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ATX-Trends: Buwog mit den Zahlen (Mario Tunkowitsch, Wiener Privatbank)

28.09.2017, 4538 Zeichen
  • Im Vorfeld der Präsentation der US-Steuerreform (Details siehe unten) konnten die Aktienmärkte gestern zulegen, die Renditen stiegen (gestern notierte die 10-jährige deutsche Bundesanleihe bei 0,45%) und der Dollar verfestigte sich. Hintergrund ist die gerechtfertige Erwartung, dass diese Steuerreform das US-Wirtschaftswachstum belebt.  Unterstützung erhielten die europäische Börsen dabei von einem weiter nachgebenden Euro, der vor allem exportorientierte Werte stützte. Gut kam an, dass Siemens und Alstom ihre Bahnsparten fusionieren wollen. Siemens legten um 1,2 Prozent zu, Alstom gewannen 4,3 Prozent. Der europäische Bankensektor stieg um 2 Prozent und war der Tagesgewinner. Finanzwerte profitierten davon, dass Fed-Chefin Yellen vor zu langsamen Zinsschritten gewarnt hatte, der Zinserhöhungstrend also intakt zu sein scheint. Das schürte die Hoffnung auf steigende Renditen, die das Bankengeschäft profitabler machen. Der Index der Versicherer stieg um 1,2 Prozent. Der ATX schloss unverändert, gesucht waren Wienerberger (+3,0%), VIG (+2,9%) und Andritz (+1,8%).
     
  • US-Präsident Donald Trump hat seine Steuerpläne als "den größten Steuererlass in der Geschichte unseres Landes" bezeichnet. Die Körperschaftsteuer soll von derzeit 35 Prozent auf 20 Prozent sinken - und damit unter den Schnitt der Industriestaaten. Trump hatte ursprünglich einen Satz von nur noch 15 Prozent angekündigt. Zudem sollen US-Unternehmen zur Rückverlagerung von Kapital und Investitionen aus dem Ausland bewegt werden, indem ihre im Ausland erzielten Profite nur einmalig besteuert werden. Das Einkommensteuersystem soll drastisch vereinfacht werden, indem die bisherigen sieben Steuersätze auf drei reduziert und Abschreibungsmöglichkeiten gestrichen werden. Die Steuersätze sollen bei 12, 25 und 35 Prozent liegen. Damit soll der Spitzensteuersatz von derzeit 39,6 Prozent deutlich sinken, während der bisherige Eingangssteuersatz von 10 Prozent steigt. In dem Reformpapier heißt es, dass Geringverdiener dennoch von dem neuen Einkommensteuersystem profitieren würden, da gleichzeitig die Grundfreibeträge und der Kinderfreibetrag steigen sollen. Der Reformplan diene "den wohlhabendsten Leuten in Amerika, sie stehen damit mit Abstand am besten da", sagte der Chef der oppositionellen Demokraten im Senat, Chuck Schumer. Ob die Reform zustande kommt, ist insofern höchst ungewiss - sie wird voraussichtlich 60 der 100 Stimmen im Senat brauchen, wo die Republikaner nur über 52 Sitze verfügen.
     
  • Die am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflation in Deutschland dürfte im September erneut gestiegen sein. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass der HVPI mit einer Jahresrate von 1,9 (August: 1,8) Prozent gestiegen ist. Gegenüber dem Vormonat dürften die Preise um 0,1 Prozent gestiegen sein. Nach Schätzungen der EZB dürfte bis Anfang nächsten Jahres von den Energiepreisen ein negativer Basiseffekt ausgehen, der die Inflation für sich genommen mindert. Allerdings sind zumindest die Kraftstoffpreise im September spürbar gestiegen. Von den Nahrungsmittelpreisen ist laut EZB bis Jahresende ein positiver Basiseffekt zu erwarten. Die deutschen Daten bilden einen wichtigen Anhaltspunkt für die Entwicklung im Euroraum.
     
