28.03.2026, 2394 Zeichen
Die Kosten für die Absicherung von Oracle-Anleihen gegen einen Zahlungsausfall haben am Freitag Mehrjahreshochs erreicht. Das ist ein ungewöhnliches Signal für ein Unternehmen, das gleichzeitig einen Auftragsbestand von 553 Milliarden Dollar vorweisen kann.
Wenn Wachstum teuer wird
Hinter dem Anstieg der Credit Default Swaps steckt ein strukturelles Problem: Oracle hat sich mit über 104 Milliarden Dollar verschuldet, um Rechenzentren und Hardware für das KI-Geschäft zu finanzieren. Diese Strategie zahlt sich operativ aus — das Cloud-Segment wuchs zuletzt um 21,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für das laufende vierte Quartal erwartet das Unternehmen einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 1,96 und 2,00 Dollar.
Trotzdem wächst die Skepsis am Markt. Steigende CDS-Spreads signalisieren, dass Investoren die Bilanz zunehmend kritisch bewerten — unabhängig davon, wie gut das operative Geschäft läuft. Hinzu kommen mehrere laufende Sammelklagen, die das Risikoprofil zusätzlich belasten.
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Institutionelle Investoren uneins
Auch unter institutionellen Anlegern gibt es keine einheitliche Linie. Net Worth Advisory Group stockte seine Oracle-Position zuletzt um 428,5 Prozent auf rund 5.021 Aktien auf. Generali Investments CEE hingegen trennte sich von 7.468 Aktien.
Auf der operativen Seite setzt Oracle weiter auf Expansion: Ein neues Büro mit rund 10.800 Quadratmetern in Nashville soll die wachsende Cloud-Belegschaft aufnehmen. Zudem hat das Unternehmen eine Vereinbarung mit Veritone abgeschlossen, die ihre KI-Workloads künftig auf Oracle Cloud Infrastructure betreiben wird.
Die Aktie notiert seit Jahresbeginn rund 28 Prozent im Minus und liegt damit deutlich unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Ob Oracle seinen gewaltigen Auftragsbestand schnell genug in freien Cashflow umwandeln kann, um den Schuldendruck zu entschärfen, wird die entscheidende Frage für die Kursentwicklung in den kommenden Quartalen sein.
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