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Realismus bei virtueller Do&Co-HV 31.7.2020, aber Good News zur F1 und zum Geschäftsbericht (Günter Luntsch)

Realismus bei virtueller Do&Co-HV 31.7.2020. Wir hörten keine Beschönigungen oder Ausflüchte. Covid19 hat Do&Co in eine schlimme Lage gebracht, es wird nichts bleiben, wie es einmal war. Die Aktionäre waren sich dessen auch völlig bewusst, dass der Virus und die damit zusammenhängenden Probleme sich massiv negativ auf Do&Co auswirken. Von vielen Seiten. Attila Dogudan fiel es schwer, selbst bei einem um 10,3% auf 935,4 Mio Euro organisch gewachsenen Umsatz (trotz Covid19-Auswirkungen schon im letzten Quartal des Berichtsjahres, das bis 31.3.2020 dauerte) zu lächeln, er musste immerhin von einem "erstmals negativen Ergebnis" wegen Covid19 berichten und einen kurzen Ausblick auf das aktuelle Geschäftsjahr geben, von dem wir natürlich nichts Gutes annehmen, Covid19 hält uns voll im Griff, der Flugverkehr (in den Flugzeugen machen wir immerhin 72,2% unseres Umsatzes) ist zusammengebrochen, die Lounges sind nur zu einem kleinen Teil geöffnet, die meisten Großveranstaltungen finden nicht statt, wegen der Home-Offices haben viele Betriebskantinen zu, und die Konsumenten haben nicht einmal Lust, in ganz normale Gasthäuser zu gehen, wo Do&Co auftischt.

Dogudan versicherte, sofort die Fixkostensenkung angegangen zu sein, Flexibilität sei geboten gewesen. Er berichtete von einem Ebitda von 70,1 Mio Euro und einer Ebitda-Marge von 7,5%, das Konzernergebnis sei mit -24,9 Mio Euro leider negativ gewesen. Die Übergabe des Iberia-Catering in Madrid durch den Vorläufer sei unkoordiniert vonstatten gegangen, trotzdem hätten alle Flüge pünktlich versorgt werden können. Am 12.5.20 habe man das Catering für British am Heathrow Airport übernommen, das Catering für die Kurzstrecken werde erst im März (2021) übernommen. Mit 34.000 m2 habe man am Flughafen London Heathrow in die größte Küche Europas investiert. In Zukunft möchte man dort nicht nur für British, sondern auch für andere kochen. Mit Turkish habe man einen Vertrag über weitere 15 Jahre geschlossen, nur noch die Wettbewerbsfreigabe sei ausständig. Der Umzug zum neuen Flughafen sei reibungslos vor sich gegangen. Die Business-Class sei für uns wichtig, wir hätten uns auf Qualität fokussiert. Seit 1992 seien wir in der Formel 1, der Vertrag fürs Münchner Olympiastadion gehe bis 2028. Für die Euro 2020 hätten wir alles vorbereitet gehabt, das sei die drittgrößte Sportveranstaltung der Welt, leider sei sie verschoben worden. Obwohl wir extrem breit aufgestellt seien, seien wir dennoch im Epizentrum der Krise, "Restaurants usw, es gibt keinen einzigen Bereich, wo wir nicht betroffen sind". Binnen weniger Tage hätten wir 100% des Umsatzes verloren, alleine im März habe der Umsatzeinbruch -65 Mio Euro betragen. Daher werde es keine Dividende geben. Man habe sich weltweit von 3.000 Mitarbeitern trennen müssen.

Dogudan meinte, wir hätten unseren "Case" neu aufgestellt. Wir hätten uneinbringliche Forderungen, Impairment, bei Iberia und British Startupkosten, einmalige Rechts- und Beratungskosten bezüglich des Lufthansa-Europageschäfts, das wir "letztlich nicht genommen haben, wir haben uns zurückgezogen". Anm: Find ich gut, sowas Großes muss man erst mal integrieren, und zur Unzeit wäre das wegen Covid19 auch noch gekommen. Das Airline-Catering mache 72,2% des Umsatzes aus. Wir würden auch in Zukunft in Qualität investieren. Wir hätten nun die ersten drei Rennen in der Formel 1 hinter uns, zwar noch ohne Gäste, aber wir seien für die Betreuung ALLER Teams zuständig. Umsatzmäßig sei das kein Unterschied zu Rennen mit Gästen. Bei der UEFA sei es das gleiche, wir hätten deren Vertrauen erzielt. Alles sei um ein Jahr verschoben. Bayern München sei ein extrem verlässlicher Partner. Die Küche für die Iberia sei neu designed. Wir wollen weitere Home-Carrier bekommen.

