06.09.2019, 3453 Zeichen
thyssenkrupp-Aktionäre hatten in der jüngeren Vergangenheit wenig Grund zur Freude. Zwischen Januar und Ende August dieses Jahres verzeichneten die Anteilsscheine einen Kursverlust von rund 25 Prozent.
Hintergrund dieser steilen Börsentalfahrt ist die nach wie vor anhaltende Stahlkrise. Billigimporte aus China, Überkapazitäten und ein enormer Preisdruck machen der Branche schwer zu schaffen, wie auch die am 8. August veröffentlichten Geschäftszahlen von thyssenkrupp zeigen. So stand bei dem in Essen ansässigen Konzern in den ersten neun Monaten (per 30. Juni) des laufenden Geschäftsjahres 2018/2019 ein hoher Verlust von 170 Mio. Euro zu Buche. Im Vorjahreszeitraum wurde noch ein Gewinn von 229 Mio. Euro erzielt.
Um wieder zurück auf die Erfolgsspur zu wechseln, wollte sich thyssenkrupp strategisch ganz neu ausrichten. Dazu sollte das Stahlgeschäft mit den europäischen Stahlaktivitäten des indischen Konzerns Tata Steel verschmolzen werden. Da die europäischen Wettbewerbsbehörden hierbei aber nicht mitspielten, strich thyssenkrupp sowohl das Fusionsvorhaben als auch die Pläne für eine Aufspaltung in die unabhängigen Unternehmen thyssenkrupp Industrials (Aufzüge, Anlagenbau, Automobilzulieferung) und thyssenkrupp Materials (Werkstoffe, Marineschiffbau, Stahl).
Im Mai wurde deshalb eine neue, radikale Strategieänderung bekanntgegeben. thyssenkrupp strebt demnach eine schlankere Holding-Struktur an und will wieder das Stahlgeschäft in den Fokus rücken. Um dieses Ziel zu verfolgen, wurde ein Verkauf oder ein Börsengang der Aufzugssparte zur Debatte gestellt. Inzwischen wird offenbar sogar ein Komplettverkauf erwogen. Das „Handelsblatt“ berichtete am 4. September, dass der Vorstand in den vergangenen Tagen Briefe an potenzielle Interessenten geschrieben habe, in denen diese zur Abgabe eines Angebots aufgefordert worden seien. Dies würde einen Strategiewechsel bedeuten. Ein Verkauf oder Börsengang der Aufzugssparte könnte Mittel zur Kapitalbeschaffung für einen Zusammenschluss mit beispielsweise Klöckner & Co sein. Eine Fusion würde thyssenkrupps Werkstoffhandel-Sparte zum umsatzstärksten Anbieter in Europa und Nordamerika machen.
Die großen Stahlkonzerne sind an der Börse nach wie vor vergleichsweise niedrig bewertet, weshalb sich hier aktuell bei thyssenkrupp eine günstige Gelegenheit zum Einstieg eröffnen könnte. Auf der Risikoseite besteht die Gefahr steigender Stahlzölle. Ein Kursrisiko stellen auch steigende Preise für CO2-Zertifikate dar. Diese werden von den Stahlunternehmen benötigt, da bei der Stahlproduktion Kohlenstoffdioxid als Beiprodukt anfällt. Ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass thyssenkrupp den DAX am 23. September verlassen wird und dann in den MDAX wechselt, wie die Deutsche Börse am 4. September bekanntgab. Damit verbunden ist ein entsprechender Prestigeverlust des Konzerns. Außerdem rückt die Aktie aus dem Fokus von börsengehandelten DAX-Fonds (DAX-ETFs), was sich kursbelastend auswirken könnte.
Spekulative Anleger, die von einem Turnaround bei thyssenkrupp ausgehen, könnten mit einem WAVE XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DX0ZD0) auf ein solches Szenario setzen. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 4,08, die Barriere bei 9,25 Euro. Wer aber als spekulativer Anleger eher short-orientiert ist, könnte mit einem WAVE XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DC6G57, aktueller Hebel 6.46, Barriere bei 12,75 Euro) auf fallende Notierungen von thyssenkrupp setzen.
Stand: 05.09.2019
© Deutsche Bank AG -
Bei dem vorliegenden Dokument handelt es sich um eine Werbemitteilung.
