28.03.2026, 3353 Zeichen
Geopolitik, Technik und Politik trafen am Freitag gleichzeitig auf Bitcoin – und das Ergebnis war ein Kursrutsch unter 66.000 US-Dollar. Die Kryptowährung steht damit vor einem schwierigen Quartalsabschluss.
Eskalation im Nahen Osten trifft riskante Assets
Hauptauslöser des Rückgangs war die Eskalation zwischen den USA und dem Iran. Berichte über gegenseitige Angriffe auf strategische Anlagen lösten eine breite Flucht aus risikobehafteten Anlageklassen aus. Brent-Öl kletterte auf über 112 US-Dollar pro Barrel, die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen näherten sich mit 4,5 % einem Jahreshöchststand – beides Faktoren, die zinslosen Anlagen wie Bitcoin das Leben schwer machen. Auch der S&P 500 und der Nasdaq 100 gaben deutlich nach.
Bitcoin fiel dabei auf ein Zwischentief von rund 65.500 US-Dollar und neutralisierte damit sämtliche Kursgewinne des Monats März. Seit Jahresbeginn belaufen sich die Verluste auf über 20 Prozent.
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Death Cross und halbe Milliarde liquidiert
Zur makroökonomischen Belastung gesellte sich ein technisches Warnsignal: Am 27. März wurde ein sogenanntes „Death Cross" bestätigt – der 50-Tage-Durchschnitt fiel unter den 200-Tage-Durchschnitt. Analysten sehen die Zone zwischen 65.000 und 66.000 US-Dollar als kritische Unterstützung. Ein nachhaltiger Bruch dieser Marke könnte Kursziele von 62.000 oder sogar 55.000 US-Dollar ins Spiel bringen.
Die Kursbewegung traf gehebelte Positionen hart. Innerhalb von 24 Stunden wurden Krypto-Positionen im Wert von über 500 Millionen US-Dollar liquidiert, rund 221 Millionen davon entfielen auf Bitcoin – etwa 90 Prozent davon Long-Positionen. Der Crypto Fear & Greed Index fiel auf einen Wert von 12 und damit in den Bereich „Extreme Fear" – ein Niveau, das zuletzt während des FTX-Kollapses im November 2022 erreicht wurde.
Politisches Vakuum in Washington
Zusätzliche Unsicherheit entstand durch das Ende der Amtszeit von David Sacks als Krypto-Sonderberater des Weißen Hauses. Nach 130 Tagen wechselte Sacks am 27. März in den Beraterstab für Wissenschaft und Technologie. Wichtige Gesetzesvorhaben – darunter der CLARITY Act für einen umfassenden regulatorischen Rahmen – stecken weiterhin im Senatsausschuss fest. Laut Polymarket-Daten sank die Wahrscheinlichkeit für die Einrichtung einer strategischen Bitcoin-Reserve der USA vor 2027 auf unter 30 Prozent.
Institutionelle Akteure senden unterdessen andere Signale. Morgan Stanley plant einen Spot-Bitcoin-ETF mit einer Gebühr von nur 0,14 Prozent – günstiger als BlackRocks Angebot – und empfiehlt Kunden eine Krypto-Allokation von zwei bis vier Prozent. GameStop hält laut aktuellem Jahresbericht 4.710 Bitcoin mit einem Bilanzwert von rund 368 Millionen US-Dollar. Bitwise-CEO Hunter Horsley formulierte es am Freitag direkt: Die Phase der bloßen Antizipation sei vorbei – Finanzinstitute betteten Bitcoin nun aktiv in ihre Infrastruktur ein.
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