Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





SAP-Sicherheitslücken: Kritische Updates sollen Finanzbetrug verhindern ( Finanztrends)

13.03.2026, 7834 Zeichen

SAP-Systeme verwalten das Herzstück moderner Unternehmen – von Finanzdaten bis zur Lieferkette. Neue kritische Sicherheitslücken zeigen das massive Betrugsrisiko.

Die am 10. März 2026 veröffentlichten SAP-Sicherheitsupdates adressieren 15 Schwachstellen, darunter besonders kritische Lücken. Diese ermöglichen Angreifern finanziellen Betrug, Fernzugriff und die vollständige Übernahme von Systemen. Da Cyberkriminelle zunehmend ERP-Plattformen wie SAP ins Visier nehmen, erreichen die finanziellen Schäden durch SAP-bezogene Angriffe neue Höchststände.

Anzeige

Angesichts der zunehmenden Professionalität bei Angriffen auf Unternehmenssysteme stehen viele Verantwortliche vor neuen Herausforderungen. Dieser Experten-Report enthüllt effektive Strategien, wie mittelständische Unternehmen sich ohne Budget-Explosion gegen Cyberkriminelle wappnen können. Wie mittelständische Unternehmen sich gegen Cyberkriminelle wappnen

Kritische Lücken mit maximaler Gefahrenstufe

Die aktuellen Patches beheben Schwachstellen, die komplexe Unternehmensumgebungen massiv gefährden. Besonders brisant: CVE-2019-17571 mit einem CVSS-Score von 9,8 von maximal 10. Diese Lücke betrifft die SAP-Quotationsverwaltung für Versicherungen (FS-QUO) und basiert auf einer veralteten Apache-Log4j-Komponente.

Sicherheitsexperten von Pathlock und Onapsis warnen: Ein nicht authentifizierter Angreifer könnte über diese Schwachstelle beliebigen Code auf dem Host-System ausführen. Da Versicherungs-Angebotsplaner oft in automatisierte Workflows eingebunden sind, könnten Hacker tiefen Zugriff auf vernetzte Finanzsysteme erlangen.

Eine zweite kritische Lücke, CVE-2026-27685 (CVSS 9.1), wurde im SAP NetWeaver Enterprise Portal entdeckt. Diese unsichere Deserialisierung erlaubt privilegierten Nutzern, schädliche Inhalte hochzuladen – was zur vollständigen Kompromittierung des Anwendungsservers führen kann. Unternehmensportale verwalten häufig sensible Personal-, Beschaffungs- und Finanzdaten. Gelangen Angreifer hier zur Code-Ausführung, können sie Authentifizierungsabläufe manipulieren und das Portal als Basis für weitreichenden Daten- und Finanzdiebstahl nutzen.

Wie SAP-Betrug funktioniert – und warum er so teuer wird

Das Hauptmotiv für SAP-Angriffe ist direkter finanzieller Gewinn. Da SAP zentrale Unternehmens-Transaktionen verwaltet, können Hacker bei ungesicherten Systemen Finanzdaten direkt in der „Quelle der Wahrheit“ manuipulieren. Threat-Intelligence-Berichte dokumentieren, wie Cyberkriminelle Schwachstellen nutzen, um gefälschte Lieferantenkonten anzulegen, Bankverbindungen zu ändern und Unternehmenszahlungen in betrügerische Konten umzuleiten.

Das Risiko finanzieller Datendiebstähle zeigte sich bereits beim SAP-Patch-Day im Januar 2026. Damals wurde CVE-2026-0501 behoben – eine kritische SQL-Injection-Lücke im SAP S/4HANA Hauptbuch mit dem nahezu maximalen CVSS-Score von 9,9. Die Schwachstelle erlaubte authentifizierten Nutzern mit niedrigen Berechtigungen, beliebige SQL-Abfragen auszuführen und so die Integrität finanzieller Daten zu kompromittieren.

Die Schäden solcher Betrugsangriffe gehen weit über den unmittelbaren Geldverlust hinaus. Unternehmen sehen sich schwerwiegenden regulatorischen Konsequenzen gegenüber. Rahmenwerke wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), der Sarbanes-Oxley Act (SOX) und die EU-NIS2-Richtlinie verlangen strenge Kontrollen über Unternehmensfinanzen und personenbezogene Daten. Eine erfolgreiche SAP-Sicherheitslücke führt häufig zu Compliance-Verstößen, hohen Strafen und Reputationsschäden, die den Börsenwert nachhaltig beeinträchtigen können.

