15.03.2026, 4941 Zeichen
Deutschlands Spargelbauern melden einen außergewöhnlich frühen Saisonstart. Dank milder Temperaturen sprießen die ersten Stangen bereits Mitte März. Für Verbraucher bedeutet das: Rechtzeitig zu Ostern gibt es reichlich heimisches Gemüse. Doch hinter der guten Ernte lauern hohe wirtschaftliche Hürden für die Landwirte.
Turbostart auf den Feldern
Die Witterung der letzten Monate war ideal. Ein trockener Herbst und kalte Wintertage ließen die Pflanzen viel Energie in den Wurzeln speichern. Der jähe Wechsel zu frühlingshafter Wärme gibt nun den Startschuss für massives Wachstusm.
Anzeige
Steigende Kosten im Agrarsektor und neue gesetzliche Vorgaben machen eine präzise Kalkulation für Betriebe überlebenswichtig. Dieser kostenlose Ratgeber unterstützt Sie dabei, Ihre Ausgaben für Energie, Reinigung und Instandhaltung rechtssicher zu erfassen. Gratis-Report mit klaren Umlageregeln jetzt herunterladen
Experten des Verbands Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE) rechnen ab dem 20. März mit signifikanten Erntemengen. Warme Böden und Folienabdeckungen beschleunigen das Austreiben zusätzlich. Auch in norddeutschen Anbaugebieten wie Beelitz zeigt sich die Entwicklung rasant.
"Die Kulturen profitieren enorm von den vielen Sonnenstunden", bestätigt Spargelbauer Arne Garlipp aus Tangerhütte. VSSE-Geschäftsführer Simon Schumacher prognostiziert zudem eine sehr hohe Qualität. Die Stangen sollen in diesem Jahr besonders zart ausfallen.
Was kostet das Edelgemüse?
Die entscheidende Frage für Verbraucher: Wie entwickeln sich die Preise? Zu Saisonbeginn liegt das Niveau erfahrungsgemäß am höchsten. Für weißen Spargel der Handelsklasse 1 werden derzeit zwischen 15 und 18 Euro pro Kilogramm verlangt. In Premium-Regionen können es kurzzeitig auch über 20 Euro sein.
Doch Verbandsvertreter betonen die Stabilität. "Die Preise bleiben weitgehend stabil", so Simon Schumacher. Preisbewusste Käufer finden zudem Alternativen: Bruch- oder Suppenspargel gibt es vielerorts für unter 10 Euro das Kilo.
Regionale Unterschiede sind spürbar. Im Großraum München liegt das Saisonmittel voraussichtlich über 13 Euro, in Franken knapp unter 12 Euro. Spreewaldbauer Karl-Heinz Ricken schließt moderate Anpassungen von fünf bis sechs Prozent nicht aus. "Das ist zur Deckung der Betriebskosten nötig", erklärt er. In der Hauptsaison im Mai werden die Preise dann voraussichtlich sinken.
Der Kampf mit den Kosten
Hinter der positiven Ernte lauern massive wirtschaftliche Herausforderungen. Der größte Kostentreiber sind die Personalkosten. Seit dem Jahreswechsel gilt ein Mindestlohn von 13,90 Euro – ein Schlag besonders für kleinere Betriebe.
Ernst-August Winkelmann vom Klaistower Spargelhof kritisiert das System. Es benachteilige leistungsstarke Erntehelfer, die früher leistungsbezogen nach Kilogramm bezahlt wurden. Die hohen Fixkosten zwingen immer mehr Landwirte zur Flächenreduzierung oder gar Aufgabe.
Die Statistik zeigt den drastischen Strukturwandel. In Brandenburg schrumpfte die Spargelfläche auf rund 3.400 Hektar. Vor ohne zehn Jahren waren es noch über 4.500 Hektar. Andere Bundesländer verzeichnen ähnliche Rückgänge. Die Branche setzt zwar auf Mechanisierung, doch das empfindliche Gemüse muss weiter überwiegend von Hand gestochen werden.
Anzeige
Der steigende Mindestlohn und komplexe Dokumentationspflichten stellen Arbeitgeber vor immer größere bürokratische Hürden. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie die Arbeitszeiten Ihrer Mitarbeiter ab 2025 gesetzeskonform und effizient erfassen. Kostenlose Mustervorlagen für die Arbeitszeiterfassung sichern
Regional oder importiert?