  • Vorbörslich sind die europäischen Börsen leicht positiv indiziert. Die asiatischen Märkte schließen mehrheitlich im Plus. Von der Makroseite werden heute Inflationszahlen aus Deutschland und diverse US-Daten gemeldet. Von der Unternehmensseite meldete Buwog Zahlen (Details siehe unten).

Unternehmensnachrichten

Buwog

veröffentlichte heute Morgen aufgrund des schiefen Geschäftsjahres die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2016/17. Die Nettokaltmiete konnte dabei ggü. dem Vorjahr um 7,5% gesteigert werden. Das EBITDA lag mit €188,1Mio. jedoch nur leicht über dem Vorjahresniveau. Da das Neubewertungsergebnis mit €335,1Mio. deutlich höher ausfiel, konnte das Nettoergebnis auf €336,7Mio. gesteigert werden nach €239,9Mio. im Vorjahr. Der Recurring FFO lag mit €117,2Mio. um 4,4% über dem Vorjahreswert, während der EPRA NAV/Aktie um 18,5% angehoben werden konnte auf €23,9. Als Dividende werden der Hauptversammlung €0,69/Aktie vorgeschlagen. Da das Unternehmen von einem weiterhin positiven Marktumfeld ausgeht wird für das Geschäftsjahr 2017(18 mit einer weiteren Anhebung des Recurring FFO auf mindestens €125Mio. ausgegangen.

FY 16/17: Nettokaltmiete: €214,4Mio. (Vj.: 199,4); EBITDA: €188,1Mio. (Vj.: 187,2); Nettoergebnis: €366,7Mio. (Vj.: 239,9); Recurring FFO: €117,2Mio. (Vj.: 112,2)


(28.09.2017)

BSN Podcasts
Christian Drastil: Wiener Börse Plausch

Börsepeople im Podcast S24/23: Daniela Klauser




Andritz
Akt. Indikation:  74.20 / 74.40
Uhrzeit:  07:43:35
Veränderung zu letztem SK:  0.41%
Letzter SK:  74.00 ( 1.65%)

ATX
Akt. Indikation:  5801.90 / 5801.90
Uhrzeit: 
Veränderung zu letztem SK:  0.03%
Letzter SK:  5800.23 ( 1.11%)

Buwog
Akt. Indikation:  30.50 / 30.50
Uhrzeit:  22:38:28
Veränderung zu letztem SK:  0.03%
Letzter SK:  0.00 ( 0.00%)

Dow Jones Letzter SK:  0.00 ( 0.73%)
Siemens
Akt. Indikation:  261.20 / 262.10
Uhrzeit:  07:44:43
Veränderung zu letztem SK:  0.44%
Letzter SK:  260.50 ( 4.39%)

VIG
Akt. Indikation:  64.90 / 65.10
Uhrzeit:  07:42:05
Veränderung zu letztem SK:  0.78%
Letzter SK:  64.50 ( 1.74%)

Wienerberger
Akt. Indikation:  24.38 / 24.56
Uhrzeit:  07:43:57
Veränderung zu letztem SK:  0.04%
Letzter SK:  24.46 ( 0.41%)



 

Bildnachweis

1.

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    • Die am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflation in Deutschland dürfte im September erneut gestiegen sein. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte erwarten, dass der HVPI mit einer Jahresrate von 1,9 (August: 1,8) Prozent gestiegen ist. Gegenüber dem Vormonat dürften die Preise um 0,1 Prozent gestiegen sein. Nach Schätzungen der EZB dürfte bis Anfang nächsten Jahres von den Energiepreisen ein negativer Basiseffekt ausgehen, der die Inflation für sich genommen mindert. Allerdings sind zumindest die Kraftstoffpreise im September spürbar gestiegen. Von den Nahrungsmittelpreisen ist laut EZB bis Jahresende ein positiver Basiseffekt zu erwarten. Die deutschen Daten bilden einen wichtigen Anhaltspunkt für die Entwicklung im Euroraum.
       
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