06.05.2022, 3954 Zeichen
Im Interview mit boersenradio.at gibt sich Wolftank CEO Peter Werth zuversichtlich hinsichtlich der Geschäftsaussichten: "Die Ukraine-Krise hat gezeigt, dass erneuerbare Energien nicht nur der Weg zur Eindämmung der Klimaerwärmung sind, sondern auch den Vorteil haben, strategische Unabhängigkeit zu bieten." Bei Wolftank kommt es zu einer vermehrten Nachfrage nach Betankungsanlagen für Wasserstofffahrzeuge und für LNG-Fahrzeuge. Wasserstoff angetriebene Schwerverkehrsfahrzeuge (LKW, Busse, Züge..) seien stark im Kommen. Allerdings sei die Latenzzeit von ersten Gesprächen mit Kunden bis zum Bau der Anlagen mit ein bis zwei Jahren lang. Es müssten Behördenwege erledigt und Genehmigungen eingeholt werden. "Das benötigt Zeit und für die Behörden oder Feuerwehren ist das großteils neu, man muss sich erst eine fundierte Meinung bilden", weiß Werth zu berichten. Daher sei es schwer, eine wirtschaftliche Prognose für das Unternehmen abzugeben. "Wir werden umsatzmäßig deutlich wachsen, wie hoch kann man noch nicht sagen, weil es diese zeitliche Unsicherheit bei der Projektabwicklung bezüglich Behörden und Genehmigungen gibt. Dazu kommt noch die Lieferkettenproblematik. Wir sind aber guten Mutes und haben gute Voraussetzungen für die nächsten Jahre", so Werth.
Zuversicht kommt auch von den jüngst abgeschlossenen Kooperationen. Mit SFC arbeitet das Unternehmen für den italienischen TIM Konzern zusammen. Es werden Pilotanlagen für Wasserstoff-Notstrom-Versorgungssystems für Telekommunikationsanlagen entwickelt und errichtet. "SFC hat das Know how für Brennstoffzellen, wir das Know how wie man aus Wasserstoff Elektrizität herstellt", erkärt Werth. Der Telekomkozern TIM ist laut Werth sehr zufrieden. "Das erfüllt uns zuerst mit Stolz aber noch nicht mit Geld. Das kommt erst", meint er. Hinsichtlich ESG-Strategien der Unternehmen liege man mit dem Wasserstoff-Angebot sehr gut. "Wasserstoff hat keinen initialen CO2-Footprint, wie es etwa eine Lithium Batterie in der Herstellung hat. Wasserstoff, sofern er aus grüner Quelle kommt, ist CO2 frei. Und bei einem großen Fuhrpark zahlt sich das aus", sagt Werth. Bei TIM laufe die erste Pilotanlage, an der zweiten wird gearbeitet. "Dann wird eine Ausschreibung erfolgen. Wenn wir die gwinnen, dann haben wir einen großen Auftrag. Wir haben uns die letzten 18 Monate in eine gute Position gebracht, bei der Ausschreibung erfolgreich zu sein", glaubt Werth. Auch mit Kuweit Petroleum Italia gibt es eine Kooperation. Kuweit Petroleum betreibt in Europa unter der Marke Q8 über 3000 eigene Tankstellen. "Sämtliche Erweiterungen auf LNG und auch Bodensanierungen etc. werden wir übernehmen", freut sich Werth. "Da haben wir einen Partner, der uns mit Leichtigkeit auslastet. Es ist auch eine Absicherung für uns, sollte mal wieder eine Pandemie kommen. Dann haben wir auf jeden Fall Arbeit im Haus, denn Kuweit Petroleum hat für uns immer etwas zu tun. Diese Partnerschaft entschärft Situationen wie eine Pandemie," beschreibt Werth.
Auch die Tatsache, dass sich die Anzahl der Wasserstofffahrzeughersteller von vor einigen Jahren noch vier auf jetzt mehr als 40 erhöht hat, lässt große Zuversicht zu. "Es gibt aber nur 18 Wasserstoff-Tankstellen in Europa. Wir werden also so viel bauen, wie wir können. Es wird einen Einfluss auf unsere Unternehmenszahlen haben, sprich wir werden uns verdoppeln und verdreifachen. Aus eigener Kraft und mit den bestehenden Produktionskapazitäten. Wir sind ideal aufgestellt und haben das Know how im Haus. Es ist uns aber klar, dass wir diese Stellung nicht lange haben werden, es gibt sehr viele und fähige Unternehmen, die in dem Bereich Fahrt aufnehmen. Dann werden wir einer von vielen sein. Unser Anspruch ist es, den Vorsprung zu halten und auszubauen, so lange der Markt noch so klein ist, dass er für kleine Unternehmen gut ist."
https://boersenradio.at/page/brn/40418
(Der Input von boersen radio.at für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 06.05.)
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