10.03.2026, 3338 Zeichen
Der deutsche Baukrise fällt ein weiteres prominentes Opfer zum Opfer: Der 160 Jahre alte Holzverarbeiter Mocopinus stellt nach gescheiterter Rettung den Betrieb ein. Das Insolvenzverfahren des Industriehoblers für Fassaden und Terrassendecks endet in der Abwicklung.
Gescheiterte Rettung trotz Eigenverwaltung
Eigentlich sah alles nach einem geordneten Neuanfang aus. Als Mocopinus im Dezember 2025 beim Amtsgericht Ulm vorläufige Eigenverwaltung beantragte, signalisierte dies eine realistische Restrukturierungschance. Die Geschäftsführung blieb unter Aufsicht eines Sachwalters am Ruder. Doch die Hoffnung war trügerisch.
Anzeige
Wenn betriebsbedingte Kündigungen wie im Fall Mocopinus unvermeidbar werden, entscheiden Details in der Sozialauswahl über die Zukunft der Beschäftigten. Erfahren Sie in diesem Ratgeber, wie Arbeitnehmervertreter faire Bedingungen und einen wirksamen Interessenausgleich durchsetzen. Sozialauswahl bei Kündigungen: Fehler vermeiden
Die Gründe für den Niedergang des Traditionsunternehmens liegen in der strukturellen Krise des Baugewerbes. Einbrechende Nachfrage, explodierende Kosten und Lieferkettenprobleme setzten dem Hersteller hochwertiger Holzprodukte zu. Besonders der Wegfall des sibirischen Lärchenholzes durch den Ukraine-Krieg traf das Unternehmen hart. Dieser Rohstoff war essenziell für die Premium-Produkte.
Investor-Suche endet mit Enttäuschung
Noch im Februar 2026 klang die Lage kontrollierbar. Das Hauptinsolvenzverfahren wurde eröffnet, die Produktion an den Standorten Ulm, Karlsruhe und Ammelshain lief weiter. Die Kanzlei PLUTA, in das Verfahren eingebunden, sprach von einem "erheblichen Schwung" im Investorenprozess. Für die 270 Mitarbeiter schien eine Zukunft möglich.
Doch diese Hoffnung zerschlug sich Anfang März. Medienberichten zufolge konnte kein Investor für den operativen Geschäftsbetrieb gefunden werden. Interesse gab es lediglich an den Immobilien – ein klassischer Asset-Deal. Für den Fortbestand des Unternehmens mit seiner Belegschaft reichte das nicht. Ein bitteres Ende für eine 160-jährige Erfolgsgeschichte.
Geordneter Rückzug und regionale Folgen
Nun beginnt die Ausproduktion. Bestehende Kundenaufträge werden noch abgearbeitet und ausgeliefert, danach werden die Tore endgültig geschlossen. Besonders der Standort Karlsruhe mit rund 180 Arbeitsplätzen im Rheinhafen ist ein herber Verlust für die Region.
Anzeige
Steht ein gesamter Standort vor dem Aus, müssen Betriebsräte ihre Mitbestimmungsrechte beim Sozialplan voll ausschöpfen, um das Bestmögliche für die Kollegen herauszuholen. Diese kostenlose Anleitung bietet ein Muster-Punkteschema und wertvolle Verhandlungstipps für den Ernstfall. Anleitung für Sozialplan und Interessenausgleich gratis sichern
Was bedeutet dieses Scheitern für die Branche? Es zeigt die Grenzen des Instruments Eigenverwaltung in einer angespannten Marktlage. Selbst bei funktionierender Restrukturierung braucht es am Ende einen Investor – und genau der fehlte. Für den europäischen Markt hochwertiger Holzprodukte hinterlässt Mocopinus eine spürbare Lücke.
Während der Hauptbetrieb abgewickelt wird, laufen angeblich noch Gespräche über die Tochtergesellschaft Lignum Finish. Für die meisten der 270 Beschäftigten dürfte dies jedoch kein Trost sein. Sie stehen vor einem ungewissen Neuanfang in einer ohnehin angespannten Baukonjunktur.
Wiener Börse Party #1142: ATX leicht schwächer (mit aber), AT&S sorgt für irren Effekt, Auffälligkeit bei Semperit, KESt-Auflösung morgen
Bildnachweis
1.
Trading
Aktien auf dem Radar:AT&S, Bajaj Mobility AG, Semperit, Kapsch TrafficCom, EVN, Polytec Group, OMV, CPI Europe AG, VIG, Wienerberger, CA Immo, DO&CO, Erste Group, Lenzing, Strabag, Amag, Mayr-Melnhof, Austriacard Holdings AG, SW Umwelttechnik, Rosenbauer, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, UBM, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, Telekom Austria, Bayer, GEA Group, SAP, Infineon, IBM.
Random Partner
FACC
Die FACC ist führend in der Entwicklung und Produktion von Komponenten und Systemen aus Composite-Materialien. Die FACC Leichtbaulösungen sorgen in Verkehrs-, Fracht-, Businessflugzeugen und Hubschraubern für Sicherheit und Gewichtsersparnis, aber auch Schallreduktion. Zu den Kunden zählen u.a. wichtige Flugzeug- und Triebwerkshersteller.
>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» ATX knapp im Minus – doch der Total Return erzählt eine andere Geschicht...
» Österreich-Depots: Weekend Bilanz (Depot Kommentar)
» Börsegeschichte 24.4.: Grösste Indexumstellung ever, EVN (Börse Geschich...
» Wiener Börse Party #1142: ATX leicht schwächer (mit aber), AT&S sorgt fü...
» Nachlese: Frederic Esters Yes, Korinna Schumann, Markus Marterbauer, Pau...
» Wiener Börse zu Mittag leichter: AT&S, Frequentis und Palfinger gesucht
» PIR-News: Addiko, Andritz, Porr, Asta Energy, Uniqa, Fondsvolumen (Chris...
» Von der Fussball-EM zur Agentur-Geschäftsführung: Der "Börsepeople"-Podc...
» Börsepeople im Podcast S24/18: Frederic Esters
» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Korinna Schumann, Markus Marterbauer, ...
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- ATX knapp im Minus – doch der Total Return erzähl...
- Österreich-Depots: Weekend Bilanz (Depot Kommentar)
- Börsegeschichte 24.4.: Grösste Indexumstellung ev...
- Wiener Börse Party #1142: ATX leicht schwächer (m...
- Nachlese: Frederic Esters Yes, Korinna Schumann, ...
- Wiener Börse zu Mittag leichter: AT&S, Frequentis...
Featured Partner Video
Wiener Börse Party #1127: Mehrfach 1. April, aber zum Glück nicht, was den starken ATX und die zweistellig festere AT&S angeht
Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...
Books josefchladek.com
Daido Moriyama
Farewell Photography (English Version
2018
Getsuyosha, bookshop M
Jan Tschichold
Typografische Entwurfstechnik
1932
Akadem. Verlag Dr. Fr. Wedekind & Co
Yasuhiro Ishimoto
Someday Somewhere (Aru hi aru tokoro, 石元泰博 ある日ある所)
1958
Geibi Shuppan
