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Kursrutsch im November? (Stephan Feuerstein)

Bild: © Martina Draper / Diverse, Wald, Nebel

14.11.2017, 2838 Zeichen

Es ist schon einige Jahre her, dass die Filmemacher Marcus Vetter und Karin Steinberger eine Reportage über den ehemaligen US-Hedgefondsmanager Martin Armstrong drehten, der in den 80er Jahren ein Computermodell entwickelte, mit dem er alle folgenden Krisen erschreckend präzise voraussagte. Während ein Teil der Anleger ihn für genial hält, bezeichnet ein anderer Teil ihn als Scharlatan. Immerhin wurde er 1999 verhaftet und blieb zwölf Jahre im Gefängnis. Wie er im Film selbst behauptet, nur in Untersuchungshaft mit einem mehr oder weniger erzwungenen Geständnis. Immerhin wollten seinen Angaben zufolge viele Institutionen seinen Code. Wer sich für weitere Details hierzu interessiert, dem sei der eingangs genannte Film zu empfehlen. Behält Armstrong recht, sollte es auch im November 2017 zu einer Krise kommen. Man darf also gespannt sein!

Gegen den Trend!

Ein Einbruch im November ist aber eigentlich entgegen den saisonalen Vorgaben. Immerhin sehen diese in der Regel von Oktober bis Ende Dezember steigende Notierungen voraus. In diesem Jahr hatten sich die Aktienmärkte aber auch dem saisonalen Bild eines schwachen September widersetzt und waren im „Crashmonat“ hingegen steil angestiegen. Damit könnte durchaus ein Grundstein gelegt worden sein, der im November nun einen etwas größeren Rücksetzer ermöglicht. Schließlich könnte der eine oder andere Investor nun Risiko abstoßen und den Rest des Jahres nur noch sehr zurückhaltend agieren. Zudem könnte der eine oder andere auch noch vorzeitig seine Bücher schließen. 

Warnsignale

Es gibt aber noch weitere Signale, die auf einen möglichen Rücksetzer hindeuten. Die Charttechnik selbst gibt nach der Rally seit Ende August nun erste Signale auf hohem Niveau, die eine beginnende Abschwächung andeuten. Daneben lässt sich auch beobachten, dass die „Schnäppchenjäger“ nicht mehr vorhanden sind. War es in den vergangenen Wochen immer so, dass kleinere Rücksetzer rasch zum nachträglichen Einstieg genutzt worden sind („buying the dip“), ist davon mittlerweile nichts mehr zu erkennen. Offensichtlich sind Rücksetzer mittlerweile keine Gelegenheit zum Einstieg mehr, sondern vielmehr ein Anlass, sich von Beständen zu trennen. Seit dem letzten Allzeithoch am vergangenen Dienstag hat der DAX mittlerweile ordentlich Federn gelassen und rund 500 Punkte abgegeben. Sollte der Index nun auch noch die Region um rund 12.900 Punkte unterschreiten, würde sich ein trendbestätigendes Abwärtssignal ergeben, das dann weiteres Korrekturpotenzial eröffnet. Auf der anderen Seite gibt es nicht viele Punkte, die auf eine Fortsetzung der Rally hindeuten. Trades hinsichtlich einer beginnenden Jahresendrally könnten daher in diesem Jahr eine Enttäuschung mit sich bringen.

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Stephan Feuerstein
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(14.11.2017)


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