14.01.2021, 5714 Zeichen
Nur wenig Veränderung gab es für den heimischen Markt, der ATX konnte sich um knapp 0,1% verbessern, nach einem schwachen Gewinn gab es eine deutliche Erholung gegen Mittag, danach wurden aber die erzielten Zuwächse sukzessive wieder abgebaut. Es gab nur wenige Meldungen zu den einzelnen Unternehmen, die Baader Bank stufte Schoeller-Bleckmann von „Reduce“ auf „Sell“ zurück, beliess aber das Kursziel bei 25,0 Euro, was deutlich unter dem derzeitigen Niveau ist, der Ölfeldausrüster musste ein deutliches Minus von 5,1% hinnehmen. Die OMV, der zweite Öltitel in Wien, wurde davon nur wenig berührt und erlitt nur einen geringen Rückgang von 0,3%. Die Banken hatten einen eher schwachen Tag, allen voran die Bawag mit einem Minus von 1,7%, die Erste Group verbilligte sich um 1,3%, die Raiffeisen hielt sich mit einer Abgabe von 0,5% hingegen vergleichsweise tapfer. Do & Co konnte sich nach dem vorgestrigen starken Rückgang erholen und um 2,4% anziehen, das Cateringunternehmen hat für den kommenden Freitag eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen, dort soll die Emission von Wandelschuldverschreibungen im Gesamtnennbetrag von bis zu 100 Millionen Euro beschlossen werden. Der Anlagenbauer Andritz liefert für Thyssenkrupp acht Kammerschmiedeöfen für deren Standort Xuzhou in der chinesischen Provinz Jiangsu, zum Auftragswert wurde nichts verlautbart, Geschäfte in dieser Größenordnung beliefen sich aber in der Vergangenheit auf ein Volumen von rund drei Millionen Euro. Nicht aufzuhalten scheint im Moment Lenzing zu sein, auch gestern konnte sich der Faserhersteller um weitere 5,4% verbessern. Gesucht war auch Rosenbauer, der Feuerwehrausrüster erzielte einen Zuwachs von 2,9%. Einen weiteren guten Tag hatte S Immo, für das Immobilienunternehmen brachte der Handel eine 2,8% höhere Schlussnotierung. Erholt zeigte sich der Verbund von den Verlusttagen, gestern setzte die Gegenbewegung ein und der Versorger endete mit einem Plus von 2,7%. Auch Palfinger war wieder einmal gesucht, der Kranhersteller konnte um 2,1% anziehen. Zweitgrößter Verlierer nach Schoeller-Bleckmann war gestern der Flughafen Wien, die Corona-Sorgen und die Furcht vor einer weiter anhaltenden deutlichen Einschränkung des Flugverkehrs liessen die Aktie gestern 3,7% schwächer schliessen. Auch Warimpex wurde verkauft, der Immobilienentwickler musste um weitere 3,1% nachgeben.
Unternehmensnachrichten
OMV
Das heimische Öl- und Gasunternehmen OMV veröffentlichte heute sein Trading Update für das Q4/20. Im Upstream ging die Gesamtproduktion im Vergleich zum Vorjahr um 6,5% auf 472 kboe/d zurück (+6,3% QoQ). Die Gesamtverkaufsmenge ließ damit einhergehend auch im Jahresvergleich um 4,8% auf 454 kboe/d nach und konnte im Vergleich zum Q3/20 um 7,6% zulegen. Während sich der durchschnittlich realisierte Rohölpreis im Vergleich zum Q2/20 um 11,5% auf $41,6/bbl steigerte (-31,8% YoY), wurde der durchschnittlich realisierte Gaspreis um 27,4% auf 9,3/MWh gesteigert (-17,7% YoY).
Im Downstream sanken im Quartalsvergleich die Retail Margen, während sich die Commercial Margen erhöhten. Die OMV Referenz-Raffineriemarge steigerte sich um 96,6% QoQ auf $1,71/bbl (-65,9% YoY), blieb jedoch weiterhin auf einem sehr niedrigen Level. Die Ethylen/Propylen Netto-Marge musste im Vergleich zum Vorquartal einen Rückgang um 1,6% auf €369/t verkraften (+1,6% YoY). Der Raffinerie-Auslastungsgrad verringerte sich im Quartalsvergleich um 9 Prozentpunkte auf 81%. Während die Gesamtverkaufsmenge an Raffinerieprodukten um 6,4% QoQ auf 4,38 Mio. t zurückging (-15,3% YoY), legte die Erdgas-Verkaufsmenge um 51,5% QoQ auf 50,39 TWh zu (+12,7% YoY).
S Immo
Die S IMMO AG beabsichtigt, auf der Grundlage eines von der Österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde am 11.01.2021 gebilligten Basisprospekts, abhängig von den gegebenen Marktbedingungen, einen fix verzinslichen Green Bond mit einer Laufzeit von sieben Jahren zu begeben. Als Sole-Lead-Manager und Bookrunner wurde die Erste Group Bank AG mandatiert. Die Gesellschaft beabsichtigt, den Nettoemissionserlös für zukünftiges Wachstum einzusetzen und widmet dabei die erwarteten Mittel für die vollständige oder teilweise (Re-)Finanzierung von nachhaltigen Projekten im Einklang mit ihrem Sustainable Bond Framework. Weiterführende Informationen zur Unternehmensanleihe werden nach Festlegung der Konditionen (Emissionspreis, Kupon, etc.) und des Emissionsvolumens im Rahmen eines Bookbuilding-Verfahrens vor Beginn der Retail-Zeichnungsfrist (voraussichtlich vom 28.01.2021 bis 03.02.2021, vorzeitige Schließung vorbehalten) auf der Website der S Immo AG veröffentlicht.
Agrana
Der heimische Nahrungsmittel- und Industriegüterkonzern Agrana veröffentlichte heute seine Zahlen zum Q3/2020-21, die nach der Bekanntgabe vorläufiger Ergebnisse im Dezember keine Überraschung darstellten. Demnach konnten die Umsatzerlöse im dritten Quartal um 4,2% auf €656,0 Mio. gesteigert werden und das EBIT legte um 57,4% auf €28,5 Mio. zu (EBIT-Marge: 4,3% vs. 2,9% Q3/2019-20). Das EBIT nach 9 Monaten stieg auf €84,3 Mio. Der Anstieg um 20,8% ist auf verbesserte Ergebnisse in den Segmenten Stärke und Zucker zurückzuführen. Das EBIT im Segment Frucht war aufgrund eines schwierigen Marktumfeldes für Fruchtsaftkonzentrate rückläufig. Das Konzernergebnis konnte in den letzten 3 Monaten um 36,6% auf €19,2 Mio. gesteigert werden. Unter Berücksichtigung anhaltender Auswirkungen der Coronavirus-Krise rechnet AGRANA für das Gesamtjahr 2020|21 mit einem Konzern-EBIT zumindest auf Vorjahresniveau. Beim Konzernumsatz wird ein leichter Anstieg erwartet.
Q3/2020-21: Umsatzerlöse: €656,0 Mio. (Vj. 629,4); EBITDA: €58,3 (Vj. 48,7); EBIT: €28,5 Mio. (Vj. 18,1); Konzernergebnis: €19,4 Mio. (Vj. 14,2)
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