04.06.2021, 3234 Zeichen
Die Wiener Börse hat am Donnerstag leicht im Plus geschlossen, der ATX beendete den Tag mit einem Aufschlag von 0,5%, der Feiertagshandel verlief weitgehend ruhig, nach einem verhaltenen Start konnte die Börse im Späthandel nach überraschend guten US-Arbeitsmarktdaten etwas zulegen. Die vom privaten Stellenvermittler ADP gemeldeten Zahlen zeigten eine deutliche Erholung am US-Arbeitsmarkt, im Mai sind laut ADP im Monatsvergleich 978.000 Beschäftigte hinzugekommen, Analysten hatten im Schnitt mit nur 650.000 neuen Stellen gerechnet. Die ebenfalls gemeldete Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel auch gut aus, mit 385.000 Anträgen wurde das tiefste Niveau seit Beginn der Corona-Krise markiert, diese Zahl ist aber immer noch deutlich über den Ergebnissen, die vor Ausbruch der Krise auf Wochenbasis gemeldet wurden. Gut nachgefragt war unter den Einzeltiteln die OMV, der Ölkonzern meldete die Zustimmung der Hauptversammlung zum Dividendenvorschlag von 1,85 Euro je Aktie, bereits am Vortag wurden die Bestellung des künftigen Konzernchefs und eine strategische Weichenstellung hin in Richtung zu einem stärkeren Chemiegeschäft den Investoren mitgeteilt. AT&S konnte die am Vortag erzielten hohen Gewinne halten und sogar noch weiter ausbauen, der Leiterplattenhersteller beendete den Handel mit einem Zuwachs von 2,8%. Die Credit Suisse erhöhte das Kursziel für Verbund von 46,5 Euro auf 57,0 Euro, bestätigte aber die Einstufung als „Underperform“, trotz des aufgehellten Marktumfeldes wird die Aktie nach wie vor als überbewertet betrachtet, der Titel konnte gestern einen Zuwachs von 0,8% erzielen. Die großen Banken konnten allesamt leicht zulegen, bei der Bawag kam es zu einem Anstieg von 0,5%, die Erste Group konnte 0,8% befestigt schliessen und für die Raiffeisen gab es ein bescheidenes Plus von 0,1%. Verlierer des Tages war gestern der Flughafen Wien, der um 2,0% nachgeben musste, auch Palfinger wurde verkauft, für den Kranhersteller ging es um 1,4% nach unten. Auch Do&Co und Kapsch TrafficCom waren in der Gunst der Investoren relativ weit unten angesiedelt, das Cateringunternehmen und der Mautsystemanbieter mussten jeweils 1,1% nachgeben. Gesucht war Frequentis, für den Anbieter von Audiosoftware für die Luftleitfahrt brachte der Handel eine Verbesserung von 2,5%, ebenfalls gut nachgefragt war Schoeller-Bleckmann, der Ölfeldausrüster schaffte eine Verbesserung von 1,4%.
Unternehmensnachrichten
S Immo
Der Vorstand und der Aufsichtsrat der S Immo AG haben sich in einer offiziellen Stellungnahme klar gegen das Mitte Mai 2021 veröffentlichte Übernahmeangebot der Immofinanz AG ausgesprochen. „Der Vorstand lehnt das Angebot der Immofinanz AG entschieden ab. Es ist unattraktiv, da es weder den aktuellen EPRA-NAV noch die zu erwartende Steigerung des inneren Werts der S Immo AG berücksichtigt“, erklärt Dr. Bruno Ettenauer, CEO der S Immo AG. Beim Erwerb des S Immo Aktienpakets im Jahr 2018 hatte die Immofinanz einen Aufschlag von 15 % auf den damaligen ERPA-NAV gezahlt. „Den Aktionären der S Immo steht jetzt – drei Jahre später – ebenfalls ein Preis zu, der dem Wert der Aktie entspricht. Davon ist der angebotene Preis weit entfernt“, setzt Ettenauer seine Argumentation fort.
BörseGeschichte Podcast: Gerald Grohmann vor 10 Jahren zum ATX-25er
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