24.03.2026, 3920 Zeichen
Ein prominenter Fernsehauftritt hat die Aufmerksamkeit der Wall Street am Wochenende auf die strategische Bedeutung von Seltenen Erden gelenkt. Während Investoren zuletzt wegen staatlicher Förderungen für einen Konkurrenten nervös reagierten, rückte ein Bericht des US-Senders CBS nun die Alleinstellungsmerkmale von MP Materials in den Fokus. Das reichte aus, um der Aktie frischen Schwung zu verleihen.
Nationale Sicherheit im Fokus
In der Sendung „60 Minutes“ betonte CEO James Litinsky am Sonntag eine unbequeme Wahrheit: Für die Herstellung essenzieller Militär- und Hightech-Komponenten benötigt die westliche Welt derzeit faktisch die Erlaubnis der chinesischen Regierung. Diese deutliche Warnung vor Lieferketten-Abhängigkeiten wirkte bei den Anlegern nach. In den jüngsten Handelssitzungen legte das Papier um 4,4 Prozent zu und hievte die Marktkapitalisierung auf knapp 9,5 Milliarden US-Dollar.
Die Kursgewinne kommen zur rechten Zeit. Noch am 19. März hatte die Aktie einen Rücksetzer von 8,7 Prozent verbucht. Auslöser waren frische Regierungsgelder für den heimischen Konkurrenten USA Rare Earth, die kurzzeitig Sorgen über zunehmenden Wettbewerb im US-Markt schürten. Die Bestätigung, dass MP Materials derzeit die einzige skalierte Produktionsquelle in der westlichen Hemisphäre ist, beruhigte die Gemüter.
Solides Fundament federt Risiken ab
Abseits der medialen Aufmerksamkeit stützt sich das Unternehmen auf stabile Finanzen. Obwohl der Umsatz im letzten Quartal im Jahresvergleich um 13,6 Prozent schrumpfte, übertraf der Gewinn die Erwartungen deutlich. Mit 0,09 US-Dollar pro Aktie ließ MP Materials die Analystenschätzungen von 0,02 US-Dollar weit hinter sich. Eine extrem hohe Liquidität – die kurzfristigen Vermögenswerte decken die Verbindlichkeiten um mehr als das Siebenfache ab – und eine moderate Verschuldung bieten operativen Spielraum.
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Zudem profitiert der Konzern von einem Abkommen aus dem Jahr 2025. Eine staatliche Finanzspritze von 400 Millionen US-Dollar sowie ein garantierter Mindestpreis von 110 US-Dollar pro Kilogramm für Seltenerdoxide bilden ein strukturelles Sicherheitsnetz gegen Preisschwankungen am Weltmarkt.
Blick auf die Kapazitäten
Operativ treibt das Management die Expansion voran. Die Mine in Mountain Pass, Kalifornien, raffiniert Neodym und Praseodym mittlerweile auf einen Reinheitsgrad von 99,9 Prozent. Parallel fließen 1,25 Milliarden US-Dollar in das „10X“-Projekt in Texas. Ab 2028 sollen dort jährlich 10.000 Tonnen Seltenerdmagnete vom Band laufen, was in etwa dem gesamten US-Importvolumen des Jahres 2024 entspricht.
Analysten bewerten diese Integrationsschritte positiv. DA Davidson bestätigte kürzlich die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 82,00 US-Dollar. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt das Verhalten der Führungsebene: CFO Ryan Corbett trennte sich Mitte März von 46.000 Aktien zu einem Durchschnittspreis von 60,00 US-Dollar und reduzierte seine Position damit um rund ein Viertel.
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Der Markt wägt derzeit die langfristigen Wachstumsaussichten gegen eine potenziell dichtere US-Lieferkette ab, in der auch andere staatlich gestützte Akteure Fuß fassen. Der entscheidende Indikator für die weitere fundamentale Bewertung des Unternehmens bleibt der Baufortschritt der Magnetfabrik in Texas auf dem Weg zum vollständig integrierten Produzenten.
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Börsepeople im Podcast S24/17: Monika Kalbacher
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