24.03.2026, 2993 Zeichen
Während die Aktie seit ihrem Oktober-Hoch bei 88,73 Euro deutlich zurückgekommen ist, baut RENK sein Geschäft mit einer Intensität aus, die wenig Zweifel an der strategischen Richtung lässt. Auf drei Kontinenten fließen Investitionen in neue Produktionskapazitäten — getragen von einem Auftragsbestand auf Allzeithoch.
Produktion mehr als verdoppelt
Am Stammwerk in Augsburg soll die Getriebeproduktion bis Ende 2026 von bislang 200 bis 300 Einheiten pro Jahr auf rund 800 steigen. Finanziert wird der Ausbau über ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 500 Millionen Euro in den nächsten vier bis fünf Jahren, verteilt auf Deutschland, Osteuropa und Nordamerika. Allein in Deutschland fließen bis 2028 weitere 325 Millionen Euro im Rahmen der Initiative „Made for Germany".
Das Fundament für diese Ausgaben ist solide: Der Auftragsbestand erreichte ein neues Allzeithoch von 6,68 Milliarden Euro. Für 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von über 1,5 Milliarden Euro sowie ein bereinigtes EBIT zwischen 255 und 285 Millionen Euro.
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Michigan als Ausweg bei Exportfragen
Besonderes Gewicht hat der US-Standort. Michigan-Gouverneurin Gretchen Whitmer und RENK-CEO Alexander Sagel kündigten im Februar 2026 gemeinsam an, dass der Konzern bis 2030 insgesamt 150 Millionen Dollar in den Ausbau der Standorte in Michigan investiert — 70 Millionen in Sachanlagen, 80 Millionen in Forschung und Entwicklung. Bis zu 270 neue Arbeitsplätze sollen entstehen.
Hinter der US-Expansion steckt mehr als reine Kapazitätslogik. Die Produktion von Panzergetrieben für den israelischen Markt könnte künftig direkt aus den USA erfolgen — eine Reaktion auf Unsicherheiten bei deutschen Exportgenehmigungen. Ob dieser Schritt den Zeitplan tatsächlich absichert, wird sich spätestens zeigen, wenn der Rekordauftragsbestand in konkreten Umsatz überführt werden muss.
Dividende und CFO-Käufe als Vertrauenssignal
Parallel zur Investitionsoffensive erhöht RENK die Dividende deutlich: Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung am 10. Juni 2026 eine Ausschüttung von 0,58 Euro je Aktie vor — ein Plus von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zudem tätigte der CFO zuletzt private Aktienkäufe, was Marktbeobachter als Vertrauensbeweis der Führungsebene werten.
Den nächsten operativen Einblick liefert das Management am 22. April im Q1-Pre-Close-Call, die detaillierten Quartalsergebnisse folgen am 6. Mai. Bis 2030 verfolgt RENK das Ziel, organisch einen Gesamtumsatz von bis zu 3,2 Milliarden Euro zu erreichen — mit einem Rüstungsanteil von dann rund 90 Prozent.
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