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ATX & Co.: 3 Dinge, die mich am 11.4. überrascht haben …

Magazine aktuell


#gabb aktuell



11.04.2012, 3593 Zeichen

3. … dass die Geschichte mit den Schlusskurs-Volumsspitzen munter weitergeht. Heute war es die Telekom Austria, die 52 Prozent ihres Tagesvolumens in der abendlichen Auktion gemacht hat. Vor allem US-Investoren dürften dem Fliesshandel mittlerweile ausweichen

2. … dass die ATX-Marke von 2000 Punkten offenbar stärker ist als der MA200. Man hat heute schon gesehen, dass das ein guter Floor ist. Freilich erfolgte die Gegenbewegung nach oben mit sehr schwachem Volumen

1. … dass meine BE-Kollegin Bettina Schragl und ich uns heute aus Termingründen mit unseren Kommentaren im BE-PDF erstmals nicht abgesprochen haben, löste zwei fast gleichlautende Texte aus ...

Bettina hat folgendes geschrieben: "Ein Verbündeter mehr. Ein neuer Verbündeter für Faymann, Schieder und Fekter: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban, bekannt für seine kreativen Steuerideen, die österreichischen Banken ordentliche Verluste einbringen und das Land immer stärker isolieren, will jetzt auch eine Finanztransaktionssteuer (FTS) einführen - und zwar gleich ab dem nächsten Jahr, berichten ungarische Medien.  Mit den Einnahmenschätzungen zeigt sich die Regierung Orban noch fantasievoller als das österreichische Pendant: Umgerechnet bis zu 340 Mio. Euro könnten derart in den ungarischen Haushalt gespült werden, so die Vorstellung. In Österreich sind ja 500 Mio. Euro bereits fix eingeplant - ein Betrag, den Ökonomen nicht mal kumuliert auf Dreijahres-Sicht für realistisch halten. Rein runtergebrochen auf den Aktienmarkt sind die Ungarn - gemessen am Handelsvolumen im März - übrigens rund ein Sechstel von Wien... Mit Fantastillionen ist anscheindend leicht Politik zu machen, Steuerkeulen leicht zu schwingen. Apropos Keule: Staatssekretär Schieder meint im „Kurier“, es sei nicht der Zeitpunkt, das Projekt FTS abzublasen. Vielmehr winkt er mit der „Veto-Keule“ Österreichs bei anderen EU-Entscheidungen.  Was Ungarn anbelangt, so besteht aufgrund der bisherigen Vorgehensweise kein Zweifel, dass Orban vor einem Alleingang nicht zurückscheut. Was Österreich anbelangt, macht sich - im Gegensatz etwa zu Deutschland - leider auch immer stärker eine Trotzhaltung breit."

Mein Text war dieser: "Mehrfach Fremdschämen. Es ist mitunter schon sehr unangenehm, mitzuverfolgen, wie sehr sich Faymann, Fekter, Spindelegger, Schieder & Co. um die europäische Vorreiterschaft in Sachen Finanzmarkt-Bashing bemühen. Da spielt wirklich schon Fremdschämen mit. Insofern kann man froh sein, dass es das Orban-Ungarn gibt, dort ist alles noch viel schlimmer. Banken werden diesen Satz jetzt nicht zwingend komisch finden, da es letztendlich sie trifft ( ... er ist auch nicht komisch, sondern einzig eine Erleichterung, was das Fremdschämen betrifft). Leider sind Steuerträumereien extrem schädlich für die Wirtschaft, die abwürgende Wirkung wird aber von den Protagonisten nicht erkannt oder bewusst in Kauf genommen. Trifft man die Banken, trifft man die Bürger. Milliardentrickser wie Herr Bruno Iksil finden hingegen immer Schlupflöcher. Und Leute wie er lassen auch für die Finanzindustrie Fremdschämen."

Unterschiede zwischen den beiden Texten? Kaum. Wir denken ziemlich gleich und sind halt die Minderheit (auch in "Wirtschaftsjournalistenkreisen"; unglaublich, was manche "Wirtschaftszeitungen" für einen Stuss schreiben). Im Unterschied zu Bettina habe ich noch zusätzlich Spindelegger aufgelistet; unglaublich, dass der Chef ein "Wirtschaftspartei" sich gerade bei der FTS kämpferisch zeigt. Es regiert das populistische Manifest.

E-mails an: me@christian-drastil.com
Noch ein paar “3 Dinge” … bzw. “Drastil fragt: ….



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