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Virtuelle AT&S-HV 9.7.20: Androsch hofft auf ein Comaback von Monika Stoisser-Göhring (Günter Luntsch)

Virtuelle AT&S-HV 9.7.20. Um 10 Uhr eröffnete ARV Hannes Androsch die HV mit Worten über die "fachliche und menschliche Kompetenz der CFO-Frau". Man hoffe auf ihre baldige Genesung und damit die Voraussetzung, "wieder rasch in unser Team zurückzukehren". Das hat er wirklich schön gesagt, solche Worte können nur positiv zur Genesung beitragen. Androsch verabschiedete sich mit Dankesworten von den scheidenden Aufsichtsratsmitgliedern. Die erwähnten 38,85 Mio Aktien bedeuten bei einem Kurs von knapp über 15 Euro einen Börsewert von gerade einmal 600 Mio Euro, bei so hohem Streubesitz (Anwesenheit lag unter 50%) könnte man meines Erachtens nicht allzu schwer zu einem Übernahmeziel werden. Die Nachfolgesuche für Monika Stoisser-Göhring bedeute für den Aufsichtsrat, mehr Arbeit zu bewältigen. Die internationale Behinderung des Welthandels tue ihr übriges.

CEO Andreas Gerstenmayer sprach von den Bemühungen, Covid bestmöglich zu bewältigen, die Situation sei nicht vorbei. Bis heute habe man bei AT&S keinen Covid-Fall gehabt. Lieferkettenengpässe seien ein Thema. Gerstenmayer sprach von einem Ebitda von 194,5 Mio Euro und von Earnings per Share von 34 Cents. Die niedrigere Auslastung in den Werken komme von der niedrigeren Bedarfssituation am Markt. Dadurch habe sich auch temporärer Preisdruck ergeben. Der Mitarbeiterstand sei im letzten Geschäftsjahr deutlich auf 10.239 Personen angestiegen. 69% davon seien in China beschäftigt, 14% in Österreich, 13% in Indien, 2,4% in Südkorea. Der geringe Rest sei international im Vertrieb. 218,5 Mio Euro seien investiert worden, in Chongqing 1 bis Chongqing 3, durch die hohen Investitionen sei das EK um 5,4% auf 760,3 Mio Euro zurückgegangen, per 31.3.2020 habe die EK-Quote 41% (nach 45%) betragen. Automotive sei derzeit und in den nächsten 1 bis 2 Jahren schwierig, aber man rechne mit 4-5% Wachstum über die nächsten 5 Jahre. Die 5G-Einführung sei ein wesentlicher Treiber für unser Geschäft, AI (künstliche Intelligenz) sei die Quelle für große Datenmengen. Das Internet of Things sorge für Wachstum des Datenvolumens. Die Daten müssten generiert, transportiert, verarbeitet und gespeichert werden. Die Miniaturisierung der Elektronik schreite voran: Power-Module, Kameramodule, 5G-Module.

COO Heinz Moitzi sprach über Nachhaltigkeit und Diversität, alle unsere Lieferanten hätten den Code of Conduct unterschrieben. Das Ziel von 2 Mrd Euro Umsatz im Jahr 2024 sei nach wie vor intakt. Die Vergütungspolitik für den Aufsichtsrat nahm einigen Raum ein, ich erspare uns die Nacherzählung und verweise gleich auf: https://ats.net/de/wp-content/uploads/sites/3/2020/06/ATS-Vergütungspolitik-2020-Aufsichtsrat_final1-1.pdf. Der ARV z.B. erhält 56.240 Euro, daneben gibt es Vergütungen für Ausschussmitgliedschaften und Sitzungsgelder. Der Aufsichtsrat solle von 8 auf 9 Kapitalvertreter erweitert werden, es müssten keine Frauen vorgeschlagen werden. Die Suche sei von Egon Zehnder (Anm: oder einem sehr ähnlich klingenden Namen) begleitet worden. Hannes Androsch stand zur Wiederwahl in den AR, die vier weiteren Kandidaten Lars Reger, Hermann Eul, Robert Lasshofer und Georg Hansis stellten sich per zugeschaltetem Video vor, meinem Eindruck zufolge bringt jeder der vier neuen AR-Mitglieder für diese Position brauchbare Erfahrungen mit, Georg Hansis stellte überdies unumwunden klar, dass er Schwiegersohn von Willibald Dörflinger sei. Um 11:47 Uhr war die Präsentation zu Ende, die Präsenz von 248 durch die 4 besonderen Stimmrechtsvertreter vertretenen Aktionären mit 19,123.115 Stimmrechten wurde verlesen.

