16.03.2026, 3154 Zeichen
Ein spürbarer Gewinneinbruch zwingt Daimler Truck zu harten Einschnitten. Während das Unternehmen in Deutschland 5.000 Arbeitsplätze streicht, fließen gleichzeitig Milliarden in einen neuen Aktienrückkauf. Dieser starke Kontrast zwischen Sanierungsdruck und Aktionärspflege prägt die aktuelle Lage des Nutzfahrzeugherstellers.
Nordamerika bremst das Geschäft
Verantwortlich für den Gewinnrückgang um 19 Prozent auf 3,78 Milliarden Euro im abgelaufenen Jahr war vor allem der wichtige nordamerikanische Markt. Dort brach der Absatz um mehr als ein Viertel ein. Weltweit verkaufte der Konzern acht Prozent weniger Lastwagen und Busse. Die operative Marge im Industriegeschäft schrumpfte entsprechend auf 7,8 Prozent.
Um diesem Trend entgegenzuwirken, greift das Management nun durch. Das Programm „Cost Down Europe“ soll bis 2030 über eine Milliarde Euro einsparen. Allein im laufenden Jahr sind Nettoeinsparungen von mindestens 250 Millionen Euro fest eingeplant, wobei Effizienzsteigerungen in Produktion und Verwaltung im Zentrum stehen.
Dividende und Rückkäufe stützen
Trotz der operativen Delle hält das Unternehmen an einer stabilen Dividende von 1,90 Euro fest. Zudem startet am heutigen Montag ein neues Aktienrückkaufprogramm. Bis März 2028 will Daimler Truck eigene Papiere im Wert von bis zu zwei Milliarden Euro vom Markt nehmen. Die erste Tranche umfasst ein Volumen von 400 Millionen Euro.
Diese kapitalfreundlichen Maßnahmen stützen den Kurs sichtlich. Mit einem Schlusskurs von 42,57 Euro am Freitag verzeichnet das Papier seit Jahresbeginn ein Plus von gut 13 Prozent. Ein weiterer Lichtblick ist der Auftragseingang. Im vierten Quartal 2025 kletterten die Bestellungen um 13 Prozent nach oben, was den Gesamtjahreswert leicht ins Plus drehte.
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Analysten uneins über weiteres Potenzial
Für das neu angelaufene Geschäftsjahr 2026 rechnet das Management mit einem bereinigten operativen Ergebnis zwischen 3,2 und 3,7 Milliarden Euro. Die Expertenmeinungen zur weiteren Kursentwicklung gehen angesichts der gemischten Signale weit auseinander:
- Warburg Research: Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 49 Euro (zuvor 53 Euro)
- JPMorgan: „Overweight“ mit einem Kursziel von 47 Euro
- Bernstein Research: „Underperform“ mit einem Kursziel von 32 Euro
Die massive Diskrepanz der Kursziele spiegelt die aktuelle Übergangsphase des Konzerns wider. Gelingt es Daimler Truck, die Kosten in Europa zügig zu senken und vom anziehenden Auftragseingang zu profitieren, rückt das obere Ende der Gewinnprognose in greifbare Nähe. Die ersten Effekte des heute gestarteten Aktienrückkaufs bilden dabei ein solides Fundament für die weitere Kursentwicklung.
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