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Nahrungsergänzungsmittel: Markt boomt, Verbraucherschützer warnen ( Finanztrends)

20.03.2026, 3413 Zeichen

Der Markt für Vitaminpillen und Mineralstoffkapseln in Deutschland wächst ungebremst. Aktuelle Daten zeigen ein Umsatzplus von fast fünf Prozent auf rund 1,78 Milliarden Euro. Gleichzeitig häufen sich die Warnungen von Verbraucherschützern vor irreführender Werbung und Gesundheitsrisiken.

Milliardenschwerer Markt trotz Krise

Trotz Inflation und wirtschaftlicher Unsicherheit legte der Markt für Nahrungsergänzungsmittel (NEM) kräftig zu. Das Marktforschungsinstitut Mintel beziffert das Wachstum auf 4,8 Prozent. Treiber ist ein gesunkenes Gesundheitsempfinden: Gaben 2021 noch 55 Prozent der Deutschen an, sich gesund zu fühlen, waren es 2023 nur noch 48 Prozent.

Besonders gefragt sind Vitamin D, Vitamin C und Multivitaminpräparate. Bei den Mineralstoffen führt Magnesium die Beliebtheitsskala an. Immer mehr Nutzer greifen täglich zu: Der Anteil stieg von 28 Prozent im Jahr 2020 auf 33 Prozent im Jahr 2023. Die Prognosen bleiben sonnig – bis 2028 erwarten Analysten ein Umsatzplus von weiteren 15 Prozent.

Drei Trends prägen die Zukunft

Die Branche setzt auf drei Megatrends. Erstens: personalisierte Ernährung. Verbraucher wollen Produkte, die auf ihren individuellen Lebensstil oder ihre Gene zugeschnitten sind.

Zweitens boomen pflanzliche und nachhaltige Inhaltsstoffe. Die wachsende Zahl von Vegetariern und Veganern treibt die Nachfrage nach Alternativen, etwa für Omega-3-Fettsäuren aus Algen statt aus Fisch.

Drittens rücken mentale Gesundheit und Konzentration in den Fokus. In einer stressigen Welt steigt die Nachfrage nach sogenannten Adaptogenen und Nootropika, die Stimmung und Fokus verbessern sollen. Auch das Thema Darmgesundheit bleibt mit Pro- und Präbiotika ein Dauerbrenner.

Verbraucherschützer schlagen Alarm

Doch der Boom hat Schattenseiten. Verbraucherzentralen kritisieren scharf: Viele Kunden glauben fälschlicherweise, Nahrungsergänzungsmittel würden wie Arzneimittel staatlich auf Wirksamkeit geprüft. Das ist nicht der Fall. Die Verantwortung liegt allein beim Hersteller, Behörden kontrollieren nur stichprobenartig.

Immer wieder warnen Experten vor irreführenden Werbeversprechen in sozialen Medien. Von "Immunboostern" bis zu unrealistischen Abnehmversprechen – oft fehlt der wissenschaftliche Beleg. Ein weiteres Problem sind Überdosierungen. Das Verbrauchermagazin "Ökotest" fand etwa in vielen Vitamin-D-Präparaten zu hohe Dosierungen für die eigenständige Einnahme. Rückrufe wegen Verunreinigungen oder illegaler Substanzen sind keine Seltenheit.

Wann sind Pillen wirklich sinnvoll?

Ernährungsexperten betonen: Für die meisten gesunden Menschen sind die Produkte überflüssig. Eine ausgewogene Ernährung deckt den Nährstoffbedarf in der Regel problemlos. Ernährungsfehler lassen sich nicht mit Pillen ausgleichen.

Doch es gibt Ausnahmen. Bestimmte Personengruppen profitieren von einer gezielten Ergänzung – nach ärztlicher Rücksprache. Dazu gehören Schwangere mit ihrem erhöhten Folsäurebedarf oder Veganer, die Vitamin B12 zuführen müssen. Auch bei nachgewiesenen Mangelzuständen, etwa an Eisen oder Vitamin D, ist die Einnahme medizinisch sinnvoll.

Wie geht es weiter? Die alternde Gesellschaft wird die Nachfrage nach Produkten für Knochen und Gelenke steigern. Gleichzeitig wächst der Druck auf Hersteller, die Wirksamkeit ihrer Mittel besser zu belegen. Für Verbraucher bleibt der Rat: Werbeversprechen kritisch hinterfragen und im Zweifel lieber den Arzt oder Apotheker fragen.


(20.03.2026)

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