Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





EU-Parlament entscheidet über Schicksal des US-Handelsabkommens ( Finanztrends)

25.03.2026, 4174 Zeichen

Brüssel steht vor einer wegweisenden Entscheidung für die europäische Wirtschaft. Das Europäische Parlament stimmt am Donnerstag über das umstrittene Zollabkommen mit den USA ab – ein Deal, der den Handel über den Atlantik neu ordnen soll.

Abstimmung mit weitreichenden Folgen

Die Plenarabstimmung am 26. März markiert einen kritischen Punkt in den langwierigen Verhandlungen. Sie folgt auf eine Positionierung des Handelsausschusses (INTA) vom 19. März, die wichtige EU-Schutzklauseln in den Entwurf einbrachte. Das Abkommen, oft als „Turnberry Deal“ bezeichnet, soll eigentlich einen drohenden Zollkrieg verhindern. Doch kann es das wirklich leisten?

Anzeige

Neue Zollabkommen führen oft zu komplexen Änderungen bei der Einfuhr und Ausfuhr von Waren. Damit Ihre Lieferungen trotz neuer Regularien nicht am Zoll hängen bleiben, hilft Ihnen diese detaillierte Feld-für-Feld-Anleitung. Kostenlosen Praxis-Leitfaden für die Zollanmeldung sichern

Ursprünglich im Juli 2025 politisch vereinbart, sieht der Pakt einen massiven Energie-Import der EU aus den USA vor: Waren im Wert von 750 Milliarden Euro bis Ende 2028. Im Gegenzug würden die USA ihre Zölle auf die meisten EU-Exporte auf maximal 15 Prozent deckeln. Die EU plant, ihre Zölle auf US-Industriegüter komplett abzubauen und US-Landwirtschaftsprodukten besseren Marktzugang zu gewähren.

Schutzklauseln als zentrale Forderung

Das Parlament will sich nicht blanko ausliefern. Die INTA-Position fordert zwei entscheidende Sicherheitsnetze. Eine Aussetzungsklausel würde der EU erlauben, die Zollvergünstigungen für die USA sofort auszusetzen, sollten Washington neue Strafzölle verhängen. Zusätzlich soll eine „Sonnenaufgangsklausel“ sicherstellen, dass die Vorteile für die USA erst dann wirksam werden, wenn diese ihre eigenen Verpflichtungen tatsächlich erfüllen.

Besonderes Augenmerk liegt auf Stahl- und Aluminiumprodukten. Die Abgeordneten fordern, dass alle EU-Waren mit einem Metallanteil unter 50 Prozent wieder dem Standardzollsatz von 15 Prozent unterliegen. Ein klares Signal an die USA: Willkürliche Extrazölle werden nicht hingenommen.

US-Gerichtsurteil wirbelt alles durcheinander

Die Verhandlungen wurden jüngst durch ein Erdbeben in Washington erschüttert. Ende Februar kippte der US Supreme Court die rechtliche Grundlage für viele bestehende Präsidialzölle. Das Urteil beschränkte die Notstandsbefugnisse des Weißen Hauses in Handelsfragen erheblich.

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Die US-Regierung verhängte umgehend neue, temporäre Zölle von 10 Prozent für 150 Tage. Diese Unsicherheit veranlasste die EU, die Gespräche vorübergehend auszusetzen. Ein klares Muster: Immer wieder gefährden einseitige US-Maßnahmen die Verlässlichkeit, auf die europäische Exportunternehmen angewiesen sind.

Anzeige

Handelskonflikte und neue Zollhürden machen die korrekte Tarifierung Ihrer Produkte wichtiger denn je, um unnötige Kosten zu vermeiden. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie die richtige Zolltarifnummer finden und teure Fehler bei der Warenverzeichnis-Einordnung umgehen. 11 Profi-Tipps für die fehlerfreie Warenterifierung herunterladen

Trilogverhandlungen als nächster Schritt

Fällt die Entscheidung im Parlament positiv aus, beginnt der finale Feinschliff. In Trilogverhandlungen müssen sich Parlament, EU-Rat und Kommission auf einen gemeinsamen Text einigen. Diese Phase ist entscheidend für die rechtliche Verbindlichkeit des Abkommens.

