DAX: Turbulenzen halten an ( Finanztrends)
05.03.2026, 3669 Zeichen
Der deutsche Leitindex kämpft mit den Nachwehen des Iran-Konflikts. Nach einer kurzen Erholung am Mittwoch – der DAX schloss 1,74 Prozent höher bei 24.205 Punkten – droht am Donnerstag ein erneuter Rückschlag. Broker IG taxiert den Index zwei Stunden vor Handelsbeginn 0,7 Prozent tiefer auf 24.027 Zähler. Die Hoffnung auf eine nachhaltige Stabilisierung über der psychologisch wichtigen 24.000er-Marke könnte sich als trügerisch erweisen.
Ölpreis und Kriegseskalation belasten
Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt und sendet widersprüchliche Signale. Zwar berichtete die New York Times von iranischen Annäherungsversuchen über die CIA, doch das iranische Geheimdienstministerium dementierte dies umgehend als "komplette Lüge". Teheran signalisiert Kampfbereitschaft. Eine Explosion an einem Tanker im Persischen Golf befeuert die Sorgen um die globale Handelsschifffahrt. Die Folge: Der Ölpreis zieht wieder an – Brent-Rohöl legte in Asien um 2 Prozent zu, WTI-Öl sogar um fast 4 Prozent.
Marktbeobachter Stephen Innes von SPI Asset Management bringt es auf den Punkt: Das Problem liegt nicht im getroffenen Tanker selbst, sondern in der Erkenntnis, dass Kriegshandlungen nun offenbar auch den globalen Handel ins Visier nehmen. US-Präsident Trump hatte zwar angekündigt, notfalls die US-Marine zum Schutz von Tankern durch die Straße von Hormus einzusetzen. Doch Verteidigungsminister Pete Hegseth stellte einen längeren Konflikt in Aussicht – möglicherweise bis zu acht Wochen.
Bilanzsaison als Gegenprogramm
Immerhin: Die heimische Unternehmensfront liefert Ablenkung. Am Donnerstag legen mit Merck und DHL Group zwei Schwergewichte ihre Zahlen vor. Dazu gesellen sich zahlreiche Berichte aus der zweiten und dritten Reihe. Der sogenannte "Super-Donnerstag" für Unternehmenszahlen könnte zumindest kurzfristig positive Impulse setzen – sofern die Ergebnisse überzeugen.
Parallel vollzieht sich eine größere Indexumstellung: DEUTZ, Salzgitter und JENOPTIK steigen aus dem SDAX in den MDAX auf. Die Lufthansa verpasste hingegen die erhoffte Rückkehr in den DAX, mehr als 30 Jahre nach ihrem erzwungenen Abstieg während der Corona-Pandemie.
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Wall Street sendet Warnsignal
Besonders aufschlussreich: Führende Strategen an der Wall Street raten Investoren laut Bloomberg davon ab, auf eine erneute Rettungsaktion von Donald Trump zu setzen. Der sogenannte "Trump-Put" greife im Iran-Krieg nicht. Der militärische Schlag habe eine Dynamik entfacht, die sich politisch kaum noch einhegen lasse. US-Finanzminister Scott Bessent deutete zudem an, dass der globale Importzollsatz bald von 10 auf 15 Prozent steigen könnte – ein weiterer Belastungsfaktor.
Die asiatischen Börsen zeigten sich am Donnerstag zwar fester – Südkoreas Kospi sprang über 10 Prozent, Japans Nikkei legte fast 3 Prozent zu. Doch Beobachter werten dies eher als technische Gegenbewegung nach tagelangen Verlusten denn als Trendwende. Der Dollar gab deutlich nach, Gold kletterte Richtung 5.200 Dollar je Unze.
Vom Allzeithoch bei 25.507 Punkten am 13. Januar ist der DAX mittlerweile über 1.300 Punkte entfernt. Ob die 24.000er-Marke diesmal hält, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob sich die Lage im Nahen Osten stabilisiert – oder weiter eskaliert.
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Die Addiko Gruppe besteht aus der Addiko Bank AG, der österreichischen Mutterbank mit Sitz in Wien (Österreich), die an der Wiener Börse notiert und sechs Tochterbanken, die in fünf CSEE-Ländern registriert, konzessioniert und tätig sind: Kroatien, Slowenien, Bosnien & Herzegowina (wo die Addiko Gruppe zwei Banken betreibt), Serbien und Montenegro.
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