25.07.2017, 5159 Zeichen
Es war ein großer Tag für S&T -Vorstandschef Hannes Niederhauser: Am 19. September vergangenen Jahres stieg die Aktie des von ihm geführten IT-Dienstleisters (WKN: A0X9EJ / ISIN: AT0000A0E9W5) in den TecDAX auf. Der 30 Werte umfassende Index gilt als Messlatte für die wichtigsten an der deutschen Börse gelisteten Technologiewerte. Seit 2008, als der Leiterplattenhersteller AT&S aus Leoben das Auswahlbarometer verlassen musste, war kein Unternehmen mit Hauptsitz in Österreich mehr im TecDAX gelistet.
Die Mitgliedschaft im Index der wichtigsten Technologiewerte ist begehrt, da mit ihr in der Regel ein höheres Investoreninteresse einhergeht. Indexfonds (ETFs) müssen die Indexwechsel eins zu eins nachvollziehen. Auch viele aktiv gemanagte Fonds orientieren sich an den Indexzusammensetzungen. In der Vergangenheit war zu beobachten, dass die Kurse der späteren Indexaufsteiger schon lange vor der Entscheidung kräftig stiegen. Aber auch nach der Umsetzung entwickeln sich die Aktienkurse meist positiv. Die Papiere von S&T beispielsweise legten seit der Aufnahme um weitere 50 Prozent zu, obwohl der Kurs bereits in den Jahren zuvor stark geklettert war.
Seit der Gründung im Jahr 2003 hat sich das Gesicht des TecDAX komplett gewandelt. Nach 60 Wechseln in der Indexzusammensetzung sind von der Anfangsformation heute nur noch zehn Unternehmen dabei. Während etwa der Solarsektor zur Hochphase rund 30 Prozent des TecDAX-Gewichts ausgemacht hatte, ist der Sektor aktuell nur noch mit einer Aktie – SMA Solar Technology – vertreten.
Dagegen dominieren heute die Branchen Medizintechnik, Biotechnologie, Software, Informationstechnologie und Halbleiter – aktuelle Anlegerlieblinge, was sich entsprechend in der Performance niedergeschlagen hat: Im laufenden Jahr lag der Index verglichen mit dem 2016er-Schlussstand in der Spitze mit 28,6 Prozent im Plus. Damit wurden alle anderen deutschen Auswahlbarometer in den Schatten gestellt. Beim DAX etwa waren in der Spitze „nur“ 12,2 Prozent Plus aufgelaufen.
Der TecDAX setzt sich aus den Aktien der wichtigsten Technologieunternehmen zusammen. Sie werden anhand der Kriterien Börsenumsatz und Marktkapitalisierung ausgewählt. Alle drei Monate wird die Zusammensetzung des Index überprüft. Zwischen Dezember 2016 und Juni 2017 legte der TecDAX eine atemberaubende Rallye hin: Der Index stieg um fast 40 Prozent. Anschließend kam es zu Gewinnmitnahmen. Auf dem weiteren Weg nach oben muss der TecDAX erst den nächsten Widerstand bei 2.475/2.500 Punkten aus dem Weg räumen – eine Marke, die noch der Vorgänger-Index NEMAX 50 ausgebildet hatte. Bis zum Allzeithoch ist es jedoch noch ein weiter Weg: Im März 2000 notierte der NEMAX 50 bei 9.694,07 Punkten – wohl ein Höchststand für die Ewigkeit.
Gründe für die starke Performance der TecDAX-Aktien gibt es reichlich. Viele Gesellschaften haben sich in ihren Märkten führende Stellungen erarbeitet, was sich in entsprechend hohen Margen niederschlägt. Wie das deutsche Anlegermagazin BÖRSE ONLINE errechnet hat, kamen die aktuell 25 profitablen Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr auf eine durchschnittliche operative Marge von 13,21 Prozent und eine Nettomarge von 9,26 Prozent. Bereinigt um Titel aus den Bereichen Finanzen, Immobilien und Beteiligungen schafften die DAX-Konzerne nur 11,65 Prozent (operativ) bzw. 7,72 Prozent (netto).
Zudem wachsen die TecDAX-Gesellschaften rasant: Zwischen 2016 und 2018 dürften deren Gewinne Analystenschätzungen zufolge in der Summe um satte 84,4 Prozent vorankommen. Die fundamentalen Vorteile der TecDAX-Aktien haben sich gegenüber dem DAX und den deutschen Nebenwerte-Indizes MDAX und SDAX allerdings auch in durchgängig höheren Bewertungskennziffern niedergeschlagen. Das macht die Titel in nervösen Marktphasen anfällig für Rückschläge. Daher sollten Anleger mit einem Sicherheitspuffer an den Index herangehen, wie ihn beispielsweise ein Discount-Zertifikat der Deutschen Bank (WKN: DM1Y2B / ISIN: DE000DM1Y2B8) bietet.
Fazit: Das Discount-Zertifikat auf den TecDAX bietet einen maximal möglichen Ertrag von 5,6 Prozent. Dieser wird erreicht, wenn der Basiswert am Beobachtungstag, dem 23. März 2018, bei 2.275 Punkten oder höher steht. Diese Marke liegt knapp unterhalb dem aktuellen Indexstand. Der Rabatt im Vergleich zum Direktinvestment beträgt 5,9 Prozent. Dadurch eröffnet sich ein moderater Schutz vor Kursverlusten. Denn ins Minus rutschen Anleger mit dem Discounter erst dann, wenn der Index am Ende unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses unterhalb des aktuellen Briefkurses des Discount-Zertifikats steht. Aktuell entspricht dieser einem Indexstand von 2.154 Punkten.
Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.
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