Der erste Fragesteller empfahl einen Börseplatzwechsel zur Kurssteigerung, weiters wollte er wissen, wie sich AT&S durch eine Übernahme z.B. durch den chinesischen Staat schützen wolle. Gerstenmayer meinte, es sei nicht sicher, ob es bei einem Börseplatzwechsel zu einem Kursanstieg komme, vorerst habe man sich entschieden, auf einen Börseplatzwechsel zu verzichten. Moitzi meinte, aufgrund des Neutralitätsgebots des Vorstands positioniere man sich nicht gegen etwaige Übernahmegelüste durch den chinesischen Staat, allerdings hätte dieser Übernahmewünsche sicher schon gezeigt, sollten sie existieren. AT&S sei zuversichtlich, das chinesische Zertifikat für umweltfreundliche High-Tech-Betriebe (mit Steuervorteilen) wieder zu bekommen. Das Steuerverfahren in Indien sei lange noch nicht beendet, wegen Corona könnten Gerichtssitzungen nicht stattfinden, man erwarte hier keine großen Auswirkungen, allerdings sei es ärgerlich, dass das nicht zum Abschluss gebracht werden könne. Factoring habe man ausgeweitet, da weitere größere Kunden sich bereiterklärt hätten, solche Vereinbarungen zu unterschreiben. Das Schuldscheindarlehen sei von der Europaniederlassung der CCB (China Construction Bank), es sei variabel verzinst. Androsch räumte ein, dass man für die Formulierung der Vergütungspolitik externe Unterstützung in Anspruch genommen habe, und zwar um 10.000 Euro von IHS Markit.

Ein Aktionär fragte nach der Unterteilung der Beratungskosten. 137.000 Euro seien für die Abschlussprüfung angefallen, 2,6 Mio Euro seien für den Aufbau der grundlegenden Strukturen der Digitalisierung gebraucht worden, 99.000 Euro habe man für öffentliche Werbung ausgegeben, 890.000 Euro für die Personalsuche, denn 2019 habe es eher Mitarbeiterknappheit gegeben. Auf 50 Mio Euro seien Vorstand, Aufsichtsrat und Direktoren bei der AXA D&O-versichert. Kurzarbeit habe man im Geschäftsjahr 2019/20 keine gehabt, mit 1.7.2020 habe Kurzarbeit in Fehring begonnen, zum Stichtag 9.7.2020 habe man ca. 8,3% der Mitarbeiter in Österreich in Kurzarbeit. Man habe ca. 80% der Mitarbeiter für die Kurzarbeit angemeldet, entsprechend den Modellen, die das Gesetz in Österreich bietet. Zuerst hätten Urlaub und Zeitguthaben abgebaut werden müssen. Es sei derzeit sehr schwer einschätzbar, ob wir verlängern müssen. Videokommunikation habe sich im Konzern schon lange etabliert, das gehe jetzt noch ein bisschen weiter, die Akzeptanz der Kunden steige. Die virtuelle HV komme um etwa 10.000 Euro teurer als eine HV mit physischer Präsenz. Corona verursache 20 bis 25 Mio Euro Kosten (Umsatzentfall, erhöhte Transportkosten, Schutzmaßnahmen, Masken).

