Ich stimme der Verwendung von Cookies zu. Auch wenn ich diese Website weiter nutze, gilt dies als Zustimmung.

Bitte lesen und akzeptieren Sie die Datenschutzinformation und Cookie-Informationen, damit Sie unser Angebot weiter nutzen können. Natürlich können Sie diese Einwilligung jederzeit widerrufen.





Minijob-Reform: Neue Grenze und politische Debatte ( Finanztrends)

09.03.2026, 6202 Zeichen

Die deutsche Arbeitswelt für geringfügig Beschäftigte steht vor einem Umbruch. Heute diskutieren Experten auf der Jahreskonferenz des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) über gesellschaftlichen Zusammenhalt und Arbeitsmarktreformen. Im Fokus: die Zukunft des Minijob-Modells. Gleichzeitig müssen sich Arbeitgeber seit Jahresbeginn an eine neue, dynamische 603-Euro-Grenze anpassen – eine direkte Folge der Erhöhung des Mindestlohns. Die Debatte über Sinn und Zweck der geringfügigen Beschäftigung hat damit eine neue Dringlichkeit erhalten.

Anzeige

Die dynamische Anhebung der Verdienstgrenzen stellt Arbeitgeber vor neue Herausforderungen bei der Vertragsgestaltung. Mit dieser kostenlosen Mustervorlage erstellen Sie im Handumdrehen einen rechtssicheren Arbeitsvertrag für Ihre Minijobber und sparen sich teure Anwaltskosten. Rechtssichere Minijob-Vorlage jetzt kostenlos herunterladen

Neue Grenzwerte und die Midijob-Zone

Ein Kernmechanismus des deutschen Arbeitsrechts ist die Kopplung der Minijob-Grenze an den gesetzlichen Mindestlohn. Seit dem 1. Januar 2026 gilt ein Stundenlohn von 13,90 Euro. Damit stieg die monatliche Verdienstobergrenze für Minijobber automatisch von 556 auf 603 Euro. Ein Beschäftigter kann so weiterhin etwa 10 Stunden pro Woche arbeiten, ohne die steuer- und abgabenbegünstigte Schwelle zu überschreiten. Die Jahresgrenze liegt nun bei 7.236 Euro.

Diese Anpassung verschiebt auch den Einstieg in die Midijob-Zone. Diese Übergangsbereich beginnt jetzt bei 603,01 Euro und reicht bis 2.000 Euro monatlich. Hier zahlen Arbeitnehmer reduzierte Sozialbeiträge, sammeln aber volle Ansprüche. Für Personalabteilungen bedeutet das: Gehaltsabrechnungen und Vertragsvorlagen müssen akribisch aktualisiert werden. Verstöße gegen den Mindestlohn oder falsche Grenzwertberechnungen können teuer werden – mit Bußgeldern bis zu 500.000 Euro und Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen.

Schwankende Einkommen und Ausnahmeregelungen

Eine besondere Herausforderung bleiben variable Arbeitszeiten. Deutsche Arbeitsgerichte wenden das Entstehungsprinzip streng an: Entscheidend ist der Zeitpunkt der Entstehung des Lohnanspruchs, nicht der tatsächliche Auszahlungstermin. Doch es gibt Spielraum für Unvorhersehbares.

Die Minijob-Zentrale erlaubt es, die 603-Euro-Grenze zu überschreiten, wenn die Mehrarbeit nicht planbar ist – etwa bei plötzlicher Vertretung für einen erkrankten Kollegen. Diese Ausnahme gilt maximal für zwei Kalendermonate innerhalb eines Jahres. In diesen Monaten kann ein Minijobber bis zum Doppelten des Regelbetrags, also 1.206 Euro, verdienen. Wird diese Möglichkeit voll ausgeschöpft, käme ein Beschäftigter theoretisch auf ein Jahresgehalt von 8.442 Euro, ohne den Status zu verlieren.

