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#gabb aktuell



01.05.2012, 3426 Zeichen

Der 1. Mai hat für mich eine besondere Bedeutung. Nicht, dass die Beflaggung von Wiener Gemeindebauten oder Amtsgebäuden oder das Geschenk eines weiteren Feiertags besonders freudige Empfindungen oder Erinnerungen bei mir hervorrufen würde. Nein, der „Tag der Arbeit“ bringt mich schon zum 2. Mal in meinem Leben dazu, besonders intensiv über die Förderung und Stärkung des Kapital(-marktes) nachzudenken und dafür einzutreten. Welch Ironie.

Rückblende: 30. April 2001. Die Marktkapitalisierung der Wiener Börse lag bei € 28,3 Mrd., die Monatsumsätze bei € 895,5 Mio. und der ATX schloss bei 1.219,35 Punkten. Mit 1. Mai 2001 begann ich meine Tätigkeit als Geschäftsführer des Aktienforums, die ich bis Ende August 2010 ausüben sollte. Dazwischen ist die Marktkapitalisierung auf bis zu € 170,3 Mrd. (Ultimo Oktober 2007), die Monatsumsätze auf € 19,2 Mrd. (März 2007) und der ATX auf 4.967,61 (Ultimo 15.Juni 2007) gestiegen. Ende August 2010 betrug die Marktkapitalisierung noch € 77,8 Mrd., der Monatsumsatz lag bei € 4,3 Mrd. und der ATX stand bei 2.402,02 Punkten.

Zeitsprung: 30. April 2012. Die Marktkapitalisierung liegt bei € 70, 5 Mrd., der Monatsumsatz bei € 3,5 Mrd. und der ATX schließt bei 2118,94 Punkten. Mit 1. Mai 2012 beginne ich als Blogger auf christian-drastil.com zu schreiben. Kommt auch jetzt die nächste Bullen-Rallye in Wien?

Die All-Time-Highs in Wien werden wir so rasch nicht wieder sehen, auch wenn ich mich auch diesmal wieder bemühen werde im Rahmen meiner Möglichkeiten die vielen positiven Aspekte von Kapitalmärkten zu betonen: Voraussetzung für Finanzierung von Innovation und Wachstum einer entwickelten Volkswirtschaft, wichtiger Bestandteil der Beteiligung von Mitarbeitern am Unternehmenserfolg und unverzichtbare Säule der Altersversorgung einer von Überalterung bedrohten Gesellschaft. Davon bin ich weiterhin überzeugt, trotz Finanzkrise, bzw. genau auch wegen dieser. Sie hat uns unter anderem auch gezeigt, dass ohne funktionierende Kapitalmärkte die Finanzierung der leistungsfähigsten und innovativsten Unternehmen bedroht ist, mit all den negativen Auswirkungen auf Wachstum und Beschäftigung. Mit staatlichen Interventionen lassen sich Kapitalmärkte nicht substituieren.

Bin ich Zweckoptimist? Vielleicht, aber ein Beispiel für Weitblick und Vernunftbegabung lässt diese Hoffnung gut begründen. CalPERS, der Pensionsfond der Öffentlich-Bediensteten Kaliforniens würde 1932, also mitten in der Großen Depression gegründet, um die damals noch stärker als heute belasteten öffentlichen Haushalte zu entlasten und auch die Pensionsvorsorge von aktuellen realwirtschaftlichen Schwankungen unabhängig zu machen. Den 2. Weltkrieg, den Vietnamkrieg, das Ende von Bretton-Woods, die Ölpreisschocks der 1970er, die Rezession der 1980er, das Platzen der New-Economy-Bubble und selbst die Finanzkrise 2007 hat CalPERS er- und überlebt. Die durchschnittliche monatliche Pension betrug auch 2011 US $ 2.330, im Vergleich: eine durchschnittliche ASVG-Pension beträgt bei uns € 872.

Die USA der 1930er Jahre sind schwer mit Österreich des Jahre 2012 vergleichbar. Dennoch gilt heute wie damals, dass es zur Nutzung des Kapitalmarktes als Instrument der Unternehmensfinanzierung, der Altersversorgung und des Kapitalaufbaus keine bessere Alternative gibt. Die Argumente dafür werde ich versuchen als Blogger in Zukunft zu liefern. Ich freue mich daher auf (hoffentlich) viele Tage der Arbeit.


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Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Treasury & Finance Convention Podcast: Barbara Jakob (Bauer AG) bei der #tfc26 #tfckompakt




 

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1. Bildschirmfoto 2012-04-30 um 17.17.53

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