Die Kosten müssen wir nicht nur wochen- und tage-, sondern auch stundenweise im Auge behalten. Die Kurzarbeit müssen wir in Anspruch nehmen. Wir müssen leider kleiner werden, wo zu erwarten ist, dass das Geschäft nicht mehr in gewohntem Umfang zurück kehrt. Wir wollen da korrekt und ehrlich sein und natürlich die Abfertigungen bezahlen. Wir müssen sicherstellen, dass das Unternehmen überlebensfähig bleibt. Dazu gehöre das tägliche und stündliche Kostenmonitoring. Wir müssen schauen, wo es nur geht, staatliche Kostenübernahmen und Unterstützungen zu bekommen. Die Fluglinien müssen sparen, wir müssen ihnen sparen helfen, Einzelzutritt zu den Kunden würde uns vielleicht bessere Margen bringen. Anm: Ich glaube auch an die Individualität des Kunden, der eine isst grundsätzlich weniger, der zweite mag es exotisch, der dritte zahlt für ein Gericht aus seiner Heimat einen guten Preis, und der vierte würde auch einen Fuffziger springen lassen, wenn er seinen Lieblingswhopper aus dem Fastfood-Tempel an Bord essen kann, dem seltenen Business-Class-Passagier sollte man solche Sonderwünsche erfüllen, gerade er soll ja wiederkommen.

Mit allen Regelungen, die Covid19 erfordere, werde es noch eine Zeitlang so weitergehen. Mit "The Lazy Chef" wolle man Menschen zuhause bewirten, mit einem "leistbaren Fertiggericht" und eigenen Shops dort, wo viele wohnen. Jede Speise könne man im Netz herunterladen, bei einer 0664-Hotline (Anm: also keine Mehrwertnummer) könne man sich zusätzlich beraten lassen, in 20 Sekunden könne auch der Lazy Chef zu einem großen Küchenchef werden. Viele Menschen seien jetzt daheim und hätten ihre Liebe zum Kochen entdeckt, allerdings gehe ihnen die Kreativität oft schnell aus. Man könne sich das Menü selbst zusammenstellen lassen, Beilagen und so seien auswechselbar. Dieses Segment werde wachsen. Anm: Laut einer Pressemitteilung würden die Gerichte zwischen 7 und 15 Euro kosten, Dogudan habe gesagt: "Wir haben festgestellt, dass nach dem Shutdown zwei Sachen besonders gut funktionieren: die gehobene Gastronomie und Fast Food. Wir wollen uns mit Lazy Chef dazwischen ansiedeln, weil es auch den Trend zum Essen zu Hause gibt." Finde ich gut, mit 7 Euro kann man durchaus auch die kleineren Leute ansprechen, die sich um diesen Preis aktuell ihr Menü vom Schnitzeldiskonter holen, und bei der Beilage kann man sicher punkten, da sind die üblichen Schnitzeldiskonter nämlich total unflexibel, es gibt nur das, was genau so auf der Karte steht. Aber selbst den Schnitzeldiskonter zu besuchen kostet derzeit Überwindung.

Nach der Vorführung des von Do&Co selbst gedrehten Kochvideos lief sicher nicht nur mir das Wasser im Mund zusammen, Mittagszeit war auch gerade, aber auf der virtuellen HV konnten wir halt nicht physisch anwesend sein. Trotzdem wurde gegen 12:55 Uhr eine "Präsenz" von 161 Aktionären (davon 40 von Beckermann vertreten) verlesen, mit 5,122.484 Stimmrechten. Berthold Bergers erste Frage betraf Hédiard Paris. Laut Neumeister sei der Shop ganzjährig geschlossen gewesen, der Online-Shop sei immer erreichbar gewesen, auch während des Shutdown. Man habe 8 Mio Euro abgeschrieben, 1 Mitarbeiter abgebaut, die anderen seien in Kurzarbeit. Für den Breakeven sei es erforderlich, dass der Flagshipstore eröffne. Die Kosten der Stimmrechtsvertreter betrügen maximal 8.000, also 2.000 pro Stimmrechtsvertreter. 341 Aktionäre seien "eingeloggt", davon 81 aus dem deutschsprachigenRaum, 105 aus dem englischsprachigen und 155 aus dem türkischsprachigen.