Juristen warnen jedoch: Geplante Vertretungen im Urlaub oder saisonale Spitzen gelten nicht als unvorhersehbar. Wird die Grenze planmäßig überschritten, fällt sofort der volle Sozialversicherungsbeitrag an.

Anzeige

Um bei Betriebsprüfungen keine teuren Nachzahlungen zu riskieren, ist eine präzise Abrechnung der Geringfügigkeit und die Einhaltung der Mindestlohn-Regelungen unerlässlich. Dieser Experten-Guide unterstützt Sie dabei, Ihre Minijobber-Abrechnungen betriebsprüfungssicher zu gestalten und Fallstricke bei Meldepflichten zu vermeiden. Kostenlosen Minijobber-Leitfaden für Arbeitgeber sichern

Gleiche Rechte und neue Rentenoption ab Juli

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Minijobber weniger Rechte hätten. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) stellt klar: Geringfügig Beschäftigte sind rechtlich Teilzeitkräfte mit denselben Ansprüchen wie Vollzeitbeschäftigte. Dazu zählen bezahlter Urlaub, sechswöchige Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Mutterschutz und Feiertagszuschläge.

Ab dem 1. Juli 2026 kommt ein wichtiges neues Wahlrecht hinzu. Bisher konnten sich Minijobber von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, um ihr Nettoeinkommen zu maximieren – eine meist unwiderrufliche Entscheidung. Künftig können Beschäftigte, die eine solche Befreiung haben, beim Arbeitnehmer einen formellen Antrag auf Widerruf stellen. Die Aufhebung wird im Folgemonat wirksam und ist endgültig. Arbeitgeber müssen dann die Meldung an die Minijob-Zentrale anpassen und die Beitragsgruppe ändern.

Politische Debatte: Abschaffung im Raum

Die technischen Anpassungen erfolgen vor dem Hintergrund einer hitzigen politischen Grundsatzdebatte. Auf der IWH-Konferenz heute ist das Thema zentral. Vorstöße etwa der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) fordern eine starke Einschränkung oder gar die Abschaffung des Minijob-Modells. Das Ziel: diese Jobs in reguläre, voll sozialversicherungspflichtige Beschäftigung überführen.

Das IWH legte im Februar 2026 eine Studie vor, die die Dimensionen verdeutlicht. Von rund 7 Millionen Minijobbern in Deutschland wären etwa 4 Millionen betroffen, die den Job als Nebenverdienst ausüben. Den Modellrechnungen zufolge könnte eine Abschaffung den Sozialkassen 2026 zwar zusätzliche 4,5 Milliarden Euro bringen. Diese Summe ginge jedoch direkt vom Nettoeinkommen der Beschäftigten ab.

Arbeitsmarktexperten sehen die Gesamtwirkung skeptisch. Zwar könnten einige Arbeitnehmer zu mehr Stunden motiviert werden, wenn die starre Verdienstgrenze fällt. Doch viele befürchten, dass ein großer Teil der Minijobs einfach wegfallen würde – weil Arbeitgeber die höheren Kosten und den Verwaltungsaufwand scheuen.

Ausblick: Dynamik setzt sich 2027 fort

Die Entwicklung ist auch für das kommende Jahr bereits gesetzlich vorgezeichnet. Zum 1. Januar 2027 soll der Mindestlohn auf 14,60 Euro steigen. Über den Kopplungsmechanismus erhöht sich die Minijob-Grenze damit automatisch auf 633 Euro monatlich (7.596 Euro jährlich). Der Midijob-Bereich verschiebt sich entsprechend.

Bis dahin raten Experten Arbeitgebern zu einer gründlichen Überprüfung ihrer Lohnabrechnungssysteme. Die Einführung präziser Zeiterfassungssysteme wird immer wichtiger, da Gerichte die Dokumentationspflichten aus jüngsten Bundesurteilen bekräftigen. Während die Politik über den sozialen und wirtschaftlichen Nutzen der geringfügigen Beschäftigung streitet, müssen Unternehmen flexibel bleiben – für kleine Anpassungen und mögliche große Reformen.