Anzeige

Die Absicherung sensibler Finanz- und Personendaten ist durch die DSGVO strikt vorgeschrieben und bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder. Dieser kostenlose Leitfaden unterstützt Sie mit einer praxisnahen 5-Schritte-Anleitung bei der vollständigen Umsetzung aller Anforderungen. DSGVO-Leitfaden mit Checkliste jetzt kostenlos sichern

Betriebsstörungen und Lieferketten-Sabotage

Während direkter Finanzbetrug ein enormes Risiko darstellt, sind die Schäden durch Betriebsunterbrechungen oft ebenso verheerend. Moderne Angreifer setzen nach dem Eindringen in SAP-Umgebungen häufig Ransomware ein, die den Zugang zu geschäftskritischen Anwendungen blockiert, bis Lösegeld gezahlt wird. Die Unfähigkeit, Gehälter zu verarbeiten, Lagerbestände zu verwalten oder Produktionsabläufe zu steuern, kann Großunternehmen täglich Millionen an entgangenen Umsätzen und Wiederherstellungskosten kosten.

Die Updates vom 10. März 2026 adressieren gezielt Schwachstellen, die zu solchen lähmenden Ausfallzeiten führen könnten. SAP Security Note 3719502 behebt eine hochgradige Denial-of-Service-Lücke (CVE-2026-27689, CVSS 7.7) in der SAP Supply-Chain-Management-Schnittstelle. Analysten von Pathlock betonen: Ein authentifizierter Angreifer mit niedrigen Berechtigungen könnte diese Schwachstelle über das Netzwerk ausnutzen, um Lieferkettenplanungskomponenten zu stören.

Durch erzwungenen Ressourcenverbrauch können Angreifer Planungs- und Optimierungssysteme außer Gefecht setzen. In globaler Produktion und Logistik führen bereits temporäre Ausfälle zu kaskadierenden Störungen – mit verpassten Lieferterminen, gebrochenen Service-Level-Vereinbarungen und erheblichen finanziellen Verlusten.

Cloud-Migrationsrisiken und KI-gestützte Abwehr

Während Unternehmen ihre SAP-Workloads durch Initiativen wie RISE with SAP und die SAP Business Technology Platform (BTP) rasch in die Cloud verlagern, verändert sich die Angriffsfläche. Cybersecurity-Prognosen für 2026 heben die wachsenden Risiken des Cloud-Shared-Responsibility-Modells hervor. Viele Führungskräfte gehen fälschlicherweise davon aus, dass Cloud-Anbieter alle Sicherheitsaspekte übernehmen. Doch während Provider die Infrastruktur absichern, bleiben Kunden voll verantwortlich für die Sicherung ihrer Anwendungsebene, Nutzerzugriffe und Daten.

Fehlkonfigurationen und schwache Zugriffsverwaltung in Cloud-Umgebungen sind zu Haupteinfallstoren für betrügerische Angriffe geworden. Um der wachsenden Raffinesse automatisierter, KI-gestützter Attacken zu begegnen, entwickeln sich auch Abwehrstrategien weiter. Anfang März 2026 kündigten SAP und das Cloud-Sicherheitsunternehmen Uptycs eine strategische Partnerschaft an. Ziel ist die Integration KI-gestützter Cyber-Bedrohungsanalysen in Unternehmenssicherheitsabläufe.

Durch den Einsatz fortschrittlicher KI-Plattformen wollen Organisationen Anomalien und Bedrohungen in Cloud- und On-Premise-SAP-Systemen schneller erkennen. Diese Integration bietet virtuelle Sicherheitsanalysen, die verdächtige Aktivitäten direkt mit verifizierten Telemetriedaten verknüpfen. Sicherheitsteams können so potenzielle Betrugsmuster und seitliche Bewegungen im Netzwerk identifizieren, bevor größerer Schaden entsteht.

Das Zeitfenster für Abwehrmaßnahmen schrumpft

Die Zeitspanne zur Abwehr von SAP-Cyberangriffen wird dramatisch kürzer. Historische Daten und aktuelle Bedrohungsinformationen legen nahe, dass sophisticated Angreifer in der Lage sind, Patches innerhalb von 72 Stunden nach Veröffentlichung zu reverse-engineeren und aktive Exploits einzusetzen. Für SAP-abhängige Unternehmen sind vierteljährliche Patch-Zyklen nicht mehr ausreichend.

