies noch nicht der Fall. So hängen Mediaset (WKN: 901402) und Italcementi (WKN: 851435) immer noch ziemlich hinten. Aber auch Italien und andere Länder dürften irgendwann drehen – einfach, weil die Aktien dort so billig sind.

Energias de Portugal (WKN: 906980) beginnt zu steigen und ist sicher einen Blick wert. Wenn der chinesische Energiekonzern Three Gorges 21 Prozent des Kapitals vor einem Jahr zu 3,45 € je Aktie übernommen hat, so sind ca. 20 € derzeit wohl nicht zu viel.

Es kann durchaus sein, dass die europäische Wirtschaft wieder in Gang kommt. Allerdings: Wie haben wir Europa „gerettet“? Und was haben wir gerettet?

Und wir haben eben nicht „den Euro“ gerettet oder Europa vor einem Krieg bewahrt. Griechenland hatte einen Einbruch von 20 Prozent der Wirtschaftsleistung zu verkraften. Die Arbeitslosigkeit näher sich 30 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit 50 Prozent. Ebenso in Spanien. Sieht so eine Rettung aus?

„Gerettet“ haben wir die Gläubiger und die Finanzeliten – auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger im Norden UND im Süden. Und dafür haben wir unser Rechts- und Geldsystem zerstört! Mit Hilfe der Finanzrepression werden Sparerinnen und Sparer, Inhaber von Lebensversicherungen und anderen Finanztiteln schleichend enteignet. Das war sogar dem Spiegel schon eine Titelseite wert.

Vor einigen Tagen war ich mit Thomas Mayer, dem Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, auf einer Podiumsdiskussion. Er sagte nüchtern, dass wir in Europa das Modell einer unabhängigen Zentralbank wie der Bundesbank in das Modell einer französischen oder italienischen Zentralbank verwandeln würden. Auf meinen Einwurf, dass das ja schrecklich sei, antwortete er, dass er ja hier keine Wertung abgebe, sondern nur als Analytiker spreche.

Europa steht nicht schlecht da in der Welt. Und es kann durchaus sein, dass die Wirtschaft sich bald wieder einigermaßen fängt. Bezahlt hat das dann aber die Mittelschicht, während die Oberschicht von der Krise sogar noch profitiert hat.

Die „bürgerliche Gesellschaft“ war ein Traum des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts. Mittlerweile haben wir nahezu neofeudale Verhältnisse, und die Politik ist weitgehend machtlos. Erhalten wir uns unseren Rest Bürgerlichkeit, indem wir die Finanzmärkte verstehen und unser Vermögen so bewahren, dass auch uns ein ansatzweise unabhängiger Lebensstil möglich ist oder wird.

Auf gute Investments,

Ihr

Prof. Dr. Max Otte



BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

kapitalmarkt-stimme.at daily voice: ATX TR zum 35er heute mit schnellstem 1000er-Marken-Sprung ever und der WBI ist über 2000!




 

Bildnachweis

1.

Aktien auf dem Radar:UBM, Polytec Group, Amag, RHI Magnesita, Austriacard Holdings AG, SBO, ATX, ATX Prime, ATX TR, ATX NTR, Bawag, Mayr-Melnhof, Lenzing, voestalpine, Frequentis, Rosgix, AT&S, Palfinger, OMV, Kapsch TrafficCom, Agrana, Gurktaler AG VZ, SW Umwelttechnik, Wolford, Warimpex, Zumtobel, Pierer Mobility, FACC, Addiko Bank, Marinomed Biotech, Oberbank AG Stamm.


Random Partner

EXAA Abwicklungsstelle für Energieprodukte AG
Die EXAA Abwicklungsstelle für Energieprodukte AG ist die führende österreichische Energiebörse mit einer breiten heimischen sowie internationalen Kundenbasis und einem länderübergreifenden Produktportfolio. Die Energiebörse versteht sich als Partner für alle Akteure am europäischen Energiemarkt und erschließt kontinuierlich neue Geschäftsfelder, um weiter nachhaltig zu wachsen.

>> Besuchen Sie 62 weitere Partner auf boerse-social.com/partner




Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    #gabb #2010

    Featured Partner Video

    kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Der ATX Five hinkt weiterhin brutal hinterher, hat aber - relativ zum ATX - auch kein Aufholpotenzial

    kapitalmarkt-stimme.at daily voice auf audio-cd.at: Bis auf den ATX Five, der noch 20 Prozent von seinen Hochs entfernt ist, sind alle relevanten Austro-Indices auf High. Hat der ATX Five deshalb A...

    Books josefchladek.com

    Adriano Zanni
    Estratti di giorni cupi
    2025
    Boring Machines

    Jeff Mermelstein
    What if Jeff were a Butterfly?
    2025
    Void

    JH Engström
    Dimma Brume Mist
    2025
    Void

    Eliška Klimešová
    Women Readers
    2025
    Self published

    Thonet
    Stahlrohrmöbel (Catalogue 1934)
    1934
    Selbstverlag

    Einschätzung Griechenland vs. Italien (Max Otte)


    10.12.2012, 3105 Zeichen

    (Autor: Max Otte)  Eurokrise – ist das Schlimmste vorüber?

    Sehr geehrte Privatanleger,

    derzeit gehen die Target-II-Salden der Europäischen Zentralbank, die den Ausfuhrüberschuss Deutschlands in die Südländer – aber auch deren Kapitalflucht – messen, zurück. Die Kapitalflucht aus dem Süden scheint vorerst gestoppt.

