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Porsche streicht Vorstandsboni nach Gewinneinbruch ( Finanztrends)

13.03.2026, 3851 Zeichen

Der Sportwagenbauer reagiert mit drastischen Maßnahmen auf eine schwierige Geschäftsphase. Nach einem Gewinneinbruch um über 90 Prozent fallen die variablen Vergütungen für die Konzernspitze komplett aus.

Stuttgart – Die Krise bei Porsche hat konkrete finanzielle Folgen für die Führungsetage. Nach einem massiven Gewinnrückgang im Geschäftsjahr 2025 erhalten die Vorstandsmitglieder des DAX-Konzerns keine variable Vergütung mehr. Diese Entscheidung ist Teil eines umfassenden Sparkurses, der auch die Belegschaft trifft.

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Gewinn bricht um über 90 Prozent ein

Die Zahlen sind ernüchternd: Der Nettogewinn des Stuttgarter Sportwagenherstellers brach im vergangenen Jahr um 91,4 Prozent auf nur noch 310 Millionen Euro ein. 2024 hatte Porsche noch fast 3,6 Milliarden Euro Gewinn verbucht. Der Umsatz sank um knapp zehn Prozent auf 36,3 Milliarden Euro.

Hauptgrund für den Einbruch sind Sonderkosten in Höhe von 3,9 Milliarden Euro. Dazu zählen rund 2,4 Milliarden Euro für eine strategische Kehrtwende hin zu stärkeren Investitionen in Verbrennertechnologie. Weitere Belastungen kamen durch die Abwicklung einer Batterietochter und US-Zölle hinzu.

Auch VW-Chef Blume betroffen

Die Konsequenzen spürt auch der ehemalige Porsche-Chef Oliver Blume. Seine Gesamtvergütung aus seinen Positionen bei Volkswagen und Porsche sank 2025 auf 7,4 Millionen Euro – ein Minus von etwa drei Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. Der komplette Ausfall des Porsche-Bonus war hierfür maßgeblich. Blume konzentriert sich seit Jahresbeginn voll auf die VW-Konzernführung.

Doch die Einschnitte gehen weit über die Vorstandsetage hinaus. Die rund 28.000 Porsche-Mitarbeiter in Deutschland müssen sich auf deutlich geringere Bonuszahlungen einstellen. Die Erfolgsprämie für das Geschäftsjahr 2024 wurde nahezu halbiert. Zum Vergleich: Für das Rekordjahr 2023 erhielten die Beschäftigten noch bis zu 9.690 Euro.

Strategische Wende und personeller Umbruch

Die Bonus-Kürzungen fallen in eine Phase tiefgreifenden Wandels. Porsche hat seine Elektro-Strategie neu justiert und setzt wieder stärker auf Verbrenner. Diese Kehrtwende wird laut Finanzvorstand Jochen Breckner auch 2026 noch zu spürbaren Einmaleffekten führen.

Gleichzeitig vollzieht sich ein personeller Umbruch an der Konzernspitze. Der langjährige Finanzchef Lutz Meschke und Vertriebsvorstand Detlev von Platen haben das Unternehmen verlassen. Meschke erhielt eine Abfindung von 11,6 Millionen Euro. Das neue Führungsteam soll dem Traditionsunternehmen frischen Schwung verleihen.

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Signal der Verantwortung

Der komplette Verzicht auf variable Vorstandsvergütung ist im DAX eine Seltenheit. Bei Porsche, wo die Vergütung stark an Kennzahlen wie operative Umsatzrendite und Cashflow gekoppelt ist, sendet dies ein deutliches Signal: Die Führung übernimmt Verantwortung für die missliche Lage.

Die Herausforderungen bleiben gewaltig. Die schwächelnde Nachfrage in Schlüsselmärkten wie China, die Neuausrichtung der Modellpalette und die Umsetzung des Sparprogramms werden das Unternehmen auch 2026 beschäftigen. Ob die eingeleitete Wende den gewünschten Erfolg bringt, wird sich in den kommenden Quartalen zeigen.


(13.03.2026)

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