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Sempra Energy Aktie: 65 Milliarden Dollar-Offensive ( Finanztrends)

26.02.2026, 5398 Zeichen

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Sempra Energy hat am Donnerstag ein Investitionsprogramm von 65 Milliarden Dollar für die Jahre 2026 bis 2030 vorgelegt – 9 Milliarden Dollar mehr als im Vorjahresplan. Über 95 Prozent dieser Summe fließen in regulierte Versorgungsinfrastruktur in Texas und Kalifornien. Das Energieinfrastruktur-Unternehmen aus San Diego will damit seine Transformation vom diversifizierten Energiekonzern zum klassischen Versorgungsunternehmen beschleunigen.

Die Aktie reagierte positiv und legte im vorbörslichen Handel um 1,75 Prozent auf 96,15 Dollar zu. Mit einem 52-Wochen-Hoch von 97,45 Dollar ist das Papier nahe am Jahreshöchststand. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf 62,7 Milliarden Dollar.

Solide Bilanz, schwaches Schlussquartal

Das Geschäftsjahr 2025 schloss Sempra mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 4,69 Dollar ab – ein Plus gegenüber 4,65 Dollar im Jahr 2024. Der GAAP-Gewinn fiel dagegen deutlich von 2,817 Milliarden auf 1,796 Milliarden Dollar, was vor allem auf regulatorische Rückstellungen von 457 Millionen Dollar zurückzuführen ist.

Das vierte Quartal enttäuschte allerdings: Der Umsatz erreichte lediglich 3,75 Milliarden Dollar statt der erwarteten 4,25 Milliarden Dollar – ein Minus von knapp 12 Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,28 Dollar, unter dem Vorjahreswert von 1,50 Dollar, übertraf aber die Analystenschätzung von 1,23 Dollar. Der GAAP-Gewinn brach von 665 Millionen auf 352 Millionen Dollar ein.

Texas als Wachstumsmotor

Das Herzstück der Wachstumsstrategie liegt in Texas. Für die Oncor-Sparte sind 47,5 Milliarden Dollar eingeplant – 11 Milliarden Dollar mehr als zuvor. Die Investitionen sollen die Bemessungsgrundlage mit einer jährlichen Wachstumsrate von 17 Prozent auf 69 Milliarden Dollar bis 2030 steigern. Dahinter stehen konkrete Projekte: 6 Milliarden Dollar für Zuverlässigkeitsprojekte im Permian Basin zur Unterstützung der Öl- und Gasförderung, 2 Milliarden Dollar für neue Übertragungsprojekte und weitere 2 Milliarden Dollar für Verteilnetz-Upgrades.

Die Nachfrage ist beeindruckend: Die Warteschlange für Netzanschlüsse bei Oncor hat sich auf 273 Gigawatt verdoppelt, verteilt auf 650 aktive Anfragen. Allein Rechenzentren und IT-Kunden machen 255 Gigawatt potenzielle Last aus. Ein regulatorischer Erfolg kam mit der Einigung zur Grundtarif-Überprüfung: Die genehmigte Eigenkapitalquote stieg um 100 Basispunkte auf 43,5 Prozent, die Eigenkapitalrendite um 5 Basispunkte auf 9,75 Prozent. Das bedeutet eine jährliche Umsatzsteigerung von 560 Millionen Dollar.

Portfoliobereinigung schreitet voran

Parallel zur Kapitaloffensive verkauft Sempra Nicht-Kerngeschäfte. Eine definitive Vereinbarung über den Verkauf eines 45-Prozent-Anteils an Sempra Infrastructure Partners bewertet die LNG-Plattform mit 22,2 Milliarden Dollar. Zusätzlich steht der Verkauf von Ecogas, dem südamerikanischen Gasvertriebsgeschäft, für rund 500 Millionen Dollar zu einem Multiplikator vom 12,7-fachen EBITDA an. Seit 2017 hat das Unternehmen Vermögenswerte im Wert von 23,5 Milliarden Dollar veräußert.

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Ausblick: Moderates Wachstum eingeplant

Für 2026 bestätigte Sempra die Prognose eines bereinigten Gewinns je Aktie zwischen 4,80 und 5,30 Dollar. Neu ist die Guidance für 2027 mit 5,10 bis 5,70 Dollar sowie für 2030 mit 6,70 bis 7,50 Dollar je Aktie. Das impliziert ein langfristiges Gewinnwachstum von 7 bis 9 Prozent jährlich. Die Dividende soll um 2 bis 4 Prozent pro Jahr steigen – der Verwaltungsrat erhöhte die Quartalsdividende auf 0,6575 Dollar je Aktie, zahlbar am 15. April 2026.

Die gesamte Bemessungsgrundlage soll mit 11 Prozent jährlich von 57 Milliarden Dollar in 2025 auf 97 Milliarden Dollar in 2030 wachsen. Bis dahin will Sempra 95 Prozent seiner Erträge aus regulierten Geschäften erzielen – aktuell trägt die kalifornische Sparte noch zu Volatilität bei. Dort sanken die Erträge 2025 um 213 Millionen Dollar durch geringere Steuervorteile und höhere Zinsaufwendungen.

Risiken bleiben: Das kalifornische Geschäft kämpft mit regulatorischer Unsicherheit und Waldbrand-Haftungsrisiken, auch wenn der Senat mit Bill 254 eine verbesserte finanzielle Absicherung beschlossen hat. Die Infrastruktur-Sparte wies 2025 einen GAAP-Verlust von 160 Millionen Dollar aus, verglichen mit einem Gewinn von 911 Millionen Dollar im Jahr 2024. Die beiden LNG-Großprojekte Port Arthur Phase 2 und ECA Phase 1 bergen Bau- und Marktrisiken.

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