07.03.2026, 4043 Zeichen
Newmont hat 2025 ein Rekordjahr hingelegt – mit einem Cashflow, der selbst für den weltgrößten Goldproduzenten außergewöhnlich war. Doch 2026 startet holprig: Geopolitische Spannungen, ein Produktionsrückgang und eine milliardenschwere Investition in Argentinien setzen die neue CEO unter Druck. Hinzu kommt ein massiver Kursrutsch Anfang März.
Im Februar 2026 legte Newmont Zahlen vor, die neue Maßstäbe setzen: 7,3 Milliarden US-Dollar freier Cashflow für das Gesamtjahr 2025, davon allein 2,8 Milliarden im vierten Quartal. Die operative Leistung umfasste 5,9 Millionen Unzen Gold, 28 Millionen Unzen Silber und 135.000 Tonnen Kupfer.
Mit den Einnahmen reduzierte das Unternehmen seine Schulden um 3,4 Milliarden Dollar und schloss das Jahr mit einer Netto-Cash-Position ab. CEO Natascha Viljoen betonte, dass zusätzlich 3,4 Milliarden Dollar an die Aktionäre zurückflossen – ein klares Signal der finanziellen Stärke. Für das vierte Quartal 2025 wurde eine Dividende von 0,26 US-Dollar je Aktie angekündigt, zahlbar am 26. März 2026.
Eine der wichtigsten strategischen Entscheidungen des Jahres: Newmont investiert rund 800 Millionen Dollar in die Erweiterung der Mine Cerro Negro in Argentinien. Das Projekt soll die Lebensdauer der Mine über 2035 hinaus verlängern und ist auf sechs Jahre angelegt.
Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der viele Bergbauunternehmen Investitionen in politisch volatilen Regionen zurückhaltend bewerten. Für Viljoen, die erst seit Januar 2026 als erste Frau an der Spitze des Konzerns steht, ist es ein Bekenntnis zu langfristigem Wachstum – aber auch ein Risiko.
Für 2026 erwartet Newmont einen Rückgang der Goldproduktion auf 5,3 Millionen Unzen. Gleichzeitig steigen die All-in-Sustaining-Kosten auf etwa 1.680 Dollar je Unze. Ein wesentlicher Grund: Die Mine Boddington in Australien wurde durch Buschbrände im Dezember 2025 beschädigt. Kritische Wasserinfrastruktur fiel aus, die Anlage läuft seitdem mit reduzierter Kapazität. Allein im ersten Quartal 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Ausfall von rund 60.000 Unzen.
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Die Produktion wird zudem stark auf das zweite Halbjahr konzentriert sein – 52 Prozent der Jahresleistung sollen dann anfallen, getrieben von Boddington, Tanami, Lihir, Cerro Negro und Peñasquito.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor: Der Streit mit Joint-Venture-Partner Barrick Gold. Barrick plant einen Börsengang seiner nordamerikanischen Goldanlagen, darunter Anteile an Nevada Gold Mines. Newmont pocht auf bestehende Vertragsklauseln und kritisiert die Wertentwicklung des Gemeinschaftsunternehmens.
Analysten bleiben gespalten. JPMorgan startete die Coverage mit "Overweight" und erwartet ein Produktionswachstum auf sechs Millionen Unzen bis 2029. Bernstein stufte auf "Outperform" hoch und verweist auf die enge Korrelation zum Goldpreis. BMO Capital hingegen senkte das Kursziel von 145 auf 140 Dollar und verwies auf hohe Kosten sowie einen Rückgang der Goldreserven um zwölf Prozent.
Am 3. März 2026 brach die Aktie um 7,80 Prozent ein – deutlich stärker als der Branchendurchschnitt. Auslöser waren sinkende Goldpreise, der Ex-Dividendentag sowie geopolitische Sorgen. Die nächste Quartalsvorlage ist für den 23. April 2026 angesetzt. Bis dahin wird sich zeigen, ob die neue Führung die strukturellen Herausforderungen meistern kann – und ob das Goldpreisumfeld mitspielt.
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