17.03.2026, 3070 Zeichen
Zwischen den mageren Erlösen von 250.000 Euro im Jahr 2025 und der ambitionierten Prognose von bis zu 55 Millionen Euro für 2026 klafft eine gewaltige Lücke. Wenn das Management des Hamburger Robotik-Spezialisten am 28. März zum Investorentag lädt, reichen reine Visionen nicht mehr aus. Der Markt erwartet belastbare Beweise dafür, dass die Pilotphase der KI-gestützten Kochroboter in ein skalierbares Geschäftsmodell übergeht.
Pilotprojekte müssen Umsatz bringen
Theoretisch ist das Fundament für starkes Wachstum gelegt. Mit dem globalen Auftragsfertiger Celestica wurde die Industrialisierung des Kernprodukts CA-1 abgeschlossen, die Produktionskapazitäten sind auf eine vierstellige Stückzahl ausgelegt. Auch das Interesse namhafter Partner ist vorhanden. Aktuell laufen Testphasen bei der Bundeswehr, in Düsseldorfer REWE-Filialen und ab Sommer in der Mercedes-Benz-Kantine in Sindelfingen.
Allerdings verlangt der Kapitalmarkt nun den nächsten Schritt: die Umwandlung dieser Tests in zahlungswirksame Aufträge. Die vom Unternehmen kommunizierten 8.000 Vorbestellungen bieten zwar ein theoretisches Milliardenpotenzial, generieren im aktuellen Stadium aber noch keinen Cashflow. Ein neu aufgelegtes Leasingmodell in Zusammenarbeit mit einer LBBW-Tochter soll die hohen Anschaffungskosten für Kunden in planbare Raten umwandeln und so die Markteintrittsbarriere senken.
Tiefe Skepsis an der Börse
Wie groß das Misstrauen der Anleger bezüglich des straffen Zeitplans ist, zeigt ein Blick auf die jüngste Kursentwicklung. Auf Sicht von zwölf Monaten hat das Papier drastische 72,64 Prozent an Wert verloren. Auch der massive Abstand von über 51 Prozent zur wichtigen 200-Tage-Linie unterstreicht den anhaltenden Abwärtstrend.
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Um die geplante Expansion und den Roll-out zu finanzieren, sammelte das Unternehmen Ende vergangenen Jahres rund 30 Millionen Euro bei institutionellen Investoren ein. Angesichts dieser massiven Investitionen in Produktion und Vertrieb erscheint der für 2026 erwartete operative Verlust (EBITDA) von sechs bis acht Millionen Euro zwar branchenüblich für die frühe Skalierungsphase. Diese Rechnung geht jedoch nur auf, wenn das geplante Umsatzwachstum fehlerfrei eintritt.
Am 28. März in der Münchner Motorworld muss das Management detaillierte Auslieferungspläne präsentieren. Gelingt der Nachweis, dass Partner wie Mercedes-Benz oder REWE nach den Pilotphasen verbindliche Verträge unterzeichnen, erhält die Umsatzprognose für 2026 ein reales Fundament. Verzögern sich die Auslieferungen stattdessen weiter, dürfte der Verkaufsdruck auf die Aktie unweigerlich zunehmen.
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