25.03.2026, 3233 Zeichen
Sechs Tage. So viel Zeit bleibt noch, um einen Tarifstreit zu lösen, der über 1.500 Arbeitsplätze und die Zukunft der südafrikanischen Ferrochromproduktion entscheiden könnte. Glencores Ferrolegierungssparte hat unmissverständlich signalisiert: Ohne Einigung bis zum 31. März werden Entlassungen eingeleitet.
Der staatliche Energieversorger Eskom hat dem Glencore-Merafe-Gemeinschaftsunternehmen einen Rabatttarif von 62 Cent pro Kilowattstunde angeboten — deutlich weniger als der im Januar genehmigte Übergangstarif von 87,74 Cent. Das klingt nach einem substanziellen Entgegenkommen. Das Problem liegt nicht im Preis selbst, sondern in den Nebenkonditionen.
Glencore Ferroalloys-Chef Japie Fullard erklärte, einige Bedingungen des Pakets seien für das Unternehmen nicht akzeptabel — ohne die strittigen Punkte öffentlich zu benennen. Dabei sind die wirtschaftlichen Schwellen klar: Das Lion-Schmelzwerk benötigt Kosten von 87 Cent pro Kilowattstunde, um die Gewinnschwelle zu erreichen. Die Werke in Boshoek und Wonderkop — beide bereits stillgelegt — brauchen die volle Absenkung auf 62 Cent, um überhaupt rentabel betrieben werden zu können.
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Der Kontext macht die Tragweite deutlich. Südafrika kontrolliert rund 80 Prozent der weltweit bekannten Chromreserven, hat die Führungsposition als größter Ferrochromhersteller jedoch längst an China verloren. Der Grund: Strompreise, die seit 2008 um mehr als 900 Prozent gestiegen sind und heute bis zu 40 Prozent der Produktionskosten ausmachen.
Aktuell sind landesweit nur noch 11 von 66 Schmelzwerken in Betrieb. Ohne staatliche Intervention könnte die aktive Kapazität 2026 auf eine Million Tonnen pro Jahr sinken — bei einer installierten Kapazität von 4,8 Millionen Tonnen. Samancor Chrome hat bereits Entlassungen angekündigt und begründet dies damit, dass die Bedingungen des Angebots die langfristige Lebensfähigkeit der Branche gefährden. Die Solidaritätsgewerkschaft schätzt, dass sektorweit bis zu 7.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen.
Auch Eskom hat erhebliches Eigeninteresse an einer Einigung: Eine Rückkehr von Glencore-Merafe und Samancor würde dem hoch verschuldeten Versorger — rund 372 Milliarden Rand Schulden — jährliche Mehrverkäufe von 12,8 Terawattstunden sichern.
Die Glencore-Aktie hat sich in diesem Jahr mit einem Plus von rund 30 Prozent stark entwickelt und notiert heute auf einem neuen 52-Wochen-Hoch von 6,15 Euro. Ob das operative Fundament diesen Aufwärtstrend trägt, hängt auch davon ab, wie die Verhandlungen in Südafrika ausgehen. Scheitert eine Einigung bis zum 31. März, drohen nicht nur Entlassungen, sondern ein weiterer Rückzug aus einer Sparte, die bereits erheblich zurückgebaut wurde.
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