Unternehmen müssen SAP-Sicherheit 2026 zur Chefsache machen. Um verheerenden Finanzbetrug und Betriebszusammenbrüche zu verhindern, braucht es mehrschichtige Abwehrstrategien. IT-Abteilungen müssen automatisierte Schwachstellenscans implementieren, strikte rollenbasierte Zugriffskontrollen durchsetzen und kontinuierliche Monitoring-Lösungen einsetzen, die Verhaltensanomalien in Echtzeit erkennen. Da SAP-Systeme immer tiefer in die globale Wirtschaftsinfrastruktur integriert werden, ist deren Schutz keine reine IT-Compliance-Übung mehr, sondern eine grundlegende Voraussetzung für das finanzielle Überleben von Unternehmen.


(13.03.2026)

BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Börsepeople im Podcast S24/24: Harald Weygand




 

Bildnachweis

1. Trading

Aktien auf dem Radar:Telekom Austria, Flughafen Wien, AT&S, Amag, CPI Europe AG, voestalpine, Wienerberger, Porr, Frequentis, Rosgix, DO&CO, Erste Group, Uniqa, Palfinger, Verbund, FACC, Kapsch TrafficCom, Linz Textil Holding, Marinomed Biotech, Rath AG, SBO, Wolftank-Adisa, Zumtobel, Polytec Group, Rosenbauer, Semperit, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, E.ON .


Random Partner

BNP Paribas
BNP Paribas ist eine führende europäische Bank mit internationaler Reichweite. Sie ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon über 146.000 in Europa. BNP Paribas ist in vielen Bereichen Marktführer oder besetzt Schlüsselpositionen am Markt und gehört weltweit zu den kapitalstärksten Banken.

>> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


 Latest Blogs

» ATX-Trends: AT&S, RBI, Lenzing ....

» Harald Weygand: Wie einer der bekanntesten Charttechniker im deutschspra...

» Börsepeople im Podcast S24/24: Harald Weygand

» Österreich-Depots: Weitere Highs (Depot Kommentar)

» Börsegeschichte 7.5.: Extremes zu Agrana und Polytec (Börse Geschichte) ...

» Nachlese: Börsepeople Fairness-Deal, Kalina Jarova-Müller, Wolfgang Aubr...

» ATX knackt erstmals die 6000-Punkte-Marke – ein historischer Handelstag ...

» Wiener Börse Party #1150: ATX erstmals kurz über 6000, seen on Börse360,...

» PIR-News zu Kontron, Reploid, Uniqa, Research zu RBI, Raiffeisen Top Pic...

» (Christian Drastil)


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


Ausgewählte Events von BSN-Partnern


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    Star der Stunde: Frequentis 2.2%, Rutsch der Stunde: Kapsch TrafficCom -3.25%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 10-11: Österreichische Post(1), Lenzing(1)
    BSN MA-Event Symrise
    Star der Stunde: Austriacard Holdings AG 2.76%, Rutsch der Stunde: CA Immo -4.27%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 9-10: UBM(1), OMV(1)
    Star der Stunde: Österreichische Post 1.29%, Rutsch der Stunde: CA Immo -3.15%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 8-9: Palfinger(1), Erste Group(1), voestalpine(1), Wienerberger(1)
    BSN MA-Event Allianz
    BSN MA-Event E.ON

    Featured Partner Video

    Börsepeople im Podcast S24/24: Harald Weygand

    Harald Weygand ist Mitbegründer der seit einigen Jahren börsenotierten stock3 AG und einer der bekanntesten Charttechniker im deutschsprachigen Raum. Wir sprechen über die Geschichte des Mediums, ü...

    Books josefchladek.com

    Masahisa Fukase
    Sasuke
    2025
    Atelier EXB

    Marcel Natkin (ed.)
    Le nu en photographie
    1937
    Éditions Mana

    Dean Garlick
    100 Sculptural Circumstances
    2025
    Lodge Press

    Fabrizio Strada
    Strada
    2025
    89books

    Dimitri Bogachuk
    Atlantic
    2025
    form.


    13.03.2026, 7834 Zeichen

    SAP-Systeme verwalten das Herzstück moderner Unternehmen – von Finanzdaten bis zur Lieferkette. Neue kritische Sicherheitslücken zeigen das massive Betrugsrisiko.