    Auch einige Aktien und Länder scheinen sich gefangen zu haben – so etwa Griechenland. Hellenic Telecom (WKN: 903465), die ich an dieser Stelle gelegentlich als chancenorientierte Aktie ins Spiel gebracht hatte, ist von 1,00 € im Tief auf mittlerweile 4,12 € gestiegen. Ganz Griechenland scheint sich gefangen zu haben.

    Mit Italien, einem anderen billigen Aktienmarkt, ist dies noch nicht der Fall. So hängen Mediaset (WKN: 901402) und Italcementi (WKN: 851435) immer noch ziemlich hinten. Aber auch Italien und andere Länder dürften irgendwann drehen – einfach, weil die Aktien dort so billig sind.

    Energias de Portugal (WKN: 906980) beginnt zu steigen und ist sicher einen Blick wert. Wenn der chinesische Energiekonzern Three Gorges 21 Prozent des Kapitals vor einem Jahr zu 3,45 € je Aktie übernommen hat, so sind ca. 20 € derzeit wohl nicht zu viel.

    Es kann durchaus sein, dass die europäische Wirtschaft wieder in Gang kommt. Allerdings: Wie haben wir Europa „gerettet“? Und was haben wir gerettet?

    Und wir haben eben nicht „den Euro“ gerettet oder Europa vor einem Krieg bewahrt. Griechenland hatte einen Einbruch von 20 Prozent der Wirtschaftsleistung zu verkraften. Die Arbeitslosigkeit näher sich 30 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit 50 Prozent. Ebenso in Spanien. Sieht so eine Rettung aus?

    „Gerettet“ haben wir die Gläubiger und die Finanzeliten – auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger im Norden UND im Süden. Und dafür haben wir unser Rechts- und Geldsystem zerstört! Mit Hilfe der Finanzrepression werden Sparerinnen und Sparer, Inhaber von Lebensversicherungen und anderen Finanztiteln schleichend enteignet. Das war sogar dem Spiegel schon eine Titelseite wert.

    Vor einigen Tagen war ich mit Thomas Mayer, dem Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, auf einer Podiumsdiskussion. Er sagte nüchtern, dass wir in Europa das Modell einer unabhängigen Zentralbank wie der Bundesbank in das Modell einer französischen oder italienischen Zentralbank verwandeln würden. Auf meinen Einwurf, dass das ja schrecklich sei, antwortete er, dass er ja hier keine Wertung abgebe, sondern nur als Analytiker spreche.

    Europa steht nicht schlecht da in der Welt. Und es kann durchaus sein, dass die Wirtschaft sich bald wieder einigermaßen fängt. Bezahlt hat das dann aber die Mittelschicht, während die Oberschicht von der Krise sogar noch profitiert hat.

    Die „bürgerliche Gesellschaft“ war ein Traum des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts. Mittlerweile haben wir nahezu neofeudale Verhältnisse, und die Politik ist weitgehend machtlos. Erhalten wir uns unseren Rest Bürgerlichkeit, indem wir die Finanzmärkte verstehen und unser Vermögen so bewahren, dass auch uns ein ansatzweise unabhängiger Lebensstil möglich ist oder wird.

    Auf gute Investments,

    Ihr

    Prof. Dr. Max Otte



    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    kapitalmarkt-stimme.at daily voice: ATX TR zum 35er heute mit schnellstem 1000er-Marken-Sprung ever und der WBI ist über 2000!




     

    Bildnachweis

    1.

    Aktien auf dem Radar:UBM, Polytec Group, Amag, RHI Magnesita, Austriacard Holdings AG, SBO, ATX, ATX Prime, ATX TR, ATX NTR, Bawag, Mayr-Melnhof, Lenzing, voestalpine, Frequentis, Rosgix, AT&S, Palfinger, OMV, Kapsch TrafficCom, Agrana, Gurktaler AG VZ, SW Umwelttechnik, Wolford, Warimpex, Zumtobel, Pierer Mobility, FACC, Addiko Bank, Marinomed Biotech, Oberbank AG Stamm.


    Random Partner

    EXAA Abwicklungsstelle für Energieprodukte AG
    Die EXAA Abwicklungsstelle für Energieprodukte AG ist die führende österreichische Energiebörse mit einer breiten heimischen sowie internationalen Kundenbasis und einem länderübergreifenden Produktportfolio. Die Energiebörse versteht sich als Partner für alle Akteure am europäischen Energiemarkt und erschließt kontinuierlich neue Geschäftsfelder, um weiter nachhaltig zu wachsen.

    >> Besuchen Sie 62 weitere Partner auf boerse-social.com/partner




    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      #gabb #2010

      Featured Partner Video

      kapitalmarkt-stimme.at daily voice: Der ATX Five hinkt weiterhin brutal hinterher, hat aber - relativ zum ATX - auch kein Aufholpotenzial

      kapitalmarkt-stimme.at daily voice auf audio-cd.at: Bis auf den ATX Five, der noch 20 Prozent von seinen Hochs entfernt ist, sind alle relevanten Austro-Indices auf High. Hat der ATX Five deshalb A...

      Books josefchladek.com

      Tenmei Kanoh
      New York 1969
      2014
      Ishi Inc.

      Thonet
      Stahlrohrmöbel (Catalogue 1934)
      1934
      Selbstverlag

      Livio Piatti
      Schtetl Zürich
      2001
      Offizin Verlag

      Bernhard Fuchs
      Heustock
      2025
      Verlag der Buchhandlung Walther König

      Erich Einhorn
      Im Flug nach Moskau
      1959
      Artia