27.03.2026, 3649 Zeichen
Barrick Mining erlebt den stärksten monatlichen Kursrückgang seit Jahren. Rund 22 Prozent hat die Aktie allein im März verloren — mehr als der Goldpreis selbst. Hinter dem Ausmaß des Einbruchs steckt mehr als nur ein schwächeres Edelmetallumfeld.
Warum die Aktie stärker fällt als Gold
Der zentrale Auslöser ist ein verändertes makroökonomisches Bild. Steigende Ölpreise und anhaltender Inflationsdruck wecken Spekulationen über weitere Zinserhöhungen der US-Notenbank. Höhere Zinsen machen Staatsanleihen und Sparkonten attraktiver — auf Kosten von Gold.
Seit dem Rekordhoch bei 5.242 US-Dollar je Unze am 10. März hat Gold rund 11,5 Prozent nachgegeben. Barricks Aktie verlor im gleichen Zeitraum 18,3 Prozent. Diese Diskrepanz erklärt sich teilweise durch Silber: Seit seinem Hoch bei 89,59 Dollar je Unze ist Silber um über 20 Prozent eingebrochen. Da Barrick beide Metalle fördert, behandelt der Markt die Aktie derzeit eher wie einen Silberproduzenten — mit entsprechend höherem Abschlag.
Hinzu kommt ein schwächerer Produktionsausblick. Für 2026 erwartet Barrick einen Rückgang der Goldförderung auf 2,9 bis 3,25 Millionen Unzen, nach 3,26 Millionen Unzen im Vorjahr. Bereits 2025 markierte das sechste Jahr in Folge mit rückläufiger Produktion — auf dem niedrigsten Stand seit mindestens 25 Jahren.
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Dividende und Rückkäufe als Gegengewicht
Trotz der operativen Belastungen hat Barrick seine Ausschüttungspolitik zuletzt deutlich gestärkt. Die Dividende wurde um 140 Prozent auf 0,42 US-Dollar je Aktie angehoben, was einer Rendite von rund 2,28 Prozent entspricht. Neu ist auch die strukturelle Grundlage: Ab dem vierten Quartal 2025 zielt das Unternehmen auf eine Gesamtausschüttung von 50 Prozent des freien Cashflows — bestehend aus einer fixen Quartalsdividende von 0,175 Dollar und einer variablen Jahreskomponente.
Parallel dazu kaufte Barrick im Gesamtjahr 2025 rund 51,9 Millionen eigene Aktien zurück — etwa 3 Prozent des Streubesitzes — für insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar.
Analysten bleiben konstruktiv
CIBC senkte das Kursziel von 71 auf 67 US-Dollar, behielt aber die Einstufung „Outperformer" bei. Canaccord reduzierte sein Ziel von 80 auf 77 kanadische Dollar, hält ebenfalls an „Buy" fest. Beide Häuser begründen die Anpassungen mit dem schwächeren Produktionsausblick sowie höheren Kosten und Investitionsausgaben für 2026 bis 2028.
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Mittelfristig sieht das Bild etwas freundlicher aus. Bis 2029 plant Barrick eine Steigerung der Goldproduktion auf 3,4 bis 3,75 Millionen Unzen. Gleichzeitig treibt das Unternehmen die Abspaltung seiner nordamerikanischen und karibischen Goldaktiva voran, um sich stärker auf Wachstumsprojekte wie die Kupfermine Lumwana in Sambia und Reko Diq in Pakistan zu konzentrieren. Nevada Gold Mines bleibt dabei das Herzstück: Ein Analyst von RBC Capital Markets schätzt, dass dieser Komplex allein rund 60 Prozent von Barricks Marktwert ausmacht. CIBC rechnet damit, dass Investoren 2026 verstärkt auf Titel mit Aufholpotenzial setzen werden — und sieht Barrick dafür gut positioniert.
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