15.03.2026, 2791 Zeichen
Der weltgrößte Fahrradhersteller Giant kämpft mit erheblichem Gegenwind. Ein deutlicher Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2025 und regulatorische Hürden in den USA setzen dem Branchenprimus aus Taiwan zu. Während die Margen trotz der Krise überraschend stabil bleiben, sorgt vor allem ein Einfuhrverbot für massive Unsicherheit auf dem wichtigen US-Markt.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr sank der konsolidierte Umsatz um 15,5 Prozent auf 60,25 Milliarden NT-Dollar. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 723 Millionen NT-Dollar übrig. Trotz des schwierigen Marktumfelds gelang es dem Unternehmen, die Bruttomarge leicht auf 19,8 Prozent zu steigern. Ein Grund dafür ist die Verschiebung im Geschäftsmodell: Der Anteil des Erstausrüstergeschäfts (OEM) kletterte von 26 auf 33 Prozent.
Zollstreit bremst Erholung aus
Besonders kritisch bleibt die Lage in den Vereinigten Staaten. Seit September 2025 schränkt die US-Zollbehörde Importe aus Taiwan durch eine spezielle Anordnung (Withhold Release Order) ein. Die finanziellen Folgen dieser Maßnahme traten im Februar 2026 deutlich zutage, als der Monatsumsatz im Vergleich zum Vorjahr um rund 40 Prozent einbrach.
Das Management versucht nun, den logistischen Stillstand zu beenden. Anfang März fanden Gespräche mit US-Zollbeamten statt, um eine Aufhebung der Importbeschränkungen zu erreichen. Giant hat hierfür bereits eine offizielle Petition eingereicht. Ein Erfolg in dieser Angelegenheit gilt als Voraussetzung, um die Lieferfähigkeit im nordamerikanischen Markt wieder vollständig herzustellen.
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Fokus auf neue Produktlinien
Für das laufende Jahr 2026 strebt Giant eine Stabilisierung an. Um die schwankende Nachfrage in Europa und den USA zu beleben, brachte das Unternehmen im ersten Quartal neue Versionen seiner Rennrad-Serien Giant Propel und Liv EnviLiv auf den Markt. Diese Produkt-Offensive soll helfen, die weiterhin komplexen globalen Lieferketten und den harten Wettbewerb zu navigieren.
Die Aktionäre sollen trotz der operativen Herausforderungen am Erfolg beteiligt werden. Die Verwaltung schlägt eine Bardividende von 1,8 NT-Dollar pro Aktie vor. Über diese Ausschüttung wird endgültig auf der Hauptversammlung am 18. Juni 2026 entschieden. Bis zu diesem Termin dürfte vor allem die Entscheidung der US-Zollbehörden über den weiteren Kurs der Aktie bestimmen.
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Wiener Börse Party #1115: ATX etwas fester, AT&S gesucht, spannende Konstellation Erste Group / Bawag, Strabag-Faktor nicht unterschätzen
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