(09.03.2026)

BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Wiener Börse Party #1110: ATX mehr als 2 Prozent tiefer, Verbund gesucht, Andritz vielversprechend und Gabler statt Babler




 

Bildnachweis

1. Trading

Aktien auf dem Radar:FACC, CPI Europe AG, RHI Magnesita, Austriacard Holdings AG, Agrana, Kapsch TrafficCom, OMV, Verbund, DO&CO, Palfinger, RBI, Strabag, Uniqa, VIG, Mayr-Melnhof, Lenzing, Erste Group, ATX, AT&S, ATX NTR, Bawag, Bajaj Mobility AG, Wienerberger, voestalpine, ATX TR, ATX Prime, Amag, Porr, Polytec Group, Rath AG, SBO.


Random Partner

AT&S
Austria Technologie & Systemtechnik AG (AT&S) ist europäischer Marktführer und weltweit einer der führenden Hersteller von Leiterplatten und IC-Substraten. Mit 9.526 Mitarbeitern entwickelt und produziert AT&S an sechs Produktionsstandorten in Österreich, Indien, China und Korea und ist mit einem Vertriebsnetzwerk in Europa, Asien und Nordamerika präsent. (Stand 06/17)

>> Besuchen Sie 54 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


 Latest Blogs

» Österreich-Depots: Anders als beim ATX ist bei Stockpicking Österreich n...

» Börsegeschichte 9.3.: Extremes zu Bawag und Polytec (Börse Geschichte) (...

» ATX rutscht unter Jahresstartwert – Verbund trotzt der Abwärtsbewegung (...

» Nachlese: Gunter Deuber, Melanie Steiner Strabag Real Estate, mumak.me, ...

» Wiener Börse Party #1110: ATX mehr als 2 Prozent tiefer, Verbund gesucht...

» Koalition am Scheideweg: Steuerstreit spaltet Schwarz-Rot ( Finanztrends)

» KI-Tools führen zu neuem Burnout-Risiko ( Finanztrends)

» Almonty Industries Aktie: Analysten drehen auf ( Finanztrends)

» ANG Lifesciences Aktie: Margen im Fokus ( Finanztrends)

» Wiener Börse zu Mittag deutlich schwächer: Verbund, Flughafen und Agrana...


Useletter

Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

Newsletter abonnieren

Runplugged

Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

per Newsletter erhalten


Meistgelesen
>> mehr





PIR-Zeichnungsprodukte
Newsflow
>> mehr

Börse Social Club Board
>> mehr
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 22-23: Strabag(1), voestalpine(1)
    BSN Vola-Event Bayer
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 21-22: Kontron(3), Wienerberger(1), Strabag(1), Porr(1)
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 19-20: voestalpine(1), Kontron(1), Strabag(1), Verbund(1)
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 18-19: CPI Europe AG(5), Porr(2)
    Star der Stunde: UBM 3%, Rutsch der Stunde: EuroTeleSites AG -1.31%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 17-18: Strabag(1), Uniqa(1), Kontron(1), voestalpine(1)
    Star der Stunde: Flughafen Wien 1.33%, Rutsch der Stunde: UBM -0.54%
    wikifolio-Trades Austro-Aktien 16-17: Wienerberger(2), UBM(2), Erste Group(1), Lenzing(1), voestalpine(1)

    Featured Partner Video

    Wiener Börse Party #1100: ATX etwas stärker, AT&S vorne, vor Changes im ATX Five, Uhrzeiten für Best of Austro-IR beim 2. Aktientag fixiert

    Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...