Die große Frage bleibt: Können die USA die nötige Verlässlichkeit bieten? Die EU erwartet klare Zusagen, wie Washington seine Pflichten einhalten will – und was nach dem Auslaufen der aktuellen Notfallzölle im Juli passiert. Die wirtschaftlichen Beziehungen sind zu wichtig, um sie politischen Launen zu opfern. Der transatlantische Handel summierte sich 2023 auf über 1,5 Billionen Euro. Die USA sind der größte Abnehmer europäischer Waren.

Die Abstimmung am Donnerstag ist daher mehr als eine Formalie. Sie ist ein Stresstest für die transatlantische Partnerschaft in einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen. Die europäischen Abgeordneten müssen abwägen zwischen der Chance auf mehr Handel und dem Risiko, in eine neue Abhängigkeit zu geraten.


(25.03.2026)

BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Als Österreich-Spezialist zum Rendezvous mit Harry Weygand: Audio-Spur zum Youtube-Ostermontag über ATX-Titel




 

Bildnachweis

1. Trading

Aktien auf dem Radar:Rosenbauer, RBI, DO&CO, Semperit, Austriacard Holdings AG, EuroTeleSites AG, Porr, Amag, Andritz, AT&S, VIG, Uniqa, Palfinger, Polytec Group, Marinomed Biotech, OMV, Addiko Bank, Erste Group, Flughafen Wien, Lenzing, Mayr-Melnhof, RWT AG, Strabag, Wienerberger, BKS Bank Stamm, BTV AG, Oberbank AG Stamm, CA Immo, CPI Europe AG, Österreichische Post, Telekom Austria.


Random Partner

Frequentis
Frequentis mit Firmensitz in Wien ist ein internationaler Anbieter von Kommunikations- und Informationssystemen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben. Solche „Control Center Solutions" entwickelt und vertreibt Frequentis in den Segmenten Air Traffic Management (zivile und militärische Flugsicherung, Luftverteidigung) und Public Safety & Transport (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Schifffahrt, Bahn).

>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


 Latest Blogs

» ATX, OMV, AT&S: Österreichs Börse im Fokus der Charttechnik – und warum ...

» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a.: Das überraschende Allzeithoch des ATX TR

» ATX Total Return knackt erneut die Bestmarke – Wiener Börse glänzt mit 1...

» Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Addiko Bank, CTS Eventim, Polytec

» Österreich-Depots: Weekend Bilanz (Depot Kommentar)

» Börsegeschichte 10.4: Böhler-Uddeholm, UBM (Börse Geschichte) (BörseGesc...

» Nachlese: Norbert Hofer Emerald Horizon (audio cd.at)

» PIR-News: News zu Verbund, Addiko, Research zu Telekom Austria, neue Akt...

» (Christian Drastil)

» ATX leicht fester: Addiko-Übernahmekampf nimmt Fahrt auf, Verbund platzi...


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    BSN MA-Event Bajaj Mobility AG
    BSN MA-Event Bajaj Mobility AG
    #gabb #2078

    Featured Partner Video

    Wiener Börse Party #1122: ATX deutlich fester, FACC resilient, Kontron sieht sich günstig und Private Equity vs. Neobroker-Depots

    Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...

    Books josefchladek.com

    Stephen Shore
    Uncommon Places
    1982
    Aperture

    Matteo Girola
    Viewfinders
    2025
    Studiofaganel

    Jack Davison
    13–15 November. Portraits: London
    2026
    Helions

    Olga Ignatovich
    In the Shadow of the Big Brother
    2025
    Arthur Bondar Collection WWII

    Alessandra Calò
    Ctonio
    2024
    Studiofaganel


    25.03.2026, 4174 Zeichen

    Brüssel steht vor einer wegweisenden Entscheidung für die europäische Wirtschaft. Das Europäische Parlament stimmt am Donnerstag über das umstrittene Zollabkommen mit den USA ab – ein Deal, der den Handel über den Atlantik neu ordnen soll.

