09.03.2026, 3322 Zeichen
RWE legt am Mittwoch seine Jahreszahlen vor – normalerweise Routine für einen DAX-Konzern. Doch diesmal ist die Ausgangslage eine andere: Das Bundeskartellamt wirft dem Essener Energieversorger marktbeherrschende Stellung vor, zeitgleich nimmt ein milliardenschweres Offshore-Projekt in Großbritannien Fahrt auf. Die Zahlen dürften zeigen, ob der Konzern finanziell robust genug ist, um beide Herausforderungen zu meistern.
Kartellamt attestiert zu viel Marktmacht
Das Timing könnte kaum ungünstiger sein. Kurz vor der Bilanzvorlage hat das Bundeskartellamt in seinem sechsten Marktmachtbericht eine deutliche Diagnose gestellt: RWE verfügt zusammen mit LEAG und EnBW über erhebliche Marktmacht im deutschen Strommarkt. Der Grund liegt im Paradox der Energiewende – gerade weil alte Kohlekraftwerke vom Netz gingen, wurde das relative Gewicht der verbleibenden RWE-Anlagen größer.
Die Behörde misst Marktmacht daran, wie oft ein Erzeuger unverzichtbar für die Stromversorgung ist. Bei RWE lag dieser Wert zwischen 4,3 und 11,1 Prozent der Jahresstunden – deutlich über der kritischen Schwelle von fünf Prozent. Die rechtliche Konsequenz: Marktbeherrschende Kraftwerksbetreiber dürfen Kapazitäten nicht gezielt zurückhalten, um Preise zu treiben. Eine kurzfristige Entspannung der Lage ist laut Kartellamt nicht absehbar, da neue Kraftwerke erst in Jahren ans Netz gehen.
Offshore-Milliarde für britische Windparks
Während in Deutschland regulatorischer Druck wächst, setzt RWE auf internationale Expansion. Für das 1.380-Megawatt-Projekt Norfolk Vanguard West erteilte der Konzern einen festen Auftrag an Vestas – 92 Turbinen des Typs V236-15.0 MW sollen ab 2029 rund 1,5 Millionen britische Haushalte mit Strom versorgen.
Die Finanzierung steht: Ein Contract for Difference garantiert 91,20 Pfund je Megawattstunde, die Investmentgesellschaft KKR übernimmt 50 Prozent der Projektkosten. Das entlastet die RWE-Bilanz, auf der zuletzt eine Nettoverschuldung von 15,7 Milliarden Euro stand. Die finale Investitionsentscheidung soll im Sommer fallen.
Anzeige
Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Rwe?
Was die Zahlen zeigen müssen
Am 12. März wird der Markt genau hinsehen, ob die operative Basis trägt. RWE hat seinen Investitionsrahmen bis 2030 von 45 auf 35 Milliarden Euro reduziert – ein Zugeständnis an die Kapitalmarkt-Realität. Ab 2028 sollen drei Viertel des operativen Ergebnisses aus Wind- und Solarenergie stammen, was stabilere Cashflows verspricht.
Das laufende Aktienrückkaufprogramm über 1,5 Milliarden Euro stützt den Kurs, der seit Jahresanfang um gut zwölf Prozent zulegte. Für die Hauptversammlung Ende April schlägt der Vorstand eine Dividende von 1,20 Euro je Aktie vor.
Die Jahreszahlen werden zeigen müssen, ob RWE genug Spielraum hat, um gleichzeitig regulatorischen Druck im Heimatmarkt zu bewältigen und die Offshore-Expansion zu stemmen. Der Konzern steht vor einer Gratwanderung – mit begrenztem Netz.
Anzeige
Rwe-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Rwe-Analyse vom 9. März liefert die Antwort:
Die neusten Rwe-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Rwe-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 9. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Rwe: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...
Wiener Börse Party #1187: ATX schwächer, Index Entries für Innio, Space X (global market) und Emerald Horizon; gute Start-Entwicklung
Bildnachweis
1.
Trading
Aktien auf dem Radar:AT&S, Frequentis, Telekom Austria, Amag, Semperit, EuroTeleSites AG, DO&CO, Rosgix, CPI Europe AG, CA Immo, Lenzing, SBO, voestalpine, Andritz, Porr, SW Umwelttechnik, Wolford, Warimpex, Österreichische Post, UBM, Zalando, Siemens Energy, Microsoft, IBM, Caterpillar, salesforce.com, Fresenius Medical Care, adidas, Vonovia SE, Rheinmetall, BASF.
Random Partner
Matejka & Partner
Die Matejka & Partner Asset Management GmbH ist eine auf Vermögensverwaltung konzentrierte Wertpapierfirma. Im Vordergrund der Dienstleistungen stehen maßgeschneiderte Konzepte und individuelle Lösungen. Für die Gesellschaft ist es geübte Praxis, neue Herausforderungen des Marktes frühzeitig zu erkennen und entsprechende Strategien zu entwickeln.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» ATX schwächer und der neue, alte IPO-Index ist wieder in Rennen (Podcast)
» Wiener Börse Party #1187: ATX schwächer, Indexaufnahme für Innio, Space ...
» Wiener Börse zu Mittag schwächer: Bajaj Mobility, Frequentis und UBM ges...
» Raiffeisen Zertifikate krönt sich zum 20. Mal in Folge – die Ergebnisse ...
» Musikbranche ohne Filter: Sebastian Kuck sagt, was junge Musiker über da...
» Österreich-Depots: Weekend Bilanz (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 26.6.: Kapsch (Börse Geschichte) (BörseGeschichte)
» Emerald Horizon feiert starkes Börsendebüt – ATX gibt nach und Addiko-Üb...
» Emerald Horizon debütiert im Fließhandel an der Wiener Börse – CEO Flori...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- (Christian Drastil)
- ATX schwächer und der neue, alte IPO-Index ist wi...
- Wiener Börse Party #1187: ATX schwächer, Indexauf...
- AT&S-Aufsichtsrätin Gertrude Tumpel-Gugerell verk...
- Neue Bilder: Sabina Haas, Florian Wagner, Silvia ...
- Wiener Börse zu Mittag schwächer: Bajaj Mobility,...
Featured Partner Video
D&D Research Rendezvous #22: Gunter Deuber mit Blick auf den ATX, besonderen Blick auf AT&S, dazu Notenbanken, Standort, KI und Treasury
Gunter Deuber, Head of Raiffeisen Research, gibt bei Christian Drastil erneut ein Update: Das durchaus volatile 2. Quartal neigt sich zu Ende, wie blickt er auf die Aktienmärkte und den ATX? Welche...
Books josefchladek.com
Ralph Gibson
The Somnambulist
1970
Lustrum Press
Harry Gruyaert
Irish Summers
2020
Gallery Fifty One
Anton Bruehl
Mexico
1933
Delphic Studios