Ein Aktionär wollte wissen, ob Do&Co sich vom Flughafen Wien ganz zurückziehe, und ob es einen Sozialplan für die dort Beschäftigten geben werde. Dogudan konnte nicht beruhigen: Die AUA sei durch einen staatlichen Zuschuss gerettet worden, es werde nicht annähernd so werden wie in Vorcoronazeiten, der Gesamtmarkt werde nachhaltig anders sein. "Wir haben uns korrekt verhalten.", "unter Wahrung ihrer gesetzlichen Ansprüche", "Kaum ein Unternehmen ist weltweit so betroffen wie wir.", "kämpfen weltweit ums Überleben" und "Es kann keine zusätzlichen finanziellen Mittel für einen freiwilligen Sozialplan geben." hörten wir als Antwort. Am Flughafen Wien sei die Nachfrage nicht mehr da. In den nächsten Wochen und Monaten werde entschieden, aber es werde keine große Einheit mehr dort geben. Entschuldigend hörten wir ein "Wir haben diesen Zustand gar nicht gern, aber wir müssen der Realität ins Auge sehen." Zumindest die Aktionäre haben verstanden, wie eng es ist, einige Branchekollegen gibt es seit Corona nicht mehr.

Berthold Berger fragte, warum der Demel in Wien so lange geschlossen worden sei, und wie viele Mitarbeiter dort abgebaut worden seien. Und er schlug vor, einen Corona-Distanz-Tracker anzubieten, in Zeiten wie diesen sei die Nachfrage hoch. Laut Neumeister seien 30 Mitarbeiter abgebaut worden, man wolle den Demel wieder eröffnen, sobald sich die Zahl der Städtereisenden wieder erhöhe. Man habe vor, die Mitarbeiter wieder einzustellen, man wolle in genau diesem Segment wachsen. Dass man 3.000 Mitarbeiter im In- und Ausland abbauen habe müssen, das sei "ganz unüblich für uns". Die normale Fluktuation betrage 10-12%. Man rechne damit, dass sie heuer höher sein werde. Anm: 3.000 von 12.000, ich rechne mit 25%. Neumeister bedankte sich insbesondere für den Input mit dem Distanz-Tracker. Offenbar hat Do&Co da schon etwas, das auch für andere Unternehmen sinnvoll sein könnte. Habe da nur beiläufig in den Nachrichten mitgekriegt, dass Do&Co am Wiener Rathausplatz für die Distanzwahrung zuständig sein soll, und dass es gut funktioniere.

Die Erstellung des Geschäftsberichts habe heuer gar nichts gekostet. Man habe sich entschlossen, alles in-house zu machen, ohne Agentur, der Geschäftsbericht erscheine dieses Jahr nur digital und nicht gedruckt. Rund 10.000 Euro pro Quartal koste die Notierung an der türkischen Börse. Auf eine Frage von Alexander Kozlik erfuhren wir, dass die Auslastung in den Restaurants wieder bei 80-90% liege. Auf Bergers Frage nach den Fussballstadien wurde uns mitgeteilt, dass in Frankfurt die Küche derzeit aktiv sei, in München noch geschlossen. Um 13:11 Uhr, 1 Stunde und 11 Minuten nach Beginn, wurde die Generaldebatte geschlossen. Bei den Abstimmungen keine Auffälligkeiten: Vorstand bekam 3 Gegenstimmen, Aufsichtsrat 38.945 Gegenstimmen (2,01%) bei nur 19,90% anwesendem stimmberechtigtem Kapital, mit der AR-Vergütung konnten sich 27.734 Stimmen (0,54%) nicht anfreunden, der Wirtschaftsprüfer bekam 145.529 Stimmen Ablehnung (2,84%), die Vergütungspolitik gefiel 1,613.406 Stimmen (31,50%) nicht, das neue genehmigte Kapital fanden nur 145.071 Stimmen (2,83%) nicht notwendig. Um 13:24h war die Tagesordnung erschöpft, wir Aktionäre waren noch nicht erschöpft und hätten gerne noch der jährlichen "Leistungsschau" beigewohnt, aber die entfiel heuer wegen Corona.
DO&CO ( Akt. Indikation:  43,05 /43,25, -1,15%)

(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 03.08.)

(03.08.2020)



 

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