    Abstimmung mit weitreichenden Folgen

    Die Plenarabstimmung am 26. März markiert einen kritischen Punkt in den langwierigen Verhandlungen. Sie folgt auf eine Positionierung des Handelsausschusses (INTA) vom 19. März, die wichtige EU-Schutzklauseln in den Entwurf einbrachte. Das Abkommen, oft als „Turnberry Deal“ bezeichnet, soll eigentlich einen drohenden Zollkrieg verhindern. Doch kann es das wirklich leisten?

    Anzeige

    Neue Zollabkommen führen oft zu komplexen Änderungen bei der Einfuhr und Ausfuhr von Waren. Damit Ihre Lieferungen trotz neuer Regularien nicht am Zoll hängen bleiben, hilft Ihnen diese detaillierte Feld-für-Feld-Anleitung. Kostenlosen Praxis-Leitfaden für die Zollanmeldung sichern

    Ursprünglich im Juli 2025 politisch vereinbart, sieht der Pakt einen massiven Energie-Import der EU aus den USA vor: Waren im Wert von 750 Milliarden Euro bis Ende 2028. Im Gegenzug würden die USA ihre Zölle auf die meisten EU-Exporte auf maximal 15 Prozent deckeln. Die EU plant, ihre Zölle auf US-Industriegüter komplett abzubauen und US-Landwirtschaftsprodukten besseren Marktzugang zu gewähren.

    Schutzklauseln als zentrale Forderung

    Das Parlament will sich nicht blanko ausliefern. Die INTA-Position fordert zwei entscheidende Sicherheitsnetze. Eine Aussetzungsklausel würde der EU erlauben, die Zollvergünstigungen für die USA sofort auszusetzen, sollten Washington neue Strafzölle verhängen. Zusätzlich soll eine „Sonnenaufgangsklausel“ sicherstellen, dass die Vorteile für die USA erst dann wirksam werden, wenn diese ihre eigenen Verpflichtungen tatsächlich erfüllen.

    Besonderes Augenmerk liegt auf Stahl- und Aluminiumprodukten. Die Abgeordneten fordern, dass alle EU-Waren mit einem Metallanteil unter 50 Prozent wieder dem Standardzollsatz von 15 Prozent unterliegen. Ein klares Signal an die USA: Willkürliche Extrazölle werden nicht hingenommen.

    US-Gerichtsurteil wirbelt alles durcheinander

    Die Verhandlungen wurden jüngst durch ein Erdbeben in Washington erschüttert. Ende Februar kippte der US Supreme Court die rechtliche Grundlage für viele bestehende Präsidialzölle. Das Urteil beschränkte die Notstandsbefugnisse des Weißen Hauses in Handelsfragen erheblich.

    Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Die US-Regierung verhängte umgehend neue, temporäre Zölle von 10 Prozent für 150 Tage. Diese Unsicherheit veranlasste die EU, die Gespräche vorübergehend auszusetzen. Ein klares Muster: Immer wieder gefährden einseitige US-Maßnahmen die Verlässlichkeit, auf die europäische Exportunternehmen angewiesen sind.

    Anzeige

    Handelskonflikte und neue Zollhürden machen die korrekte Tarifierung Ihrer Produkte wichtiger denn je, um unnötige Kosten zu vermeiden. Erfahren Sie in diesem Gratis-Report, wie Sie die richtige Zolltarifnummer finden und teure Fehler bei der Warenverzeichnis-Einordnung umgehen. 11 Profi-Tipps für die fehlerfreie Warenterifierung herunterladen

    Trilogverhandlungen als nächster Schritt

    Fällt die Entscheidung im Parlament positiv aus, beginnt der finale Feinschliff. In Trilogverhandlungen müssen sich Parlament, EU-Rat und Kommission auf einen gemeinsamen Text einigen. Diese Phase ist entscheidend für die rechtliche Verbindlichkeit des Abkommens.