Auch auf dieser virtuellen HV ließ es sich Helmut Maukner nicht nehmen, die mangelnde Wertschätzung der Mitglieder des Aufsichtsrats durch Unterbezahlung zu kritisieren. Eine Folge könnte Unzufriedenheit sein. AT&S stehe bei der Bezahlung des AR zwar besser als andere hiesige Unternehmen da, aber man solle sich am DAX orientieren. Maukner regte an, dass der Gesamt-AR soviel bekommen solle wie ein einzelnes Vorstandsmitglied ohne variablen Bezug. Damit rannte er bei Androsch offene Türen ein: Eine Anpassung der AR-Bezüge sei infolge der Internationalisierung des Aufsichtsrats ohnehin unvermeidlich, man könne sich nicht an österreichischen Verhältnissen orientieren. Das Vergütungssystem solle überarbeitet werden, man wolle das für die nächste HV vorbereiten.

Auf Berthold Bergers Fragen erfuhren wir weiters von Fluktuationen von 18,7% in China und 22,5% in Korea, was dort aber üblich sei, Österreich habe 6,8% Fluktuation. Die wichtigsten Bankverbindungen könnten nicht bekannt gegeben werden, man sei jedenfalls gut diversifiziert. Weltweit habe man im Vorjahr 508 kg Gold verbraucht, davon 99 in Österreich. Man habe 610 F&E-Mitarbeiter in Shanghai und 531 in Chongqing, der Frauenanteil betrage 32%. Bei einer Anwesenheit von knapp über 49% des Grundkapitals fuhr Androsch mit mehr als 10% Gegenstimmen ein relativ schlechtes Ergebnis bei seiner Wiederwahl ein, auch Hansis bekam mit mehr als 1% Gegenstimmen mehr als doppelt so viele Gegenstimmen wie die anderen Kandidaten. Die Vergütungspolitik des Aufsichtsrats schaffte es auf etwa 20% Gegenstimmen. Um 13:16 Uhr war die HV zu Ende.
AT&S ( Akt. Indikation:  15,62 /15,70, 0,00%)

(Der Input von Günter Luntsch für den http://www.boerse-social.com/gabb vom 10.07.)

(10.07.2020)

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    CEO Andreas Gerstenmayer sprach von den Bemühungen, Covid bestmöglich zu bewältigen, die Situation sei nicht vorbei. Bis heute habe man bei AT&S keinen Covid-Fall gehabt. Lieferkettenengpässe seien ein Thema. Gerstenmayer sprach von einem Ebitda von 194,5 Mio Euro und von Earnings per Share von 34 Cents. Die niedrigere Auslastung in den Werken komme von der niedrigeren Bedarfssituation am Markt. Dadurch habe sich auch temporärer Preisdruck ergeben. Der Mitarbeiterstand sei im letzten Geschäftsjahr deutlich auf 10.239 Personen angestiegen. 69% davon seien in China beschäftigt, 14% in Österreich, 13% in Indien, 2,4% in Südkorea. Der geringe Rest sei international im Vertrieb. 218,5 Mio Euro seien investiert worden, in Chongqing 1 bis Chongqing 3, durch die hohen Investitionen sei das EK um 5,4% auf 760,3 Mio Euro zurückgegangen, per 31.3.2020 habe die EK-Quote 41% (nach 45%) betragen. Automotive sei derzeit und in den nächsten 1 bis 2 Jahren schwierig, aber man rechne mit 4-5% Wachstum über die nächsten 5 Jahre. Die 5G-Einführung sei ein wesentlicher Treiber für unser Geschäft, AI (künstliche Intelligenz) sei die Quelle für große Datenmengen. Das Internet of Things sorge für Wachstum des Datenvolumens. Die Daten müssten generiert, transportiert, verarbeitet und gespeichert werden. Die Miniaturisierung der Elektronik schreite voran: Power-Module, Kameramodule, 5G-Module.

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