    Die am 10. März 2026 veröffentlichten SAP-Sicherheitsupdates adressieren 15 Schwachstellen, darunter besonders kritische Lücken. Diese ermöglichen Angreifern finanziellen Betrug, Fernzugriff und die vollständige Übernahme von Systemen. Da Cyberkriminelle zunehmend ERP-Plattformen wie SAP ins Visier nehmen, erreichen die finanziellen Schäden durch SAP-bezogene Angriffe neue Höchststände.

    Anzeige

    Angesichts der zunehmenden Professionalität bei Angriffen auf Unternehmenssysteme stehen viele Verantwortliche vor neuen Herausforderungen. Dieser Experten-Report enthüllt effektive Strategien, wie mittelständische Unternehmen sich ohne Budget-Explosion gegen Cyberkriminelle wappnen können. Wie mittelständische Unternehmen sich gegen Cyberkriminelle wappnen

    Kritische Lücken mit maximaler Gefahrenstufe

    Die aktuellen Patches beheben Schwachstellen, die komplexe Unternehmensumgebungen massiv gefährden. Besonders brisant: CVE-2019-17571 mit einem CVSS-Score von 9,8 von maximal 10. Diese Lücke betrifft die SAP-Quotationsverwaltung für Versicherungen (FS-QUO) und basiert auf einer veralteten Apache-Log4j-Komponente.

    Sicherheitsexperten von Pathlock und Onapsis warnen: Ein nicht authentifizierter Angreifer könnte über diese Schwachstelle beliebigen Code auf dem Host-System ausführen. Da Versicherungs-Angebotsplaner oft in automatisierte Workflows eingebunden sind, könnten Hacker tiefen Zugriff auf vernetzte Finanzsysteme erlangen.

    Eine zweite kritische Lücke, CVE-2026-27685 (CVSS 9.1), wurde im SAP NetWeaver Enterprise Portal entdeckt. Diese unsichere Deserialisierung erlaubt privilegierten Nutzern, schädliche Inhalte hochzuladen – was zur vollständigen Kompromittierung des Anwendungsservers führen kann. Unternehmensportale verwalten häufig sensible Personal-, Beschaffungs- und Finanzdaten. Gelangen Angreifer hier zur Code-Ausführung, können sie Authentifizierungsabläufe manipulieren und das Portal als Basis für weitreichenden Daten- und Finanzdiebstahl nutzen.

    Wie SAP-Betrug funktioniert – und warum er so teuer wird

    Das Hauptmotiv für SAP-Angriffe ist direkter finanzieller Gewinn. Da SAP zentrale Unternehmens-Transaktionen verwaltet, können Hacker bei ungesicherten Systemen Finanzdaten direkt in der „Quelle der Wahrheit“ manuipulieren. Threat-Intelligence-Berichte dokumentieren, wie Cyberkriminelle Schwachstellen nutzen, um gefälschte Lieferantenkonten anzulegen, Bankverbindungen zu ändern und Unternehmenszahlungen in betrügerische Konten umzuleiten.

    Das Risiko finanzieller Datendiebstähle zeigte sich bereits beim SAP-Patch-Day im Januar 2026. Damals wurde CVE-2026-0501 behoben – eine kritische SQL-Injection-Lücke im SAP S/4HANA Hauptbuch mit dem nahezu maximalen CVSS-Score von 9,9. Die Schwachstelle erlaubte authentifizierten Nutzern mit niedrigen Berechtigungen, beliebige SQL-Abfragen auszuführen und so die Integrität finanzieller Daten zu kompromittieren.

    Die Schäden solcher Betrugsangriffe gehen weit über den unmittelbaren Geldverlust hinaus. Unternehmen sehen sich schwerwiegenden regulatorischen Konsequenzen gegenüber. Rahmenwerke wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), der Sarbanes-Oxley Act (SOX) und die EU-NIS2-Richtlinie verlangen strenge Kontrollen über Unternehmensfinanzen und personenbezogene Daten. Eine erfolgreiche SAP-Sicherheitslücke führt häufig zu Compliance-Verstößen, hohen Strafen und Reputationsschäden, die den Börsenwert nachhaltig beeinträchtigen können.