Die in diesem Dokument enthaltenen Angaben stellen keine Anlageberatung dar. Weitere, ausführlichere Angaben zu den Wertpapieren einschließlich der Risiken sind den jeweiligen Basisprospekten, nebst etwaiger Nachträge („Basisprospekte“) sowie den jeweiligen Endgültigen Bedingungen zu entnehmen. Der Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen stellen das allein verbindliche Verkaufsdokument der Wertpapiere dar. Anleger können die Basisprospekte nebst den jeweiligen Endgültigen Bedingungen bei der Deutsche Bank AG, Mainzer Landstraße 11-17, 60329 Frankfurt am Main (Deutschland) kostenlos in Papierform und deutscher Sprache erhalten und unter www.xmarkets.de herunterladen.
Alle Meinungsäußerungen geben die aktuelle Einschätzung der Deutsche Bank AG wieder, die sich ohne vorherige Ankündigung ändern kann.
Wiener Börse Party #1111: Turnaround Tuesday Effekt bringt erneut sehr positiven ATX mit AT&S vorne, potenzieller Big Deal der RBI
Bildnachweis
Aktien auf dem Radar:FACC, CPI Europe AG, Wienerberger, Agrana, Austriacard Holdings AG, EuroTeleSites AG, SBO, Semperit, AT&S, DO&CO, Erste Group, Frequentis, Linz Textil Holding, Mayr-Melnhof, Palfinger, Porr, Polytec Group, RBI, Uniqa, VIG, voestalpine, Wiener Privatbank, BKS Bank Stamm, Oberbank AG Stamm, Kapsch TrafficCom, Verbund, Amag, CA Immo, EVN, Flughafen Wien, Österreichische Post.
Random Partner
VIG
Die Vienna Insurance Group (VIG) ist mit rund 50 Konzerngesellschaften und mehr als 25.000 Mitarbeitern in 30 Ländern aktiv. Bereits seit 1994 notiert die VIG an der Wiener Börse und zählt heute zu den Top-Unternehmen im Segment “prime market“ und weist eine attraktive Dividendenpolitik auf.
>> Besuchen Sie 54 weitere Partner auf boerse-social.com/partner
Latest Blogs
» Cybersecurity: Einheitliche Plattformen verdrängen Einzellösungen ( Fina...
» EU-Datenschutzreform: Experten warnen vor falschen Weichenstellungen ( F...
» Cyberkriminelle umgehen Verschlüsselung mit Social Engineering ( Finanzt...
» Stadtwerke Bochum: Finanzieller Drahtseilakt trotz Rekordgewinn ( Finanz...
» Studie: Deutsche essen mehr Gemüse und weniger Fleisch ( Finanztrends)
» Betriebsräte im Lernrausch: KI-Gesetz und Wahlen fordern Weiterbildung h...
» Cyber Resilience Act zwingt Tech-Riesen zum Umdenken ( Finanztrends)
» Cyber Essentials: Britische IT-Sicherheit wird scharf gestellt ( Finanzt...
» Neurowissenschaftler revidieren das Bild vom alternden Gehirn ( Finanztr...
» Frühjahrsmüdigkeit ist ein kultureller Mythos ( Finanztrends)
Useletter
Die Useletter "Morning Xpresso" und "Evening Xtrakt" heben sich deutlich von den gängigen Newslettern ab.
Beispiele ansehen bzw. kostenfrei anmelden. Wichtige Börse-Infos garantiert.
Newsletter abonnieren
Runplugged
Infos über neue Financial Literacy Audio Files für die Runplugged App
(kostenfrei downloaden über http://runplugged.com/spreadit)
per Newsletter erhalten
- Wiener Börse: ATX legt am Dienstag 2,71 Prozent zu
- Wiener Börse Nebenwerte-Blick: FACC steigt mehr a...
- Studie: Deutsche essen mehr Gemüse und weniger Fl...
- Stadtwerke Bochum: Finanzieller Drahtseilakt trot...
- Cyberkriminelle umgehen Verschlüsselung mit Socia...
- EU-Datenschutzreform: Experten warnen vor falsche...
Featured Partner Video
179. Laufheld Online Workout für Läufer
0:00 - Start des Workouts / start of workout -------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Mehr Infos und Einblicke findet ihr auf...
Books josefchladek.com
Olga Ignatovich
In the Shadow of the Big Brother
2025
Arthur Bondar Collection WWII
Thonet
Stahlrohrmöbel (Catalogue 1934)
1934
Selbstverlag
Jacques Fivel
CHINON DCM-206
2025
Le Plac’Art Photo
Pia Paulina Guilmoth & Jesse Bull Saffire
Fishworm
2025
Void
Ludwig Kozma
Das Neue Haus
1941
Verlag Dr. H. Girsberger & Cie