Bereits in den vergangenen Wochen lag Importware aus Griechenland, Spanien oder Peru in den Supermärkten. Sie ist oft günstiger, hat aber erhebliche ökologische Nachteile.
Der ökologische Fußabdruck von peruanischem Spargel, der per Luftfracht kommt, fällt verheerend aus. Auch der massive Wasserverbrauch in trockenen Anbauregionen steht in der Kritik. Heimischer Spargel punktet mit kurzen Transportwegen, was Klima und Vitamine schont.
Der Gartenbauverband Brandenburg ruft Verbraucher deshalb auf, die regionale Saison bewusst zu unterstützen. So stärke man die heimische Landwirtschaft und die Versorgungssicherheit vor Ort.
Gesundes Gemüse bis Johanni
Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist Spargel ein Gewinn. Das Gemüse besteht zu über 90 Prozent aus Wasser und ist mit etwa 15 bis 20 Kilokalorien pro 100 Gramm extrem kalorienarm. Es liefert wichtige Vitamine wie C, E und B-Vitamine sowie Mineralstoffe wie Kalium.
Experten heben die verdauungsfördernde und harntreibende Wirkung hervor. Grüner Spargel, der über der Erde wächst, weist sogar noch höhere Vitamin-C-Werte auf als die weiße Variante.
Die Saison endet traditionell am 24. Juni, dem Johannistag. Bis dahin bleibt den Konsumenten reichlich Zeit, das regionale Frühlingsgemüse zu genießen. Die Pflanze benötigt die Sommermonate, um Kraft für die Ernte im nächsten Jahr zu tanken.
Börsepeople im Podcast S24/21: Hugo Brock
Bildnachweis
1.
Trading
Aktien auf dem Radar:AT&S, UBM, Strabag, Zumtobel, Lenzing, Agrana, Uniqa, Wolford, RBI, OMV, Porr, Palfinger, Fabasoft, Rosgix, Erste Group, Kapsch TrafficCom, Polytec Group, Wiener Privatbank, Warimpex, Frauenthal, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Amag, CA Immo, EuroTeleSites AG, CPI Europe AG, Österreichische Post, Semperit, Telekom Austria, Deutsche Post, Caterpillar.
Random Partner
Semperit
Die börsennotierte Semperit AG Holding ist eine international ausgerichtete Unternehmensgruppe, die mit ihren beiden Divisionen Semperit Industrial Applications und Semperit Engineered Applications Produkte aus Kautschuk entwickelt, produziert und in über 100 Ländern weltweit vertreibt.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Deutsche Telekom, Polytec, Therese Fran...
» Börsepeople im Podcast S24/21: Hugo Brock
» Österreich-Depots: Ultimo April-Bilanz (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 30.4.: MAI, S Immo (Börse Geschichte) (BörseGeschichte)
» Nachlese: Robert Halver (audio cd.at)
» PIR-News: Zahlen von Polytec und Erste Group, Research zu Post und Asta ...
» ATX zum Ultimo zunächst schwächer– Polytec setzt sich Ziel für die Aktie...
» Wiener Börse Party #1146: ATX zum Ultimo zunächst leichter, Polytec top ...
» Wiener Börse zum Ultimo Mittag etwas leichter: Polytec, Frequentis und A...
» ATX-Trends: Andritz, Warimpex, Palfinger, Bawag ...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Fear of missing out und Jumping the ship bei wiki...
- Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Deutsche Telekom...
- wikifolio Champion per ..: Michael Bichlmeier mit...
- Börsepeople im Podcast S24/21: Hugo Brock
- Wie Ibiden Co.Ltd, 3D Systems, RTL Group, Noratis...
- Wie JinkoSolar, Deutsche Post, Erste Group, Polyt...
Featured Partner Video
Wiener Börse Party #1141: ATX leicht schwächer, Bajaj Mobility gesucht, CEO Gottfried Neumeister mit Update zum Transformationsprozess
Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...
Books josefchladek.com
Pierre Bost
Photographies Modernes Présentées par Pierre Bost
1927
Librairie des arts Décoratifs
Siri Kaur
Sistermoon
2025
Void
Jack Davison
13–15 November. Portraits: London
2026
Helions