    Books josefchladek.com

    Livio Piatti
    zooreal
    2003
    Kontrast Verlag

    Matteo Girola
    Viewfinders
    2025
    Studiofaganel

    Pedro J. Saavedra
    Donde el viento da la vuelta
    2023
    Self published

    Pia Paulina Guilmoth & Jesse Bull Saffire
    Fishworm
    2025
    Void

    Ludwig Kozma
    Das Neue Haus
    1941
    Verlag Dr. H. Girsberger & Cie


    09.03.2026, 6202 Zeichen

    Die deutsche Arbeitswelt für geringfügig Beschäftigte steht vor einem Umbruch. Heute diskutieren Experten auf der Jahreskonferenz des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) über gesellschaftlichen Zusammenhalt und Arbeitsmarktreformen. Im Fokus: die Zukunft des Minijob-Modells. Gleichzeitig müssen sich Arbeitgeber seit Jahresbeginn an eine neue, dynamische 603-Euro-Grenze anpassen – eine direkte Folge der Erhöhung des Mindestlohns. Die Debatte über Sinn und Zweck der geringfügigen Beschäftigung hat damit eine neue Dringlichkeit erhalten.

    Anzeige

    Die dynamische Anhebung der Verdienstgrenzen stellt Arbeitgeber vor neue Herausforderungen bei der Vertragsgestaltung. Mit dieser kostenlosen Mustervorlage erstellen Sie im Handumdrehen einen rechtssicheren Arbeitsvertrag für Ihre Minijobber und sparen sich teure Anwaltskosten. Rechtssichere Minijob-Vorlage jetzt kostenlos herunterladen

    Neue Grenzwerte und die Midijob-Zone

    Ein Kernmechanismus des deutschen Arbeitsrechts ist die Kopplung der Minijob-Grenze an den gesetzlichen Mindestlohn. Seit dem 1. Januar 2026 gilt ein Stundenlohn von 13,90 Euro. Damit stieg die monatliche Verdienstobergrenze für Minijobber automatisch von 556 auf 603 Euro. Ein Beschäftigter kann so weiterhin etwa 10 Stunden pro Woche arbeiten, ohne die steuer- und abgabenbegünstigte Schwelle zu überschreiten. Die Jahresgrenze liegt nun bei 7.236 Euro.

    Diese Anpassung verschiebt auch den Einstieg in die Midijob-Zone. Diese Übergangsbereich beginnt jetzt bei 603,01 Euro und reicht bis 2.000 Euro monatlich. Hier zahlen Arbeitnehmer reduzierte Sozialbeiträge, sammeln aber volle Ansprüche. Für Personalabteilungen bedeutet das: Gehaltsabrechnungen und Vertragsvorlagen müssen akribisch aktualisiert werden. Verstöße gegen den Mindestlohn oder falsche Grenzwertberechnungen können teuer werden – mit Bußgeldern bis zu 500.000 Euro und Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen.

    Schwankende Einkommen und Ausnahmeregelungen

    Eine besondere Herausforderung bleiben variable Arbeitszeiten. Deutsche Arbeitsgerichte wenden das Entstehungsprinzip streng an: Entscheidend ist der Zeitpunkt der Entstehung des Lohnanspruchs, nicht der tatsächliche Auszahlungstermin. Doch es gibt Spielraum für Unvorhersehbares.

    Die Minijob-Zentrale erlaubt es, die 603-Euro-Grenze zu überschreiten, wenn die Mehrarbeit nicht planbar ist – etwa bei plötzlicher Vertretung für einen erkrankten Kollegen. Diese Ausnahme gilt maximal für zwei Kalendermonate innerhalb eines Jahres. In diesen Monaten kann ein Minijobber bis zum Doppelten des Regelbetrags, also 1.206 Euro, verdienen. Wird diese Möglichkeit voll ausgeschöpft, käme ein Beschäftigter theoretisch auf ein Jahresgehalt von 8.442 Euro, ohne den Status zu verlieren.

    Juristen warnen jedoch: Geplante Vertretungen im Urlaub oder saisonale Spitzen gelten nicht als unvorhersehbar. Wird die Grenze planmäßig überschritten, fällt sofort der volle Sozialversicherungsbeitrag an.

