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17.01.2026, 6622 Zeichen

Nach Jahren der Superlative tritt der Kryptomarkt in eine völlig neue Phase ein. Rekorde sind zwar weiterhin möglich, doch der Ton hat sich verändert: Die Euphorie ist zurückgegangen, dafür werden die Grundlagen auf die Probe gestellt. Für 2026 rückt damit nicht mehr die große Kursfantasie in den Vordergrund, sondern mehr die Frage, welche Rolle Kryptowährungen langfristig im Finanzsystem spielen können.

Abschied von der großen Euphorie

 Noch vor wenigen Jahren gehörten Prognosen von 300.000 US Dollar oder gar 500.000 US Dollar pro Bitcoin zum festen Inventar vieler Marktkommentare. Diese Zeit scheint vorerst einmal vorbei. Für das kommende Jahr überwiegt bei Analysten und Marktbeobachtern eine nüchternere Sicht. Der Kryptomarkt ist erwachsener geworden und mit ihm die Erwartungen. Statt grenzenlosem Optimismus geht es zunehmend um Rahmenbedingungen: Geldpolitik, Regulierung und realen Nutzen.

Ganz ohne neue Höchststände soll es dennoch nicht gehen. Große Investmenthäuser rechnen weiterhin mit steigenden Kursen, wenn auch in moderatem Ausmaß. Goldman Sachs erwartet für 2026 einen Bitcoin Preis von bis zu 150.000 US Dollar. JP Morgan hält sogar 170.000 US Dollar für möglich. Standard Chartered hat seine frühere 300.000 US Dollar Prognose allerdings halbiert. Die Botschaft dahinter ist eindeutig: Der Markt bleibt chancenreich, aber weniger überschäumend. Wobei natürlich fairerweise gesagt werden muss: Ein Anstieg auf 150.000 US Dollar würde bedeuten, dass der Preis um mehr als 50.000 US Dollar steigt.

Rückblick auf ein prägendes Jahr

Der Blick zurück auf 2025 verdeutlicht diesen Wandel. Damals erreichte der Bitcoin zeitweise Kurse von rund 126.000 US Dollar, nur um anschließend deutlich nachzugeben. Trotz dieser Schwankungen gilt das Jahr als Meilenstein für Kryptowährungen. Sie haben sich weiter in Richtung etablierte Anlageklasse bewegt.

Kapitalmarktexperte Chris-Oliver Schickentanz von der Capitell AG bringt es so auf den Punkt: „2025 war das Jahr, indem sich der Bitcoin als eigenständige Anlageklasse etabliert hat. Das lag im Wesentlichen am Siegeszug der ETFs, also von liquiden und sehr kostengünstigen Produkten, die die Wertentwicklung von Bitcoin nachbilden.“ Diese Produkte haben den Zugang für institutionelle und private Investoren erheblich vereinfacht und die Investorenbasis verbreitert.

Zudem hat sich der Blick auf die Kryptowährungen auch verändert. Heute ist der Bitcoin nicht mehr das klassische Spekulationsobjekt, sondern wird immer häufiger als Zahlungsmittel eingesetzt. So etwa im Bereich Gaming und Online Shopping. Auch die Zahl der Online Casinos, die den Bitcoin akzeptieren, ist stark gestiegen. Hier gibt es BTC Casinos im detaillierten Vergleich. Wer plant, ein Konto in einem Krypto Casino zu eröffnen, sollte im Vorfeld überprüfen, welches Angebot zur Verfügung gestellt wird und ob der Anbieter auch seriös ist.

Die Macht der Notenbanken

 Gleichzeitig hat das Jahr 2025 gezeigt, wie empfindlich der Kryptomarkt auf geldpolitische Signale reagiert. Als klar wurde, dass die US Notenbank die Zinsen weniger stark senken würde als erhofft, kam es zu deutlichen Kursverlusten. Kryptowährungen profitieren traditionell von niedrigen Zinsen, weil sie dann als Alternative zu klassischen Anlageformen attraktiver erscheinen.