    Anzeige

    Die Absicherung sensibler Finanz- und Personendaten ist durch die DSGVO strikt vorgeschrieben und bei Verstößen drohen empfindliche Bußgelder. Dieser kostenlose Leitfaden unterstützt Sie mit einer praxisnahen 5-Schritte-Anleitung bei der vollständigen Umsetzung aller Anforderungen. DSGVO-Leitfaden mit Checkliste jetzt kostenlos sichern

    Betriebsstörungen und Lieferketten-Sabotage

    Während direkter Finanzbetrug ein enormes Risiko darstellt, sind die Schäden durch Betriebsunterbrechungen oft ebenso verheerend. Moderne Angreifer setzen nach dem Eindringen in SAP-Umgebungen häufig Ransomware ein, die den Zugang zu geschäftskritischen Anwendungen blockiert, bis Lösegeld gezahlt wird. Die Unfähigkeit, Gehälter zu verarbeiten, Lagerbestände zu verwalten oder Produktionsabläufe zu steuern, kann Großunternehmen täglich Millionen an entgangenen Umsätzen und Wiederherstellungskosten kosten.

    Die Updates vom 10. März 2026 adressieren gezielt Schwachstellen, die zu solchen lähmenden Ausfallzeiten führen könnten. SAP Security Note 3719502 behebt eine hochgradige Denial-of-Service-Lücke (CVE-2026-27689, CVSS 7.7) in der SAP Supply-Chain-Management-Schnittstelle. Analysten von Pathlock betonen: Ein authentifizierter Angreifer mit niedrigen Berechtigungen könnte diese Schwachstelle über das Netzwerk ausnutzen, um Lieferkettenplanungskomponenten zu stören.

    Durch erzwungenen Ressourcenverbrauch können Angreifer Planungs- und Optimierungssysteme außer Gefecht setzen. In globaler Produktion und Logistik führen bereits temporäre Ausfälle zu kaskadierenden Störungen – mit verpassten Lieferterminen, gebrochenen Service-Level-Vereinbarungen und erheblichen finanziellen Verlusten.

    Cloud-Migrationsrisiken und KI-gestützte Abwehr

    Während Unternehmen ihre SAP-Workloads durch Initiativen wie RISE with SAP und die SAP Business Technology Platform (BTP) rasch in die Cloud verlagern, verändert sich die Angriffsfläche. Cybersecurity-Prognosen für 2026 heben die wachsenden Risiken des Cloud-Shared-Responsibility-Modells hervor. Viele Führungskräfte gehen fälschlicherweise davon aus, dass Cloud-Anbieter alle Sicherheitsaspekte übernehmen. Doch während Provider die Infrastruktur absichern, bleiben Kunden voll verantwortlich für die Sicherung ihrer Anwendungsebene, Nutzerzugriffe und Daten.

    Fehlkonfigurationen und schwache Zugriffsverwaltung in Cloud-Umgebungen sind zu Haupteinfallstoren für betrügerische Angriffe geworden. Um der wachsenden Raffinesse automatisierter, KI-gestützter Attacken zu begegnen, entwickeln sich auch Abwehrstrategien weiter. Anfang März 2026 kündigten SAP und das Cloud-Sicherheitsunternehmen Uptycs eine strategische Partnerschaft an. Ziel ist die Integration KI-gestützter Cyber-Bedrohungsanalysen in Unternehmenssicherheitsabläufe.

    Durch den Einsatz fortschrittlicher KI-Plattformen wollen Organisationen Anomalien und Bedrohungen in Cloud- und On-Premise-SAP-Systemen schneller erkennen. Diese Integration bietet virtuelle Sicherheitsanalysen, die verdächtige Aktivitäten direkt mit verifizierten Telemetriedaten verknüpfen. Sicherheitsteams können so potenzielle Betrugsmuster und seitliche Bewegungen im Netzwerk identifizieren, bevor größerer Schaden entsteht.

    Das Zeitfenster für Abwehrmaßnahmen schrumpft

    Die Zeitspanne zur Abwehr von SAP-Cyberangriffen wird dramatisch kürzer. Historische Daten und aktuelle Bedrohungsinformationen legen nahe, dass sophisticated Angreifer in der Lage sind, Patches innerhalb von 72 Stunden nach Veröffentlichung zu reverse-engineeren und aktive Exploits einzusetzen. Für SAP-abhängige Unternehmen sind vierteljährliche Patch-Zyklen nicht mehr ausreichend.