    Die große Frage bleibt: Können die USA die nötige Verlässlichkeit bieten? Die EU erwartet klare Zusagen, wie Washington seine Pflichten einhalten will – und was nach dem Auslaufen der aktuellen Notfallzölle im Juli passiert. Die wirtschaftlichen Beziehungen sind zu wichtig, um sie politischen Launen zu opfern. Der transatlantische Handel summierte sich 2023 auf über 1,5 Billionen Euro. Die USA sind der größte Abnehmer europäischer Waren.

    Die Abstimmung am Donnerstag ist daher mehr als eine Formalie. Sie ist ein Stresstest für die transatlantische Partnerschaft in einer Zeit wachsender geopolitischer Spannungen. Die europäischen Abgeordneten müssen abwägen zwischen der Chance auf mehr Handel und dem Risiko, in eine neue Abhängigkeit zu geraten.


    (25.03.2026)

    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    Als Österreich-Spezialist zum Rendezvous mit Harry Weygand: Audio-Spur zum Youtube-Ostermontag über ATX-Titel




     

    Bildnachweis

    1. Trading

    Aktien auf dem Radar:Rosenbauer, RBI, DO&CO, Semperit, Austriacard Holdings AG, EuroTeleSites AG, Porr, Amag, Andritz, AT&S, VIG, Uniqa, Palfinger, Polytec Group, Marinomed Biotech, OMV, Addiko Bank, Erste Group, Flughafen Wien, Lenzing, Mayr-Melnhof, RWT AG, Strabag, Wienerberger, BKS Bank Stamm, BTV AG, Oberbank AG Stamm, CA Immo, CPI Europe AG, Österreichische Post, Telekom Austria.


    Random Partner

    Frequentis
    Frequentis mit Firmensitz in Wien ist ein internationaler Anbieter von Kommunikations- und Informationssystemen für Kontrollzentralen mit sicherheitskritischen Aufgaben. Solche „Control Center Solutions" entwickelt und vertreibt Frequentis in den Segmenten Air Traffic Management (zivile und militärische Flugsicherung, Luftverteidigung) und Public Safety & Transport (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Schifffahrt, Bahn).

    >> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


     Latest Blogs

    » ATX, OMV, AT&S: Österreichs Börse im Fokus der Charttechnik – und warum ...

    » Börse-Inputs auf Spotify zu u.a.: Das überraschende Allzeithoch des ATX TR

    » ATX Total Return knackt erneut die Bestmarke – Wiener Börse glänzt mit 1...

    » Börse-Inputs auf Spotify zu u.a. Addiko Bank, CTS Eventim, Polytec

    » Österreich-Depots: Weekend Bilanz (Depot Kommentar)

    » Börsegeschichte 10.4: Böhler-Uddeholm, UBM (Börse Geschichte) (BörseGesc...

    » Nachlese: Norbert Hofer Emerald Horizon (audio cd.at)

    » PIR-News: News zu Verbund, Addiko, Research zu Telekom Austria, neue Akt...

    » (Christian Drastil)

    » ATX leicht fester: Addiko-Übernahmekampf nimmt Fahrt auf, Verbund platzi...


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      BSN MA-Event Bajaj Mobility AG
      BSN MA-Event Bajaj Mobility AG
      #gabb #2078

      Featured Partner Video

      Wiener Börse Party #1122: ATX deutlich fester, FACC resilient, Kontron sieht sich günstig und Private Equity vs. Neobroker-Depots

      Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...

      Books josefchladek.com

      Daido Moriyama
      A Hunter (English Version
      2019
      Getsuyosha, bookshop M

      Daido Moriyama
      Farewell Photography (English Version
      2018
      Getsuyosha, bookshop M

      Olga Ignatovich
      In the Shadow of the Big Brother
      2025
      Arthur Bondar Collection WWII

      Yasuhiro Ishimoto
      Someday Somewhere (Aru hi aru tokoro, 石元泰博 ある日ある所)
      1958
      Geibi Shuppan

      Bertien van Manen
      Let's Sit Down Before We Go
      2011
      MACK