09.03.2026, 3236 Zeichen
Münchener Rück feiert den höchsten Gewinn der Firmengeschichte und schüttet über 5 Milliarden Euro an Aktionäre aus. Doch während die Bilanz für 2025 glänzt, mehren sich die Fragezeichen: Sinkende Preise in der Schaden-Rückversicherung und ein schwächeres Schlussquartal deuten auf härtere Zeiten voraus.
Mit 6,1 Milliarden Euro Nettogewinn übertraf der Konzern 2025 zum fünften Mal in Folge die eigene Prognose. Die Eigenkapitalrendite erreichte 18,3 Prozent – weit oberhalb der anvisierten 14 bis 16 Prozent. Das fünfjährige Strategieprogramm „Ambition 2025" schloss der Rückversicherer damit erfolgreich ab: Der Gewinn je Aktie legte im Schnitt um 18,8 Prozent pro Jahr zu, die Dividende sogar um 19,6 Prozent jährlich.
Der Vorstand schlägt nun eine Dividende von 24 Euro je Aktie vor – deutlich über der Analystenschätzung von 21,86 Euro. Zusätzlich sollen eigene Aktien im Wert von bis zu 2,25 Milliarden Euro zurückgekauft werden. Die gesamte Kapitalrückführung summiert sich auf 5,3 Milliarden Euro.
Die Erfolgsmeldung hat allerdings Kratzer. Bei den Vertragserneuerungen zum Jahresbeginn 2026 sank das gezeichnete Volumen in der Schaden-Rückversicherung um 7,8 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro. Münchener Rück verzichtete bewusst auf Geschäft, das die eigenen Renditeanforderungen nicht erfüllte. Das Preisniveau im Portfolio blieb zwar insgesamt solide, dennoch gaben die Preise um 2,5 Prozent nach.
Die Strategie lautet nun: Qualität vor Quantität. In einem Markt mit sinkendem Preisniveau setzt der Konzern auf Disziplin statt blindes Wachstum. Das vierte Quartal 2025 untermauert diese Vorsicht: Der Nettogewinn fiel auf 945 Millionen Euro, verglichen mit 1,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Währungseffekte durch den schwächeren Dollar belasteten zusätzlich.
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Mit „Ambition 2030" setzt Münchener Rück auf Diversifikation und Technologie. Bis Ende des Jahrzehnts strebt der Konzern eine Eigenkapitalrendite von über 18 Prozent und ein jährliches Gewinnwachstum je Aktie von durchschnittlich über 8 Prozent an. Bei der Erstversicherungstochter Ergo sollen bis 2030 rund 1.000 Stellen wegfallen – vor allem in Callcentern, Schadenbearbeitung und Schriftgutverwaltung. Künstliche Intelligenz übernimmt zunehmend repetitive Aufgaben.
Für 2026 peilt der Konzern einen Nettogewinn von 6,3 Milliarden Euro an. Der vollständige Geschäftsbericht erscheint am 18. März und wird zeigen, wie tragfähig die Margen in einem weicheren Marktumfeld bleiben. Trotz Rekordgewinn und großzügiger Ausschüttung bleibt die Frage, ob Münchener Rück das Tempo in einem Markt mit sinkendem Preisniveau halten kann.
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