01.03.2026, 2985 Zeichen
Die Bundesregierung will den eingebrochenen Wohnungsbau mit günstigeren Krediten anschieben. Ab Anfang März gelten deutlich niedrigere Zinsen im Förderprogramm „Klimafreundlicher Neubau“ (KFN) der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die Maßnahme soll private und gewerbliche Investoren entlasten und dringend benötigte Bauvorhaben wieder rentabler machen.
So attraktiv sind die neuen Konditionen
Für Bauprojekte, die den hohen Effizienzhaus-40-Standard erfüllen, sinkt der effektive Jahreszins auf 0,6 Prozent. Für den Effizienzhaus-55-Standard wird der Zins auf 1,0 Prozent reduziert. Die Konditionen gelten bei einer Zinsbindung von zehn Jahren. Voraussetzung für die Förderung ist eine bereits vorliegende Baugenehmigung. Die Darlehen können Investoren über ihre Hausbanken beantragen.
Neben günstigen Zinskonditionen bietet das neue Wachstumschancengesetz zusätzliche Möglichkeiten, die Rentabilität von Bauprojekten durch degressive AfA deutlich zu steigern. In diesem kostenlosen Leitfaden erfahren Sie, wie Sie steuerliche Abschreibungen optimal nutzen und Ihre Liquidität verbessern. Kostenlosen Steuer-Ratgeber für Immobilienbesitzer herunterladen
Ein Rettungsanker für die Branche?
Der Schritt kommt zur rechten Zeit. Die Baubranche kämpft seit Monaten mit explodierenden Material- und Energiekosten, hohen Finanzierungszinsen und bürokratischen Hürden. Die Folge: Ein dramatischer Einbruch bei den Wohnungsbauprojekten. Statt der einst angestrebten 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr prognostizieren Experten für 2026 nur noch rund 215.000 Fertigstellungen. Dieser Mangel verschärft die Wohnungskrise in Ballungsräumen massiv. Branchenverbände sehen in den verbesserten KfW-Konditionen einen wichtigen Impuls, um geplante, aber aufgeschobene Projekte wieder in Gang zu bringen.
Großprojekte trotzen der allgemeinen Flaute
Während der Wohnungsbau leidet, feiern andere Segmente weiterhin Spatenstiche. Kapitalstarke Unternehmen und die öffentliche Hand verfolgen langfristige Vorhaben konsequent. In der Hamburger HafenCity entsteht bis Ende 2028 die neue Deutschlandzentrale der Reederei MSC. In Halle wird der Grundstein für ein Pandemieforschungszentrum gelegt, und der Freistaat Bayern gibt rund 540 Millionen Euro für drei Großbauprojekte an der Universität Erlangen-Nürnberg frei. Diese Projekte zeigen: Die grundsätzliche Investitionsbereitschaft in zukunftsträchtige Gebäude ist da.
Warten auf den Bürokratieabbau
Neben finanziellen Anreizen setzt die Politik auf schnellere Verfahren. Im Bundestag wird aktuell das „Infrastruktur-Zukunftsgesetz“ beraten. Es soll Planungs- und Genehmigungsverfahren für Verkehrs-, Energie- und Digitalprojekte erheblich beschleunigen. Die gesamte Baubranche hofft auf eine Signalwirkung für einen generellen Bürokratieabbau. Denn eines ist klar: Fördergelder allein reichen nicht aus. Deutschland muss insgesamt schneller und unbürokratischer bauen können, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Börsepeople im Podcast S23/21: Martin Seiter
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