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Frauenthal-HV, Teil 2, der mittelharmlose Teil (Günter Luntsch)

11.06.2018, 4258 Zeichen

Frauenthal-HV Teil 2: Versteckte Werte? Powertrain-Impairment. 4-Mio-Formalfehler.  Aktionärsvertreter Staller meinte, die letzten Jahre seien getragen gewesen von Delistingfantasien, der ehemalige Aufsichtsratspräsident habe uns notariell beglaubigt angelogen. Zum Impairment sei nichts gesagt worden. Die Präsentation von Fr. Mag. Hochrieser fand er sehr gelungen und bat, sie auf die Homepage zu stellen (was auch geschehen ist, siehe gestriger Link). Alles würde 2018 besser, das könne er garantieren. Eindeutig war seinen Worten auch heuer wieder zu entnehmen, dass - ich fasse das jetzt mit meinen eher plumpen Worten zusammen, ich bin nicht so ein rhetorisches Talent wie er - der wahre Wert der Frauenthal-Aktie vor den Aktionären VERSTECKT würde, um günstig an unsere Stücke zu kommen: "Beim Aktienkurs sind wir erst am Anfang einer sehr starken Entwicklung. Ob da der Aktienkurs mithalten kann, ist eine Frage, Winkler will unsere billigen Stücken haben." Hier stelle ich eindeutig klar, dass das keinerlei Anlageempfehlung ist, das war einfach eine Aussage im Rahmen einer hitzigen Hauptversammlung, hier kann durchaus gepokert werden. Es gibt so vieles, das den Aktienkurs beeinflussen kann, ich selbst z.B. kann viel höhere Aktienkurse nicht wirklich nachvollziehen, ich höre aber durchaus mit Interesse zu.

Winkler habe "alles getan, dass die Aktie nicht performt". Er gratulierte Hochrieser zur neuen Position als CFO und somit zur "aktienrechtlichen Verantwortung". Er kritisierte die Zahlungen in Höhe von 4,4 Mio. Euro an Unternehmen, die Winkler gehören oder von ihm dominiert würden. Weiters kritisierte er, dass die Honorare als "fremdüblich" bezeichnet würden, dass aber die externen Gutachten nicht zugänglich gemacht würden. Er verlangte, dass alle Gutachten vorgelegt werden. Das Nichtvorhandensein dieser Gutachten verstoße gegen die Sorgfaltspflicht, wenn behauptet würde, dass es diese Gutachten gibt, es sie aber tatsächlich nicht geben sollte. Er forderte diese Gutachten bis zum 29.8.18 ein. Ansonsten würde er eine A.o.HV beantragen, die zur Abberufung aller Organe führen würde.

Er beanstandete die Akquisition des "solide aufgestellten Unternehmens" (so habe man das damals bezeichnet) Powertrain. Er fragte: "Haben Sie gewusst, dass nur eine ein- bis zweiprozentige Ebit-Marge zu erzielen ist? Was waren die Beweggründe aus Sicht der Frauenthal Holding AG?" Er fragte weiters, warum die BDO Austria GmbH den negativen Impairment-Test erst mit zwei Monaten Verspätung vorgelegt (?) habe, er wollte im Detail wissen, wessen Schuld die Verzögerung war. Er meinte, der Wirtschaftsprüfer hätte die Arbeit abbrechen müssen, alleine schon die "Besorgnis der Befangenheit" reiche aus. Weiters beanstandete er, dass Winklers (?) Anwalt 285.000 Euro "an uns verdient" habe, für dieses Geld müsse er wohl rund um die Uhr für uns gearbeitet haben, soviel bekämen nur "die besten der besten" Anwälte, aber das sei er nicht. Frauenthal sei im Grunde eine fantastische Firma, aber mit keiner fantastischen Governance". Er fragte, warum die variablen Bezüge von Sailer so hoch seien, welchen Paramentern dies zugrunde liege. "Besonders lächerlich" fand er diese Angabe im Jahresfinanzbericht: "Aufgrund eines Formalfehlers bei der durch einen renommierten Berater vorbereiteten Antragstellung wurde die EEG Förderung für die Frauenthal Powertrain GmbH im Jahr 2018 versagt. Die Zusatzbelastung würde bei ca. 4 Mio. Euro für das Jahr 2018 liegen (...) würde die Liquiditätslage der Frauenthal Powertrain GmbH zwischenzeitlich sehr angespannt sein." (Man werde aber berufen) Staller fragte, wer in der Frauenthal-Gruppe dafür verantwortlich sei.

Ein anderer Aktionär sagte, die Meldung im November habe ihn enttäuscht, und er fragte, ob "wir" eine Due Diligence gemacht haben. Die Isolatoren zu verkaufen, sei dagegen richtig gewesen, der Katalysator-Verkauf sei notwendig gewesen, auch der Federn-Verkauf sei notwendig gewesen, sonst hätte es die Gruppe umgebracht.

Meine Anmerkung: Dass noch im Jahr des Kaufs von Powertrain, also 2017, gleich 21,5 Mio. Euro beim Impairment-Test abzuschreiben waren, das muss schon verwundern. Es ist auch kein kleiner Betrag. Für Teil 3 muss ich noch abwägen, welche Wortmeldungen druckbar sind, ich bitte um einen Werktag Geduld.


(11.06.2018)

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