08.09.2017, 2475 Zeichen
Air Berlin (WKN: AB1000 / ISIN: GB00B128C026) hat bekanntlich den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Wer weiß schon, wie das ausgehen wird, und welche Unternehmensteile vielleicht verkauft oder fortgeführt werden und welche nicht. Was aber bei solchen Verfahren zu erwarten ist: Die Aktionäre stehen gewissermaßen ganz hinten in der Schlange, wenn es darum geht, mögliche Verkaufserlöse zu verteilen.
Da halten zuerst die Gläubiger die Hände auf, und zwar erst die vorrangigen und dann die nachrangigen. Wie es im Hinblick auf eine mögliche „Quote“ aussehen könnte, ist derzeit unbekannt. Was ich aber recht interessant finde, ist dieser Punkt:
Ein Mitglied im „Board of Directors“ der Air Berlin PLC hat in den vergangenen Tagen Aktien der Air Berlin verkauft. Da es sich um einen Unternehmens-Insider handelt (seit 2006 Mitglied im „Board of Directors“, zuvor CEO), sind solche Transaktionen meldepflichtig.
Unter diesem Link finden Sie die meldepflichtigen Wertpapiergeschäfte bei Air Berlin
- Diesen Meldungen zufolge hat dieser Insider am 4. September für 332.830,24 Euro Air Berlin Aktien verkauft, der durchschnittliche Verkaufskurs lag bei 0,266 Euro.
- Es folgten Verkäufe am 5. September für 156.591,74 Euro Air Berlin Aktien verkauft (zum durchschnittlichen Verkaufskurs von 0,265 Euro).
- Am 6. September folgten dann nochmals Verkäufe von Air Berlin Aktien im Volumen von 52.802,93 Euro (durchschnittlicher Verkaufskurs 0,252 Euro).
Über die Hintergründe der Verkäufe weiß ich natürlich nichts. Aber es spricht meiner Ansicht nach für sich, wenn ein Kenner des Unternehmens seine Aktien auf den Markt wirft. Für mich ein Zeichen dafür, dass für die Aktionäre wohl kaum etwas Gutes aus dem beantragten Insolvenzverfahren herauskommen wird.
Ein Beitrag von Michael Vaupel
Michael Vaupel, diplomierter Volkswirt und Historiker (M.A.), Vollblut-Börsianer. Nach dem Studium Volontariat und Leitender Redakteur und Analyst diverser Börsenbriefe (Emerging Markets, Internet, Derivate, Rohstoffe). Er ist gefragter Interview- und Chatpartner (N24, CortalConsors). Ethisch korrektes Investieren ist ihm wichtig.
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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die CASMOS Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
Wiener Börse Party #1127: Mehrfach 1. April, aber zum Glück nicht, was den starken ATX und die zweistellig festere AT&S angeht
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