    Unternehmen müssen SAP-Sicherheit 2026 zur Chefsache machen. Um verheerenden Finanzbetrug und Betriebszusammenbrüche zu verhindern, braucht es mehrschichtige Abwehrstrategien. IT-Abteilungen müssen automatisierte Schwachstellenscans implementieren, strikte rollenbasierte Zugriffskontrollen durchsetzen und kontinuierliche Monitoring-Lösungen einsetzen, die Verhaltensanomalien in Echtzeit erkennen. Da SAP-Systeme immer tiefer in die globale Wirtschaftsinfrastruktur integriert werden, ist deren Schutz keine reine IT-Compliance-Übung mehr, sondern eine grundlegende Voraussetzung für das finanzielle Überleben von Unternehmen.


    (13.03.2026)

    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    Börsepeople im Podcast S24/24: Harald Weygand




     

    Bildnachweis

    1. Trading

    Aktien auf dem Radar:Telekom Austria, Flughafen Wien, AT&S, Amag, CPI Europe AG, voestalpine, Wienerberger, Porr, Frequentis, Rosgix, DO&CO, Erste Group, Uniqa, Palfinger, Verbund, FACC, Kapsch TrafficCom, Linz Textil Holding, Marinomed Biotech, Rath AG, SBO, Wolftank-Adisa, Zumtobel, Polytec Group, Rosenbauer, Semperit, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, EuroTeleSites AG, Österreichische Post, E.ON .


    Random Partner

    BNP Paribas
    BNP Paribas ist eine führende europäische Bank mit internationaler Reichweite. Sie ist mit mehr als 190.000 Mitarbeitern in 74 Ländern vertreten, davon über 146.000 in Europa. BNP Paribas ist in vielen Bereichen Marktführer oder besetzt Schlüsselpositionen am Markt und gehört weltweit zu den kapitalstärksten Banken.

    >> Besuchen Sie 55 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


     Latest Blogs

    » ATX-Trends: AT&S, RBI, Lenzing ....

    » Harald Weygand: Wie einer der bekanntesten Charttechniker im deutschspra...

    » Börsepeople im Podcast S24/24: Harald Weygand

    » Österreich-Depots: Weitere Highs (Depot Kommentar)

    » Börsegeschichte 7.5.: Extremes zu Agrana und Polytec (Börse Geschichte) ...

    » Nachlese: Börsepeople Fairness-Deal, Kalina Jarova-Müller, Wolfgang Aubr...

    » ATX knackt erstmals die 6000-Punkte-Marke – ein historischer Handelstag ...

    » Wiener Börse Party #1150: ATX erstmals kurz über 6000, seen on Börse360,...

    » PIR-News zu Kontron, Reploid, Uniqa, Research zu RBI, Raiffeisen Top Pic...

    » (Christian Drastil)


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Ausgewählte Jobs von PIR-Partnern


    Ausgewählte Events von BSN-Partnern


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      Star der Stunde: Frequentis 2.2%, Rutsch der Stunde: Kapsch TrafficCom -3.25%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 10-11: Österreichische Post(1), Lenzing(1)
      BSN MA-Event Symrise
      Star der Stunde: Austriacard Holdings AG 2.76%, Rutsch der Stunde: CA Immo -4.27%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 9-10: UBM(1), OMV(1)
      Star der Stunde: Österreichische Post 1.29%, Rutsch der Stunde: CA Immo -3.15%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 8-9: Palfinger(1), Erste Group(1), voestalpine(1), Wienerberger(1)
      BSN MA-Event Allianz
      BSN MA-Event E.ON

      Featured Partner Video

      Börsepeople im Podcast S24/24: Harald Weygand

      Harald Weygand ist Mitbegründer der seit einigen Jahren börsenotierten stock3 AG und einer der bekanntesten Charttechniker im deutschsprachigen Raum. Wir sprechen über die Geschichte des Mediums, ü...

      Books josefchladek.com

      Daido Moriyama
      Ligh and Shadow (English Version
      2019
      Getsuyosha, bookshop M

      Gerhard Puhlmann
      Die Stalinallee
      1953
      Verlag der Nation

      Joan van der Keuken
      Achter Glas
      1957
      C. de Boer jr.

      Daido Moriyama
      A Hunter (English Version
      2019
      Getsuyosha, bookshop M

      Mark Mahaney
      Polar Night
      2019/2021
      Trespasser