    Anzeige

    Um bei Betriebsprüfungen keine teuren Nachzahlungen zu riskieren, ist eine präzise Abrechnung der Geringfügigkeit und die Einhaltung der Mindestlohn-Regelungen unerlässlich. Dieser Experten-Guide unterstützt Sie dabei, Ihre Minijobber-Abrechnungen betriebsprüfungssicher zu gestalten und Fallstricke bei Meldepflichten zu vermeiden. Kostenlosen Minijobber-Leitfaden für Arbeitgeber sichern

    Gleiche Rechte und neue Rentenoption ab Juli

    Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Minijobber weniger Rechte hätten. Das Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) stellt klar: Geringfügig Beschäftigte sind rechtlich Teilzeitkräfte mit denselben Ansprüchen wie Vollzeitbeschäftigte. Dazu zählen bezahlter Urlaub, sechswöchige Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Mutterschutz und Feiertagszuschläge.

    Ab dem 1. Juli 2026 kommt ein wichtiges neues Wahlrecht hinzu. Bisher konnten sich Minijobber von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen, um ihr Nettoeinkommen zu maximieren – eine meist unwiderrufliche Entscheidung. Künftig können Beschäftigte, die eine solche Befreiung haben, beim Arbeitnehmer einen formellen Antrag auf Widerruf stellen. Die Aufhebung wird im Folgemonat wirksam und ist endgültig. Arbeitgeber müssen dann die Meldung an die Minijob-Zentrale anpassen und die Beitragsgruppe ändern.

    Politische Debatte: Abschaffung im Raum

    Die technischen Anpassungen erfolgen vor dem Hintergrund einer hitzigen politischen Grundsatzdebatte. Auf der IWH-Konferenz heute ist das Thema zentral. Vorstöße etwa der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) fordern eine starke Einschränkung oder gar die Abschaffung des Minijob-Modells. Das Ziel: diese Jobs in reguläre, voll sozialversicherungspflichtige Beschäftigung überführen.

    Das IWH legte im Februar 2026 eine Studie vor, die die Dimensionen verdeutlicht. Von rund 7 Millionen Minijobbern in Deutschland wären etwa 4 Millionen betroffen, die den Job als Nebenverdienst ausüben. Den Modellrechnungen zufolge könnte eine Abschaffung den Sozialkassen 2026 zwar zusätzliche 4,5 Milliarden Euro bringen. Diese Summe ginge jedoch direkt vom Nettoeinkommen der Beschäftigten ab.

    Arbeitsmarktexperten sehen die Gesamtwirkung skeptisch. Zwar könnten einige Arbeitnehmer zu mehr Stunden motiviert werden, wenn die starre Verdienstgrenze fällt. Doch viele befürchten, dass ein großer Teil der Minijobs einfach wegfallen würde – weil Arbeitgeber die höheren Kosten und den Verwaltungsaufwand scheuen.

    Ausblick: Dynamik setzt sich 2027 fort

    Die Entwicklung ist auch für das kommende Jahr bereits gesetzlich vorgezeichnet. Zum 1. Januar 2027 soll der Mindestlohn auf 14,60 Euro steigen. Über den Kopplungsmechanismus erhöht sich die Minijob-Grenze damit automatisch auf 633 Euro monatlich (7.596 Euro jährlich). Der Midijob-Bereich verschiebt sich entsprechend.

    Bis dahin raten Experten Arbeitgebern zu einer gründlichen Überprüfung ihrer Lohnabrechnungssysteme. Die Einführung präziser Zeiterfassungssysteme wird immer wichtiger, da Gerichte die Dokumentationspflichten aus jüngsten Bundesurteilen bekräftigen. Während die Politik über den sozialen und wirtschaftlichen Nutzen der geringfügigen Beschäftigung streitet, müssen Unternehmen flexibel bleiben – für kleine Anpassungen und mögliche große Reformen.


    (09.03.2026)

    BSN Podcasts
    Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

    Wiener Börse Party #1110: ATX mehr als 2 Prozent tiefer, Verbund gesucht, Andritz vielversprechend und Gabler statt Babler




     

    Bildnachweis

    1. Trading

    Aktien auf dem Radar:FACC, CPI Europe AG, RHI Magnesita, Austriacard Holdings AG, Agrana, Kapsch TrafficCom, OMV, Verbund, DO&CO, Palfinger, RBI, Strabag, Uniqa, VIG, Mayr-Melnhof, Lenzing, Erste Group, ATX, AT&S, ATX NTR, Bawag, Bajaj Mobility AG, Wienerberger, voestalpine, ATX TR, ATX Prime, Amag, Porr, Polytec Group, Rath AG, SBO.


