25.03.2026, 3162 Zeichen
Rund 21 Prozent im Minus seit Jahresbeginn — und trotzdem stuft die Bank of America Microsoft mit einem Kursziel von 500 Dollar als Kauf ein. Das impliziert ein Aufwärtspotenzial von 31 Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau. Hinter dieser Einschätzung steckt mehr als bloßer Optimismus.
Die Analysten von BofA Securities verweisen auf die Fundamentaldaten: Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 erzielte Microsoft einen Umsatz von 81,3 Milliarden Dollar — ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch beeindruckender: Der Nettogewinn kletterte um 60 Prozent auf 38,5 Milliarden Dollar. Das verbleibende Auftragsvolumen im Geschäftskundenbereich (Commercial RPO) verdoppelte sich auf 625 Milliarden Dollar. Besonders letztere Zahl signalisiert, wie tief Microsoft bereits in den Budgets seiner Unternehmenskunden verankert ist.
Die Aktie notiert aktuell nahe ihrem 52-Wochen-Tief — der Abstand zum Oktober-Hoch von 557 Dollar ist erheblich.
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CEO Satya Nadella hat gleichzeitig die Führungsstruktur neu geordnet. Judson Althoff übernimmt als CEO des Commercial Business, das mittlerweile mehr als 75 Prozent des Gesamtumsatzes ausmacht. Im Gaming-Bereich tritt Asha Sharma die Nachfolge des scheidenden Phil Spencer an — mit dem Auftrag, nach der 69-Milliarden-Dollar-Übernahme von Activision Blizzard das Geschäft auf Cloud-Abonnements und plattformübergreifende Titel auszurichten.
Auf Produktebene wird der Copilot-Bereich in vier Säulen aufgeteilt: Nutzererfahrung, Plattform, Microsoft-365-Anwendungen und eigene KI-Modelle. Mit der Einstellung von Ali Farhadi, dem früheren Leiter des Allen Institute for AI, stärkt Microsoft seine interne Modellentwicklung. Der bisherige Standalone-Dienst wurde direkt in Office integriert — neue, höherpreisige Microsoft-365-Tarife bündeln diese Funktionen. Rund 15 Millionen zahlende Nutzer hat Copilot bereits erreicht.
Für die nötige Rechenkapazität hat Microsoft ein 700-Megawatt-Rechenzentrum in Abilene, Texas geleast — ein Objekt, das ursprünglich für Oracle und OpenAI vorgesehen war. Die Investitionsausgaben haben sich im Quartalsvergleich auf 29,9 Milliarden Dollar nahezu verdoppelt.
Das Verhältnis zu OpenAI bleibt dabei ein Unsicherheitsfaktor. In einem Pre-IPO-Filing vom 23. März 2026 nannte OpenAI die Abhängigkeit von Microsoft explizit als Risikofaktor. Microsoft hält zwar 27 Prozent an OpenAI, sieht aber einen 50-Milliarden-Dollar-Cloud-Vertrag des KI-Partners mit einem Konkurrenten als möglichen Verstoß gegen die exklusive Partnerschaft — ein Konflikt, der die strategische Allianz belasten könnte.
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