Für 2026 sieht Timo Emden von Emden Research hier ein erhebliches Risiko: „Ganz klar, vor allen Dingen riskante Anlageklassen wie etwa der Bitcoin können natürlich angesichts von Zinsenttäuschungen entsprechend unter die Räder kommen.“ Es sei keineswegs sicher, dass die Federal Reserve ihren Lockerungskurs fortsetzt. Jede Abweichung von den Markterwartungen könne erneut starke Ausschläge auslösen.

Während die Geldpolitik also für Unsicherheit sorgt, könnte ausgerechnet die Regulierung für mehr Stabilität sorgen. In den USA arbeitet der Gesetzgeber an einer umfassenden Neuregelung für Kryptowährungen. Ziel ist es, klare Vorgaben zu schaffen, wie digitale Assets klassifiziert, gehandelt und überwacht werden. Auch die Zuständigkeiten zwischen der Börsenaufsicht SEC und der Derivateaufsicht CFTC sollen neu geordnet werden.

Ursprünglich war geplant, diese Fragen bereits 2025 zu klären. Nun wird erst im neuen Jahr im US Senat darüber abgestimmt. Dennoch gilt die Richtung als vorgegeben. Adrian Fritz von 21shares fasst die Entwicklung so zusammen: „Es wird weniger streng“: Die geplanten Regeln würden Rechtssicherheit schaffen und es institutionellen Investoren erleichtern, strukturiert in den Markt einzusteigen.

Politische Risiken bleiben

 Trotzdem ist die neue Klarheit alles andere als ein Freifahrtschein. Fritz warnt vor politischen Unwägbarkeiten, insbesondere im Zusammenhang mit den US-Zwischenwahlen. „Die anstehenden US Midterm Elections könnten die Krypto-Debatte wieder politisieren und kurzfristig für Volatilität sorgen, je nach Mehrheitsverhältnis im Kongress.“ Hinzu kommen globale Faktoren wie geopolitische Spannungen oder anhaltend hohe Zinsen, die jederzeit für neue Verwerfungen sorgen können.

Grundsätzlich bleibt auch ein altbekanntes Risiko bestehen: Übertreibung. „Krypto ist zwar reifer geworden, aber nicht komplett frei von Spekulationsphasen“, so Fritz. Der Markt mag professioneller sein als früher, doch emotionale Überhitzung gehört weiterhin zum Gesamtbild.

Ein zentraler Unterschied zu früheren Zyklen liegt jedoch im wachsenden praktischen Nutzen. Immer mehr Unternehmen setzen Krypto-Technologie nicht mehr nur als Investmentvehikel ein, sondern als Teil ihrer Infrastruktur. Besonders im Bereich der dezentralen Finanzdienstleistungen, bekannt als Decentralized Finance, entstehen neue Anwendungen.

Fritz beobachtet hier eine zunehmende Professionalisierung: „Wir sehen zum Beispiel zum Beispiel mehr Unternehmen, die Krypto-Infrastruktur produktiv einsetzen.“ Ob Zahlungsabwicklung, Abwicklung von Verträgen oder neue Formen der Kreditvergabe - Kryptowährungen und Blockchain-Technologie dringen langsam in reale Geschäftsprozesse vor.

Ein Markt auf dem Prüfstand

 All das führt zu einem klaren Fazit: 2026 dürfte für Kryptowährungen weniger ein Jahr des Hypes als vielmehr eines der Bewährungsproben werden. Kursgewinne sind möglich, aber sie hängen stärker denn je von soliden Rahmenbedingungen ab. Verlässliche Regulierung kann Vertrauen schaffen, während Geldpolitik und Geopolitik jederzeit neue Unsicherheit bringen.

Der Kryptomarkt ist damit an einem Punkt angekommen, an dem nicht mehr allein Visionen zählen, sondern belastbare Strukturen. Für Anleger bedeutet das: weniger Träumerei, mehr Analyse. Und genau darin könnte die größte Chance für die nächste Phase der digitalen Finanzwelt liegen.



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