    Random Partner

    AT&S
    Austria Technologie & Systemtechnik AG (AT&S) ist europäischer Marktführer und weltweit einer der führenden Hersteller von Leiterplatten und IC-Substraten. Mit 9.526 Mitarbeitern entwickelt und produziert AT&S an sechs Produktionsstandorten in Österreich, Indien, China und Korea und ist mit einem Vertriebsnetzwerk in Europa, Asien und Nordamerika präsent. (Stand 06/17)

    >> Besuchen Sie 54 weitere Partner auf boerse-social.com/partner


     Latest Blogs

    » Österreich-Depots: Anders als beim ATX ist bei Stockpicking Österreich n...

    » Börsegeschichte 9.3.: Extremes zu Bawag und Polytec (Börse Geschichte) (...

    » ATX rutscht unter Jahresstartwert – Verbund trotzt der Abwärtsbewegung (...

    » Nachlese: Gunter Deuber, Melanie Steiner Strabag Real Estate, mumak.me, ...

    » Wiener Börse Party #1110: ATX mehr als 2 Prozent tiefer, Verbund gesucht...

    » Koalition am Scheideweg: Steuerstreit spaltet Schwarz-Rot ( Finanztrends)

    » KI-Tools führen zu neuem Burnout-Risiko ( Finanztrends)

    » Almonty Industries Aktie: Analysten drehen auf ( Finanztrends)

    » ANG Lifesciences Aktie: Margen im Fokus ( Finanztrends)

    » Wiener Börse zu Mittag deutlich schwächer: Verbund, Flughafen und Agrana...


    Useletter

    Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab. Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.

    Newsletter abonnieren

    Runplugged

    Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
    (kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)

    per Newsletter erhalten


    Meistgelesen
    >> mehr





    PIR-Zeichnungsprodukte
    Newsflow
    >> mehr

    Börse Social Club Board
    >> mehr
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 22-23: Strabag(1), voestalpine(1)
      BSN Vola-Event Bayer
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 21-22: Kontron(3), Wienerberger(1), Strabag(1), Porr(1)
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 19-20: voestalpine(1), Kontron(1), Strabag(1), Verbund(1)
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 18-19: CPI Europe AG(5), Porr(2)
      Star der Stunde: UBM 3%, Rutsch der Stunde: EuroTeleSites AG -1.31%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 17-18: Strabag(1), Uniqa(1), Kontron(1), voestalpine(1)
      Star der Stunde: Flughafen Wien 1.33%, Rutsch der Stunde: UBM -0.54%
      wikifolio-Trades Austro-Aktien 16-17: Wienerberger(2), UBM(2), Erste Group(1), Lenzing(1), voestalpine(1)

      Featured Partner Video

      Wiener Börse Party #1100: ATX etwas stärker, AT&S vorne, vor Changes im ATX Five, Uhrzeiten für Best of Austro-IR beim 2. Aktientag fixiert

      Die Wiener Börse Party ist ein Podcastprojekt für Audio-CD.at von Christian Drastil Comm.. Unter dem Motto „Market & Me“ berichtet Christian Drastil über das Tagesgeschehen an der Wiener Börse. Inh...

      Books josefchladek.com

      Marcel Natkin (ed.)
      Le nu en photographie
      1937
      Éditions Mana

      Yasuhiro Ishimoto
      Someday Somewhere (Aru hi aru tokoro, 石元泰博 ある日ある所)
      1958
      Geibi Shuppan

      Siri Kaur
      Sistermoon
      2025
      Void

      Otto Wagner
      Moderne Architektur
      1902
      Anton Schroll

      Michael Rathmayr
      Remedy
      2025
      Nearest Truth