17.03.2026, 3406 Zeichen
Kurz vor den mit Spannung erwarteten Quartalszahlen setzt Micron gleich auf mehreren Ebenen Zeichen: Die Übernahme eines Produktionsstandorts in Taiwan ist abgeschlossen, ein zweites Gebäude am selben Standort bereits angekündigt — und Analysten überbieten sich mit Kurszielen. Am Dienstag notiert die Aktie knapp unter ihrem gestrigen 52-Wochen-Hoch.
Taiwan-Expansion: Zwei Fabriken statt einer
Mit dem Abschluss der Übernahme des PSMC-Standorts P5 in Tongluo sichert sich Micron rund 28.000 Quadratmeter Reinraumfläche für die DRAM- und Hochbandbreitenspeichers-Produktion (HBM). Der Umbau beginnt sofort, erste Produktlieferungen sind ab dem Geschäftsjahr 2028 geplant.
Noch während die Tinte unter dem ersten Deal trocknet, hat Micron bereits den Bau einer zweiten vergleichbaren Anlage am selben Standort angekündigt — Baubeginn noch vor Ende des laufenden Geschäftsjahres 2026. Die zweite Halle soll weitere rund 25.000 Quadratmeter Reinraumkapazität hinzufügen.
Analysten erhöhen die Messlatte
Die Expansionsnachricht löste unmittelbar eine Welle von Analystenkorrekturen aus. RBC Capital hob sein Kursziel von 425 auf 525 US-Dollar an und verwies auf anhaltende Preisstärke im Speicherchipmarkt bis mindestens Ende 2026. Als konkreten Wachstumstreiber nannte RBC Nvidias Rubin-Ultra-Plattform. Wedbush hatte sein Kursziel bereits am 13. März von 320 auf 500 US-Dollar erhöht.
Mizuho geht noch weiter: Für das Mai-Quartal prognostiziert die Bank einen Umsatz von 25,0 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn je Aktie von 11,13 US-Dollar — rund 8 Prozent über dem Marktkonsens.
Was die Zahlen am 18. März zeigen müssen
Nach Börsenschluss am Mittwoch legt Micron seine Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal vor. Der Marktkonsens erwartet einen Gewinn je Aktie von 8,77 US-Dollar sowie einen Umsatz von rund 19,0 Milliarden US-Dollar — getragen vor allem vom Cloud-Speichergeschäft.
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Dieses Segment, das Verkäufe an Hyperscaler und HBM-Lösungen für KI-Rechenzentren bündelt, hat seinen Umsatzanteil innerhalb eines Jahres von 30 auf 39 Prozent ausgebaut. Im ersten Geschäftsquartal verdoppelte sich der Segmentumsatz auf 5,3 Milliarden US-Dollar — angetrieben durch höhere Durchschnittspreise und steigende Liefermengen.
Den strukturellen Rückenwind liefern die Preise: Laut Counterpoint Research stiegen DRAM- und NAND-Flash-Preise im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal um 90 Prozent. Microns HBM-Kapazität für 2026 ist bereits vollständig ausverkauft, und der globale Speicherengpass dürfte nach Einschätzung von Micron und HP Enterprise bis weit in 2027 anhalten. Der Hauptgrund: HBM-Chips benötigen dreimal so viel Wafer-Kapazität wie Standard-Speicherbausteine.
Micron selbst erwartet, dass der HBM-Markt bis 2028 auf 100 Milliarden US-Dollar anwächst — bei einer jährlichen Wachstumsrate von 40 Prozent. Die Quartalszahlen am Mittwoch werden zeigen, ob das operative Geschäft mit dem Tempo der Erwartungen Schritt hält.
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