26.03.2026, 3422 Zeichen
Strategy hält inzwischen mehr als 3 % aller jemals verfügbaren Bitcoin — und genau das macht das Unternehmen zur Zielscheibe. Kritiker aus der Krypto-Community werfen dem Unternehmen vor, Bitcoins Kernprinzip der Dezentralisierung zu untergraben. Gleichzeitig drückt ein massiver Buchverlust auf die Aktie.
Veteran-Investor greift Saylor an
Am 25. März veröffentlichte Investor Dixon eine vielbeachtete Kritik: Strategy habe sich „effektiv mit Wall-Street-Anreizen verbunden, einschließlich kurzfristiger Handelsdynamiken und potenzieller Kursmanipulation." Das widerspreche dem Grundprinzip dezentraler Eigentumsstrukturen außerhalb traditioneller Finanzsysteme. Dixon fordert eine Rückkehr zur Selbstverwahrung und langfristigen Haltestrategie statt institutioneller Akkumulation über Unternehmensstrukturen.
Die Kritik trifft einen wunden Punkt. Bereits 2025 stellte MSCI öffentlich infrage, ob Unternehmen wie Strategy — mit mehr als 50 % der Vermögenswerte in Bitcoin — noch als operative Unternehmen in großen Indizes geführt werden sollten. Eine Entscheidung hat MSCI bislang vertagt.
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44 Milliarden Dollar für mehr Bitcoin
Trotz der Gegenwind-Signale beschleunigt Strategy das Tempo. Am 23. März legte das Unternehmen per Form 8-K ein neues Kapitalrahmenprogramm offen: 21 Milliarden Dollar über Stammaktien, 21 Milliarden über STRC-Vorzugsaktien sowie potenziell weitere 2,1 Milliarden über die STRK-Vorzugsserie — insgesamt bis zu 44,1 Milliarden Dollar. Als neue Vertriebsagenten wurden Moelis & Company, A.G.P./Alliance Global Partners und StoneX Financial hinzugefügt; die Gesamtzahl der Agenten steigt damit auf 19.
Gleichzeitig wurde die Kapitalstruktur umgebaut: Die genehmigten STRC-Vorzugsaktien wurden von rund 70,4 Millionen auf 282,6 Millionen Stück erhöht, während die STRK-Autorisierung von 269,8 Millionen auf 40,3 Millionen Stück schrumpfte. STRC wird damit klar zum primären Finanzierungsinstrument.
Verluste und gespaltene Analysten
Die Rechnung für die aggressive Akkumulation ist sichtbar. Strategy hält seine 762.099 Bitcoin zu einem durchschnittlichen Einstandspreis von 75.694 Dollar — und sitzt damit derzeit auf einem Buchverlust von rund 10 %. Die Aktie notiert etwa 69 % unter ihrem Allzeithoch, was Fragen zur Tragfähigkeit des Modells aufwirft. Finanziert über kontinuierliche Aktienausgaben, wird die Strategie bei niedrigeren Bitcoin-Kursen zunehmend verwässernd für bestehende Aktionäre.
Das formale Analysten-Konsens bleibt trotzdem bullisch: 14 Analysten empfehlen den Kauf, das durchschnittliche 12-Monats-Kursziel liegt bei 374 Dollar. Gleichzeitig ist der Short-Anteil auf über 13 % gestiegen — ein deutliches Zeichen, dass ein wachsender Teil des Marktes gegen die Aktie positioniert ist. Texas Capital erwartet für 2026 rund 17 Milliarden Dollar an neuen Kapitalmaßnahmen, warnt aber ausdrücklich vor Strategys Abhängigkeit von externer Finanzierung, da Bitcoin keine laufenden Erträge generiert.
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