13.03.2026, 3292 Zeichen
Der befürchtete Ausverkauf blieb aus. Als am 9. März 2026 die Lock-up-Periode für Klarnas Vor-IPO-Aktionäre endete, reagierten die Märkte mit Erleichterung statt Panik — die Aktie legte spürbar zu.
Rund 335 Millionen der insgesamt 378 Millionen ausstehenden Aktien waren von der Lock-up-Beschränkung betroffen. Dass der Ablauf dennoch keine Verkaufswelle auslöste, hat einen strukturellen Grund: Wer seine Anteile über einen US-Broker verkaufen will, muss zunächst ein aufwendiges Konvertierungsverfahren beim Transferagenten Computershare durchlaufen. Die Mindestbearbeitungszeit beträgt sieben bis zehn Werktage — ein natürlicher Puffer, der spontane Massenverkäufe verhindert. Die volle Marktauswirkung des Lock-up-Ablaufs könnte sich damit noch bis Ende März entfalten.
Wachstum ohne Gewinn
Die operativen Zahlen für das Gesamtjahr 2025 zeigen ein zweigeteiltes Bild. Der Bruttowarenwert stieg um 22 Prozent auf 127,9 Milliarden Dollar, der Umsatz wuchs um 25 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Gleichzeitig steht unter dem Strich ein Nettoverlust von 294 Millionen Dollar. Der bereinigte operative Gewinn lag bei lediglich 65 Millionen Dollar — einer Marge von 1,9 Prozent.
Belastet wird die Profitabilität vor allem durch Klarnas strategische Neuausrichtung auf das Produkt „Fair Financing". Das neue Finanzierungsmodell erfordert hohe Vorabrückstellungen für mögliche Kreditausfälle und drückt damit auf die kurzfristigen Ergebnisse.
Nutzerwachstum und eBay-Expansion
Positiv sticht das Nutzerwachstum heraus: Die Klarna-App zählt 55 Millionen monatlich aktive Nutzer, die tägliche Nutzung stieg im Jahresvergleich um rund 53 Prozent. Zudem weiteten Klarna und eBay ihre gemeinsame Resale-Integration auf sechs neue Märkte aus — darunter Australien, Kanada und die Schweiz. Seit dem Start des Features im Dezember 2024 haben Klarna-Nutzer in den USA und Großbritannien bereits mehr als eine Million eBay-Angebote direkt über die App erstellt.
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Analysten senken Kursziele
Die Analystengemeinde bleibt gespalten. Von 18 Bewertungen lautet das Konsensurteil „Moderate Buy", elf Analysten empfehlen den Kauf. Allerdings haben mehrere Häuser ihre Kursziele zuletzt deutlich gesenkt: Wells Fargo kappte das Ziel von 45 auf 32 Dollar (Einstufung: „Overweight"), Morgan Stanley reduzierte von 39 auf 23 Dollar (Einstufung: „Equal Weight"). Bank of America initiierte die Coverage am 5. März mit „Buy" und einem Kursziel von 21 Dollar.
Seit dem IPO im September 2025 zu 40 Dollar je Aktie hat die Klarna-Aktie rund die Hälfte ihres Wertes verloren. Ob die laufende Transformation zum neuen Finanzierungsmodell langfristig trägt, werden die Quartalsergebnisse der kommenden Monate zeigen müssen — die Messlatte liegt nach dem tiefen Kursrückgang niedrig, die Erwartungen an konkrete Fortschritte bei der Profitabilität aber hoch.
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